Ergobag - Das Kölner Startup will mit ergonomischen Rucksäcken den Schultaschenmarkt aufmischen. FTD.de berichtet wöchentlich über den Sieger des Gründerwettbewerbs enable2start.
| Svens Woche |
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| vom 30. April bis 6. Mai 2012 |
| Arbeitsstunden: 63 |
| Stimmung (bester Wert 10): 6 |
Aus einem Duo wird ein Trio: Stephan Baus arbeitet seit Anfang Mai für den Kölner Schultaschenhersteller Ergobag. Der Experte für Prozesse und deren Steuerung soll die Abläufe des Startups vereinfachen und das Tagesgeschäft verantworten. Damit haben die Gründer Florian Michajlezko und Sven-Oliver Pink innerhalb weniger Wochen umgesetzt, was sie sich Anfang März vorgenommen hatten: Eine Führungskraft zu finden, um für sich selbst kreative Freiräume zurück zu gewinnen.
"Eine neue Ära beginnt", freut sich Pink beim Telefonat mit FTD.de über die Verstärkung. Als ihre eigentlichen Stärken sehen die beiden Gründer nicht das täglich Klein-Klein, sondern Produktgestaltung, Marketing, Vertrieb und die langfristige Weiterentwicklung des Startups. Deshalb haben sie bewusst eine Person mit ergänzenden Fähigkeiten gesucht und glauben, diese in Baus gefunden zu haben. Der Wirtschaftsingenieur arbeitet als Berater und managte zuvor Vertriebsprozesse für die Prüfkonzerne TÜV Rheinland und Dekra sowie Fertigungsabläufe für den Baumaschinenhersteller Liebherr.
Baus' Weg zu Ergobag ebnete ein Zufall. Vor gut zwei Monaten habe sein Kompagnon Michajlezko vorgeschlagen, sich auf der Leitungsebene zu verstärken, erzählt Pink. Ohne dass sie mit Dritten darüber gesprochen hätten, meldete sich zwei Tage nach dem Gespräch Personalberaterin Gabriele Haase. "Ich weiß, was das kostet, das können wir uns nicht leisten", dachte der Gründer, der bis 2009 Consultant bei Kienbaum war. Doch die Headhunterin offerierte zum Kennenlernen einen Gratisservice und schickte Ergobag "sechs sehr gute Kandidaten", so Pink. Einer davon war Baus.
Warum hat gerade der dreifache Familienvater, der mit 47 Jahren zudem deutlich älter als die Gründer ist, diese überzeugt? "Das Alter hat keine Rolle gespielt", sagt der 32-jährige Pink. Der Neue habe bereits in vielen Bereichen mit Erfolg gearbeitet und kenne sich auf hohem Niveau mit der Optimierung von Prozessen aus. Trotzdem sei es in den Gesprächen nie um Eitelkeiten gegangen. Baus habe glaubhaft vermittelt, keine Lust auf schwerfällige Konzerne zu haben, dafür aber umso mehr Spaß am Aufbau des quirligen Startups. "Er passt von der Einstellung zu uns, geht die Prozesse aber strukturierter an", fasst Pink zusammen. "Es bringt uns ja nichts, wenn wir einen zweiten Florian oder Sven einstellen."
Die Gründer haben mit Baus einen schleichenden Einstieg vereinbart. Vorerst kommt er als Berater auf Honorarbasis zwei, drei Tage pro Woche zu Ergobag. Im September wird auf fünf Tage wöchentlich aufgestockt und zum Jahreswechsel soll er, wenn alles gut läuft, eine festangestellte Leitungsposition bekommen. Dass er den Einstieg auf Raten mitmacht, wertet Pink als Bestätigung dafür, dass Baus die Aufgabe wichtiger ist, als schnelles Geld zu verdienen. Denn die Jungunternehmer zahlen ihrem neuen Kollegen nicht mehr als die 5000 Euro brutto, die sie sich selbst als Geschäftsführergehalt zubilligen.
Teil 2: "Wir können nicht ständig neue Leute einstellen"