| E-Bility im Überblick |
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| Gründung: April 2009 |
| Geschäftsstart: März 2010 |
| Produkt: Kumpan Elektroroller |
"Nicht schon wieder!", fuhr es Daniel Tykesson durch den Kopf, als ihn sein älterer Bruder Patrik vor drei Jahren zur Seite nahm. Voller Begeisterung erzählte der ihm von seiner jüngsten Geschäftsidee: ein Roller im Dolce-Vita-Stil der 50er Jahre, jedoch ohne knatternden Benzinmotor, sondern mit einem hochmodernen, leise surrenden Elektroantrieb.
Schon mehrfach hatte Patrik in der Vergangenheit Geschäftsideen entwickelt und wieder verworfen. Dass die jüngste ausgerechnet bei einer ausschweifenden Kneipentour durch Antwerpen entstanden war, machte sie in diesem Moment nicht überzeugender.
Doch dieses Mal ließ Patrik nicht locker. Auch nicht, als seine ursprünglichen Mitstreiter nach und nach wieder aus dem Projekt ausstiegen. Kurzerhand bat er seine beiden jüngeren Brüder Daniel und Philipp um Unterstützung, die damals noch mitten im Studium waren. Nur ein paar Wochen sollten sie ihm beim Geschäftsstart helfen.
Als die paar Wochen jedoch um waren, war die Idee gerade erst richtig ins Rollen gekommen. So blieb das Trio bestehen und arbeitete fortan Tag und Nacht an der Verwirklichung des Projekts. Um Geld zu sparen, zogen sie gar bei den Eltern wieder ein. Und für eine Gehaltszahlung an sich selbst reichten die Mittel erst recht nicht.
Stattdessen floss jeder Cent in die Startup-Idee, beispielsweise in Flugtickets: Mehrmals reiste Patrik Tykesson vom heimatlichen Remagen nach China. Dort wird nicht nur der Großteil aller Roller weltweit produziert, es fahren auch so viele Roller wie in keinem anderen Land - darunter 22 Millionen Scooter mit Elektroantrieb. Das sind 98 Prozent des weltweiten Bestands.
Doch wer glaubt, dass sich die chinesischen Modelle ohne weiteres auf deutsche Straßen übertragen lassen, irrt. "Weder von ihrer Sicherheit, noch von der Verarbeitung oder ihrer Leistung entsprachen die dortigen Roller den deutschen Anforderungen. Zudem wollten wir auch beim Design mitreden", sagt Patrik Tykesson.
Teil 2: Eine "Schnapsidee" wird Wirklichkeit