Der Gugl - Chalwa Heigl will mit ihren Miniguglhupfs süße Gelüste im Kleinformat befriedigen. FTD.de berichtet wöchentlich über die Siegerin des Gründerwettbewerbs enable2start.
| Chalwas Woche |
|---|
| vom 19. bis 25. März 2012 |
| Arbeitsstunden: 50 |
| Stimmung (bester Wert 10): 7 |
"Den Beinamen hat er schließlich sein Leben lang getragen", seufzt Gründerin Chalwa Heigl. Immerhin geht es um ihr Baby, den Gugl. Es sei schwer den Gugl zu beschreiben, wenn man nicht "Kuchenpraline" dazu sagen dürfe, findet sie. Schließlich ist er eine Neuschöpfung der 44-jährigen PR-Frau und nur was die Form angeht mit seinem wuchtigen Großvater, dem Gugelhupf, verwandt. Er misst keine zwei Quadratzentimeter und sein Geschmack ist viel zu intensiv für einen Kuchen, aber viel weniger schokoladig als die Rezeptur einer Praline.
Und das ist einerseits das Außergewöhnliche am Gugl, anderseits die Schwierigkeit, mit der Heigl seit einigen Tagen kämpft. Die bayerische Konditoreninnung hatte sie darauf aufmerksam gemacht, dass die Bezeichnung "Kuchenpraline" aus zwei Gründen problematisch sei. Erstens bestimmt die Kakaoverordnung, wie viel Kakaoanteil Pralinen beinhalten müssen. Heigls Gugl bleiben deutlich unter dem geforderten Mindestwert. Zweitens sind da die Kunden, die sich irregeführt fühlen könnten.
Heigls Anwältin gab den Konditoren Recht und empfahl ihr deswegen vergangene Woche dringend eine Neutaufe des Gugls. Die Gründerin fühlt sich unter Druck: Bald will der Südwest-Verlag ihr erfolgreiches Backbuch neu auflegen, Titel: "Feine Kuchenpralinen", 30.000 Exemplare. Bis dahin muss Heigl eine Lösung finden - und das ist gar nicht so leicht: "Feiner Kuchenkonfekt", klingt gut, könnte aber das gleiche Klassifikationsproblem wie "Praline" bergen. "Feine Kuchenminis" - Heigl winkt ab, nicht "premium" genug. Am Besten gefällt ihr "kleine, feine Kuchen". Aber noch zerbricht sie sich den Kopf.
Auch auf ihre Antwort an die Konditoreninnung hat sie noch keine Reaktion erhalten. Sie hatte gebeten, wenigstens noch ihr altes Werbematerial und vor allem die teuren Schachteln bis zum 31. Januar 2013 aufbrauchen zu dürfen. "Wenn sie Nein sagen, wäre das eine ziemliche Katastrophe."
Immerhin, eine andere Sorge scheint sich allmählich zu klären. Bisher hat sie die Ware vom Firmensitz im Münchener Glockenbachviertel verschickt. Aber nach dem teuren Umbau möchte Heigl ihr rosa dekoriertes Studio lieber vermehrt für Backkurse und andere Veranstaltungen nutzen und der Laufkundschaft nicht das Gefühl geben zu stören, "wenn wir am Versand rumwursteln". Spätestens zum nächsten Weihnachtsgeschäft würde der Platz wohl sowieso zu knapp. Eine mögliche Lösung ist, mit dem Mymuesli, den enable2start-Siegern 2007, zu kooperieren. In den nächsten Tagen will Gründer Philipp Kraiss, zuständig für die Mymuesli-Finanzen, ihr Vorschläge schicken, zu welchen Konditionen man Gugl-Anteile gegen Logistikleistung tauschen könnte.
Teil 2: Die leidige Logistikfrage