Der Gugl - Chalwa Heigl will mit ihren Miniguglhupfs süße Gelüste im Kleinformat befriedigen. FTD.de berichtet wöchentlich über die Siegerin des Gründerwettbewerbs enable2start.
| Chalwas Woche |
|---|
| vom 30. April bis 6. Mai 2012 |
| Arbeitsstunden: 60 |
| Stimmung (bester Wert 10): 7 |
Nach Ruhe und Vogelgezwitscher sehnt sich Gründerin Chalwa Heigl. Doch bevor sie am Wochenende mit ihrem Lebensgefährten von München nach Utting am Ammersee umzog, hieß es 120 Kartons packen. Da ist die zweitägige Reise zu Telefónica nach Madrid eine willkommene Abwechslung. Das Unternehmen hatte Heigl und die vier anderen Sieger des FTD-Gründerwettbewerbs enable2start eingeladen, ihre Geschäftsideen seinen Risikokapitalexperten vorzustellen.
Drei Töchter des Telefonkonzerns ließen bitten: Die Fonds Telefónica Digital Venture Capital und Amerigo sowie die Gründerakademie Wayra. Und Heigl, die sich lange schwer getan hatte mit der Vorstellung, einen Fremden über "ihr Baby" mitentscheiden zu lassen, scheint plötzlich Gefallen daran gefunden zu haben. "Die tun viel für ihre Firmen. Ich hatte gar nicht das Gefühl, denen geht es bei der Startup-Förderung nur um die PR", erzählt die Gugl-Erfinderin.
Sie habe richtig Lust bekommen, auch einen solchen Investor oder Business Angel zu finden, sagt Heigl. Und vielleicht hat sie ja überzeugt. Denn nach den jeweils zehnminütigen Präsentationen der enable2start-Gewinner, überlegen die Telefónica-Vertreter nun, ob überhaupt und welche Investitionen sie den Gründern anbieten wollen.
Vor allem die Gründerakademie Wayra hat es Heigl angetan. Das Wort aus der Andensprache Ketschua bedeutet Wind und soll Gründern mit einem Kapital von bis zu 50.000 Euro, mit Mentoren, Coaching und Räumlichkeiten den nötigen Auftrieb geben, um mit ihrer Idee durchzustarten. Dafür verlangt Telefónica, das hierzulande unter seinen Markennamen Alice und o2 bekannter ist, im Gegenzug einen Anteil von zehn Prozent an den unterstützen Startups.
"Allerdings geht es Wayra eher um die Förderung ganz junger Firmen, wahrscheinlich sind wir denen schon zu weit", sagt Heigl. Trotzdem überlegt sie, sich unabhängig von der Präsentation in Spanien in Deutschland zu bewerben. Denn am 21. Mai wird nach Madrid und London die dritte europäische Wayra-Akademie in München eröffnet. Mit einer Investition in Heigls Gugl-Manufaktur würden die Iberer Neuland betreten, denn bisher findet sich kein Lebensmittel-Startup im Portfolio. In der Tat wäre eine Beteiligung am Gugl-Geschäft mehr als ungewöhnlich, denn der Fokus des Telefonkonzerns liegt auf leicht skalierbaren Internet- und Telekomgeschäftsmodellen.
Teil 2: Eher hart kalkulierend als verträumt