Der Gugl - Chalwa Heigl will mit ihren Miniguglhupfs süße Gelüste im Kleinformat befriedigen. FTD.de berichtet wöchentlich über die Siegerin des Gründerwettbewerbs enable2start.
| Chalwas Woche |
|---|
| vom 26. März bis 1. April 2012 |
| Arbeitsstunden: 40 |
| Stimmung (bester Wert 10): 6 |
Chalwa Heigl lässt sich gern frischen Wind um die Nase wehen. Bevor sie die Idee hatte, sich an die Renaissance des Guglhupfs zu wagen, hatte sie in Deutschland die Zelte schon einmal abgebrochen, ihr Hab und Gut bei den Eltern eingemottet und war ein Jahr lang durch die Welt gebummelt mit Stationen in Indien, Südafrika, Portugal und Spanien. Eigentlich wollte sie auswandern.
Aber als ein Münchner Taxifahrer beim Heimatbesuch grantelte: "Deutschland geht den Bach runter", war gerade das ihr Schlüsselmoment, wieder zurückzukommen, nach dem Motto: "Es liegt an mir, was ich daraus mache." Zurück nach München, gern bezeichnet als das "größte Dorf der Welt". Doch wer hätte das gedacht? Kosmopolitin Heigl wünscht sich seit zwei Jahren noch weiter in die Stille: aufs Land.
Die vergangene Woche war also eher mau für den Gugl, aber umso aufregender für Heigl und ihren Lebenspartner. Sie unterschrieben den Vertrag für ihr neues Domizil in Utting am Ammersee. Anfang Juni wollen sie umziehen, bis dahin leben sie noch in der Münchner Wohnung, drei Straßen vom Gugl-Loft im Glockenbachviertel entfernt. "Das ist wohl das Bedürfnis von Leuten, die im Job viel mit Menschen zu tun haben: Die Sehnsucht nach dem Land", sagt Heigl. Sie sehne sich nach Ruhe und Vogelgezwitscher.
Die Pendelei scheint ihr keine Sorgen zu machen. Sie will sie sich ein Zweitbüro am Ammersee einrichten. Und als ob einmal Möbelpacken noch nicht spannend genug wäre, steht nun auch der Umzug der Gugl-Logistik fest. Am 1. Mai ist es bereits soweit. Allerdings handelt es sich dabei nur um zwanzig Minuten in der Stadt - von der Gugl-Zentrale bis zu der Konditorei, in der die Küchlein bereits jetzt gebacken werden. "Ich habe Mymuesli abgesagt, will aber auf anderen Ebenen mit den Jungs kooperieren", begründet Heigl ihre Entscheidung: "Ich glaube, es ist optimal, die Logistik an die Backstube zu koppeln."
Mymuesli, die enable2start-Gewinner von 2007, hätten entspannt reagiert auf ihre Absage, sagt Heigl. Richtig praktisch wäre die Kooperation auch nicht gewesen. Schließlich sitzen die Wertkostmischer in Passau. "Ich habe die Logistik durchkalkuliert. Das ist einfach zu kostenintensiv und schmälert meine Flexibilität total", sagt Heigl. Gerade wenn es um individualisierte Schachteln für Geschäftskunden gehe, möchte sie schnell reagieren können.
Teil 2: "Kleine, feine Kuchen - das ist eh viel schöner"