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FTD-Serie: Startup-Check

FTD.de porträtiert wöchentlich Gründer und ihre Unternehmen.
Merken   Drucken   21.06.2012, 14:04 Schriftgröße: AAA

Doo: Der Aktenschrank geht online

Namhafte Investoren setzen viel Geld auf Seriengründer Frank Thelen, der bei Kaufda, MyTaxi und 6Wunderkinder mitmischte. Mit seinem jüngsten Projekt, dem Bonner Startup Doo, will er das Management von Dokumenten revolutionieren.
von Lukas Kirchner
Doo-Gründer Frank Thelen sagt Papier den Kampf an   Doo-Gründer Frank Thelen sagt Papier den Kampf an

Doo im Überblick
Gründung: Juni 2011
Geschäftsstart, Launch der Beta-Version: Juni 2012
Produkt: App zur cloud-basierte Verwaltung von Dokumenten aller Art für Privatkunden

Die Zahlen sprechen für sich. Über 5 Mio. Euro haben sie im November 2011 investiert: Xing-Gründer Lars Hinrichs mit seiner Beteiligungsfirma HackFwd, Unternehmensberater Hermann Simon und Dumont Venture, die Risikokapitaltochter des Kölner Verlags. Weitere 2,3 Mio. Euro kamen jüngst von Wagniskapitalgeber Target Partners dazu, der sich damit etwa zehn Prozent sicherte. Und all das für ein Startup, zu dem es bis zuletzt kaum öffentlich zugängliche Informationen und erst recht kein anschauliches Produkt gab. Nun wurde der Schleier gelüftet.

Doo App-Entwicklung in der Gründervilla

Doo heißt das junge Tech-Unternehmen, dessen Gründer Frank Thelen umso bekannter ist. Der 36-Jährige ist seit den Anfangstagen des Internets in der Startupszene aktiv. Zuletzt trat er vor allem als Investor in Erscheinung und begleitete mit seiner Beteiligungsfirma E42 den Aufbau von Gründungen wie dem Lokalwerbungsportal Kaufda, der Taxibestell-App MyTaxi oder dem Berliner App-Hersteller 6Wunderkinder.

Bei Doo hat Thelen das Steuer wieder selbst übernommen und eine cloudbasierte Software entwickelt, deren Ziel die umfassende Online-Verwaltung von Akten und Dokumenten ist. Mac-Nutzer können sich seit dem 15. Juni ein eigenes Bild machen, indem sie die kostenlose Betaversion der Software von der Doo-Seite installieren. Applikationen für Windows, iPhone und Android-Systeme sind in Arbeit und sollen bald folgen.

"Wir möchten ein internationaler Begriff werden wie Skype"

"Think Big" also. "Wir vergleichen uns mit dem Silicon Valley", sagt der Gründer selbstbewusst. Als FTD.de zum Ortstermin in die Bonner Doo-Zentrale kommt, ist er gerade von einer Diskussionsrunde mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zurückgekehrt. Es ging um die Frage, welche Rahmenbedingungen Deutschland schaffen muss, um auch im IT-Bereich Unternehmen von Weltruf hervorzubringen.

"Von Apple bis Google - die Branchengrößen kommen fast alle aus den USA", sagt der Gründer. "Deutschland kommt fast überhaupt nicht vor, das muss sich dringend ändern." Zumindest einen kleinen Teil möchte er mit Doo selbst dazu beitragen. "Wir möchten das Schlagwort Dokumente auf internationaler Ebene besetzen", beschreibt Thelen seine Vision der papierlosen Welt, "so wie Evernote Notizen und Skype Internettelefonie besetzt hat."

Zu diesem Zweck hat der passionierte Programmierer mit seinem Team ein Jahr lang einen Software-Algorithmus ausgetüftelt. Thelen verspricht, dass dieser Dokumente automatisch nach ihrem Inhalt erkennt und abspeichert, egal ob diese per E-Mail geschickt oder eingescannt werden. Doo soll unterscheiden können, ob es sich um einen Vertrag, eine Rechnung, eine Quittung oder eine sonstige Formalität handelt, wer der Absender ist und was der Betreff ist. Die Dokumente werden von der Software selbstständig verschlagwortet, online in der sogenannten Cloud gespeichert und synchronisiert.

Der Nutzer kann die Dokumente von jedem beliebigen Endgerät wieder abrufen, vorausgesetzt, er hat die Doo-App auf diesem installiert. Auch eine intelligente Verwaltung, beispielsweise durch das automatische Erinnern bei Fälligkeit einer Rechnung, soll möglich sein. Langfristig sollen gar externe Großpartner eingebunden werden: Die Stromrechnung könnte so nicht nur im Briefkasten, sondern auch gleich im Doo-Konto landen.

Teil 2: Rechnung oder Quittung? Wie die Doo-Software arbeitet

  • FTD.de, 21.06.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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Kommentare
  • 16.07.2012 08:57:14 Uhr   Rene: Werden die Artikel auch recherchiert?

    Herr Thelen kann weder programmieren, noch hat er sich irgendwelche Algorithmen ausgedacht. Bei doo sind ein paar Betas online, die nichts von dem, was vollmundig angekündigt wurde, können. 90% der Software (besonders oben erwähnte Algorithmen) muss noch implementiert werden. Alles Gewäsch für Investoren und Marketing.
    Ich finde den Artikel reichlich schwach recherchiert. Da wird ja 1 zu 1 veröffentlicht, was Herr Thelen sagt ...

  • 24.06.2012 01:25:17 Uhr   Ingo: echt lustig
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