FTD.de » Management + Karriere » Who's who » US-Bank Wachovia bekommt neuen Chef

Merken   Drucken   10.07.2008, 07:54 Schriftgröße: AAA

Wochenlange Suche zu Ende: US-Bank Wachovia bekommt neuen Chef

Nach wochenlanger intensiver Suche hat die viertgrößte US-Bank Wachovia einen neuen Konzernchef benannt. Die Aktien legten daraufhin zu. Allerdings gibt es von der Bank auch negative Nachrichten.
An der Spitze des Instituts stehe fortan Robert Steel , teilte Wachovia  am Mittwoch nach US-Börsenschluss mit und bestätigte damit entsprechende Medienberichte. Zugleich kündigte das Unternehmen für das zweite Geschäftsquartal - unter anderem wegen der Finanz- und Hypothekenkrise - überraschend einen Verlust zwischen 2,6 und 2,8 Mrd. $ an.
Nach einer Reihe von Abschreibungen und Fehlentscheidungen hatte sich Wachovia Anfang Juni mit sofortiger Wirkung vom damaligen Vorstandschef Ken Thompson  getrennt. Mit der Suche nach einem Nachfolger wurde Interimschef Lanty Smith beauftragt.
Der 56-jährige Steel, auf den die Wahl nun gefallen ist, galt als Favorit. Er war zuletzt im US-Finanzministerium tätig und hatte zuvor bei der Investmentbank Goldman Sachs gearbeitet. In einer kurzen Erklärung von Smith hieß es, Steel sei die richtige Person, um Wachovia durch das aktuelle Marktumfeld zu steuern - "als starkes und unabhängiges" Unternehmen. Finanzminister Henry Paulson  würdigte die Arbeit Steels und sagte: "Ich wusste, dass er bei künftigen Unternehmungen glänzen wird."
Robert Steel arbeitete zuletzt im US-Finanzministerium   Robert Steel arbeitete zuletzt im US-Finanzministerium
Wachovia-Aktien reagierten auf die Personalentscheidung nachbörslich mit einem Plus von gut drei Prozent auf 14,75 $. Zuvor hatten sie inmitten eines allgemeinen Ausverkaufs der Finanzwerte deutlich im Minus geschlossen; im bisherigen Jahresverlauf haben die Papiere gar 63 Prozent an Wert verloren.
Der in Aussicht gestellte milliardenschwere Quartalsverlust bedeutet nach Unternehmensangaben pro Aktie ein Minus von 1,23 bis 1,33 $, eine geplante Goodwill-Abschreibung noch nicht eingerechnet. Von Reuters befragte Analysten hatten dagegen im Schnitt ursprünglich mit einem Gewinn von 19 Cent je Aktie gerechnet, obgleich zuletzt ein Verlust nicht mehr gänzlich ausgeschlossen wurde.
Experten zeigten sich nun zunächst relativ gelassen. "Zumindest weiß der Markt jetzt, wie groß die Verluste sein werden", sagte etwa James Ellman vom Hedgefonds Seacliff Capital. "Überhaupt eine Zahl zu haben ist besser, als gar keine Zahl zu haben." Schon im ersten Quartal hatte Wachovia einen Verlust verbucht, damals noch in dreistelliger Millionenhöhe.
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  • Reuters, 10.07.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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