Wo lernt die Elite? Die besten Schulen mit MBA-Programmen, dazu Rankings, Trends und Entwicklungen.
Wer sich als Manager in Strategie- oder Change-Management weiterbilden will, kann dies ab Herbst auch an der Mannheim Business School (MBS) tun. Erstmals bietet die MBA-Schule offene Kurse im Bereich Executive Education an, also Weiterbildungskurse, in denen etwa die Umsetzung neuer Strategien gelehrt wird und die - im Gegensatz zum MBA - nicht zu einem akademischen Abschluss führen.
Beginnen will man mit vier dreitägigen Kursen. Für die Business-Schule ist der Ausbau ihres Portfolios wichtig: "Nur wenn wir neben unseren MBA-Programmen auch Executive Education anbieten, werden wir im internationalen Markt als Topschule wahrgenommen", erklärt Bernd Helmig, akademischer Direktor Executive Education an der Mannheim Business School.
Wie Mannheim entdecken auch die anderen deutschen Business-Schulen zunehmend den lukrativen Markt der Managerweiterbildung. Während ausländische Schulen einen großen Teil ihrer Einnahmen aus offenen und maßgeschneiderten Managementprogrammen bestreiten, lag das Feld in Deutschland noch weitgehend brach. "Den Markt haben die meisten hier genauso verschlafen wie den MBA-Markt", sagt Andreas Hackethal, Dekan der Goethe Business School an der Universität Frankfurt.
Das soll sich nun ändern. "Wir starten mit unseren Kernkompetenzen und Themen, die im Markt gefragt sind", sagt Helmig von der MBS. Bereits im nächsten Jahr soll die Zahl der offenen Kurse auf zehn steigen. Unterrichten sollen vor allem Star-Professoren wie der international renommierte Marketingexperte Christian Homburg.
Im Visier hat die Business-School aber auch den Markt für firmeninterne Programme. "Da liegt für mich der Markt der Zukunft", sagt Direktor Helmig. "Hier wollen wir in fünf Jahren zu den Top Ten in Europa gehören." Damit treten die Mannheimer selbstbewusst gegen den bisher größten Spieler im deutschen Markt an:
die 2002 von 25 Unternehmen wie Allianz, Siemens und Telekom gegründete European School of Management and Technology (ESMT) in Berlin. Deren Schwerpunkt lag schon vom Start an bei der Weiterbildung - nicht zuletzt aufgrund der Übernahme des Universitätsseminars der Wirtschaft (USW) Schloss Gracht.
Heute bestreitet die Schule über die Hälfte ihres Umsatzes mit Executive Education, vor allem mit firmeninternen Programmen für ihre Sponsorunternehmen. Um die ESMT zu finanzieren, mussten sie erst 2007 nochmals einen zweistelligen Millionenbetrag nachschießen und können ihre Zahlungen nun innerhalb der nächsten fünf Jahre für kostenlose Seminarplätze nutzen. "Die Firmen frühstücken ihr Geld noch ab, dann ist Schluss", prophezeit ein Insider.
Wie dem auch sei, die ESMT muss sich künftig auf stärkere Konkurrenz aus Deutschland einstellen: Auch die Goethe Business School (GBS) plant, den Bereich Executive Education auszuweiten und sich dabei auf die Themen Finanzen und Leadership zu fokussieren.
Neu sind offene Seminare wie "Die Kunst, sich zu entscheiden" und wöchentliche Abendkurse. Firmenintern schulen die Frankfurter seit 2006 Mitarbeiter des Beratungsunternehmens Bearingpoint in einem Weiterbildungsprogramm für junge Analysten. Auch Accenture und PricewaterhouseCoopers sowie die Deutsche Bank gehören zu den Kunden der GBS.
Seite 2: Executive Education der zukünftige Markt