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Merken   Drucken   08.11.2012, 11:49 Schriftgröße: AAA

Der Gugl: Profis statt Praktikanten

Gründerin Chalwa Heigl sortiert ihr Team um, damit ihr Startup erfolgreich wachsen kann. Schließlich hat sie den größten Deal der Firmengeschichte in Aussicht. Darauf will sie vorbereitet sein.
von Alexander Bartl
Chalwa Heigls Mitarbeiterinnen im Gugl-Loft   Chalwa Heigls Mitarbeiterinnen im Gugl-Loft

Chalwas Woche
vom 29. Oktober bis zum 4. November 2012
Arbeitsstunden: 60
Stimmung (bester Wert 10): 7

"Maximale Effektivität" wünscht sich Chalwa Heigl für ihr Startup. Das Controlling will sie verbessern, die Marke stärken und jene Geschäftsbereiche ausbauen, die den größten Gewinn versprechen. Das ist ziemlich viel auf einmal. Deshalb setzt die Gründerin zunächst an der Basis an: beim Personal. Seit wenigen Tagen betreut der Geschäftsführer der Bäckerei, die ihre Kuchenpralinen herstellt, ihr Unternehmen mit.

Galerie Der Gugl - Im Reich der Kuchenpraline

Gemeinsam führten sie in den vergangenen zwei Wochen Gespräche mit allen Mitarbeitern. Es ging um individuelle Stärken und wie das Startup am besten davon profitieren kann. "Ich habe oft den Fehler gemacht, dass ich Bewerbern ihr Jobprofil geschnitzt habe, anstatt darauf zu achten, wen ich eigentlich für mein Unternehmen brauche", sagt Chalwa. Das soll sich nun ändern. Künftig wolle sie zunächst mit ihrem Geschäftsführer genau definieren, was der Bewerber können muss und danach jemanden suchen, der die Kriterien erfüllt.

Präzision bei der Personalwahl

Klar sollen Mitarbeiter weiterhin ihre Talente einbringen, doch die Gründerin möchte sichergehen, dass es auch die richtigen für ihr Startup sind. Mehr Präzision bei der Personalwahl ist für sie auch deshalb wichtig, weil sie künftig auf Praktikanten verzichten und nur noch auf fünf feste Mitarbeiter setzen will. Die verabschieden sich nicht nach ein paar Monaten wieder.

"Man kann immer Glück haben, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass mir Praktikanten nicht wirklich weiter helfen", sagt Chalwa. Der Aufwand, sie einzuarbeiten und zu betreuen, habe sich für sie selten gerechnet. Was ihre Angestellten betrifft, will sie zunächst sondieren, ob sie ihre Geschäftsziele mit dem bestehenden Team erreichen kann. Wenn nicht, werde sie ihr Personal aufstocken.

Die Chancen, dass auch die Umsätze im nächsten Jahr wachsen werden, stehen gut: Bei den schon vor Monaten begonnenen Gesprächen mit einem potenziellen Großkunden zeichnet sich nun ein erfreuliches Ergebnis ab: ein Riesengeschäft, "das größte, das wir je hatten", so die Gründerin. Vorige Woche entsandte der Konzern eine Qualitätsmanagerin in die Münchner Gugl-Bäckerei.

weiter auf Seite 2

Teil 2: "Mündlich hat man mir schon grünes Licht gegeben."

  • FTD.de, 08.11.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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