Seit einiger Zeit muss man an vielen Stellen im Internet Buchstaben-Kombinationen eingeben - zur Sicherheit. Doch jetzt gibt es flashanimierte Bilder, die das besser können. Für die Werbung ist das Verfahren ebenfalls gut nutzbar.
Als die Einladung von Intel kam, musste Jan Philipp Hinrichs nicht zweimal überlegen. Der IT-Konzern veranstaltete im November eine viertägige Konferenz in Kalifornien. Da gibt's vieles, was das Leben angenehm macht. Gutes Essen, ein Golfturnier als Auftakt und Temperaturen um die 23 Grad.
Nett, aber für Hinrichs nicht das Entscheidende. Er flog, um in den USA Kontakte knüpfen. Zu Publishern, die Webseiten betreiben. Zu Mediaagenturen, die Werbebudgets großer Firmen verteilen. Und zu Leuten, die Geld investieren könnten - in sein Unternehmen Captcha-Ad .
Ein Jahr zuvor war Hinrichs schon einmal in den USA, zu einem Gründerwettbewerb. Damals erhielten er und seine Mitgründer Thomas Zumtobel und Michael Keferstein den zweiten Platz für ihr Produkt, die Captcha-Ads.
Die können als Werbung dort eingesetzt werden, wo bislang Werbevideos oder Pop-ups aufspringen. Und als Spamschutz dort, wo bislang Captchas stehen, verzerrte Buchstaben- oder Zahlenkombinationen, die Nutzer eintippen müssen, um sich zu registrieren oder etwas herunterzuladen. Überall dort sollen Captcha-Ads stehen - Videos, in denen Fragen aufpoppen, etwa: Welches Auto ist in diesem Film zu sehen? Durch Eintippen der richtigen Antwort hält der Nutzer das Video an.
| AUSGABEN, EINNAHMEN, KAPITAL, SCHULDENSTAND |
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| Hier steht die Bilanz von Captcha-Ad für August bis Oktober 2010 |
An der Idee von Captcha-Ad hat sich ein Jahr später nichts geändert. Aber heute habe er einiges mehr vorzuweisen, sagt Hinrichs: "Jetzt haben wir ein richtiges Produkt."
Eigentlich dachten sie vor einem Jahr, dass sie ein Produkt hätten. Da schalteten erste Kunden Captcha-Ads, unter anderem bewarb der Filmkonzern Universal Pictures damit den DVD-Verkaufsstart von Filmen wie "Gladiator" und "Brüno". Ende 2009 nehmen die Gründer so zwischen 3000 und 15.000 Euro monatlich ein. "Wir dachten: Alles läuft super", sagt Zumtobel, "aber wir hatten völlig unterschätzt, wie kompliziert der Werbemarkt ist."
Viele Mediaagenturen sind skeptisch. Werbemanager brauchen Zahlen. Zahlen, die belegen, wie lang Nutzer brauchen, um das Lösungswort einzutippen, wie viele der Nutzer anschließend den Link zum beworbenen Produkt klicken und wie viele das Produkt tatsächlich kaufen.
Die Gründer können das messen. Aber darauf vertrauen? "Im Werbemarkt herrscht große Unsicherheit, wenn es um Zahlen geht", sagt Zumtobel. Also bastelt Captcha-Ad eine Software für die unterschiedlichen Ad-Server, die die Agenturen benutzen, mit denen sie selbst die Wirksamkeit ihrer Werbung messen können. "Wir wussten: Solange wir das nicht fertig haben, brauchen wir bei den Großen in der Branche gar nicht erst fragen", sagt Hinrichs.
Weil sie in dieser Zeit kaum Umsätze machen, müssen die Gründer Geldgeber suchen. Immerhin, die sind leichter zu überzeugen als die Werbemanager: Im Mai beteiligt sich ein Investor mit mehreren Hunderttausend Euro. Damit schaffen sie es, die Software zu entwickeln. Gerade rechtzeitig zu dem, was Zumtobel den "Big Bang" nennt: die Dmexco, einer Messe für digitales Marketing.
Dort können sie endlich ein marktreifes Produkt vorzeigen. Und sie haben etwas, um Besucher an ihren Stand locken: den "Captcha-Battle". Ein Onlinespiel, bei dem die Kombattanten abwechselnd Captchas und Captcha-Ads ausfüllen. Das dient gleichzeitig der Marktforschung. Denn nach zwei Tagen Messe und 200 Spielteilnehmern haben die Gründer den Beweis: Um ein Captcha-Ad zu lösen, braucht man im Schnitt 40 Prozent weniger Zeit als für ein Captcha. "Das ist ein Vorteil für die Nutzer", sagt Hinrichs.
Es ist auch ein Vorteil für die Werbetreibenden - sagt Hinrichs. Weil Werbung, die schneller vorbeigeht, weniger nervt. Und weil sich der Nutzer ein Produkt besser einprägt, wenn er eine Frage dazu beantwortet. Seine Gesprächspartner sahen das nicht gleich ein. "Viele meinten, je länger der Nutzer einem Film ansieht, desto höher ist der Werbeeffekt", sagt er, "aber langsam begreifen sie es."
Auch weil er es inzwischen mit Zahlen belegen kann. Acht Wochen liefen gleichzeitig Werbevideos und Captcha-Ads auf dem sozialen Netzwerk Lokalisten, sagt er: "Bei den Captcha-Ads klickten wesentlich mehr Nutzer weiter zu dem Produkt."
Seit der Messe gibt es für die Gründer mehr zu tun als je zuvor. Sie planen auf mehreren großen Webseiten Testläufe. Sie sprechen mit Mediaagenturen über Captcha-Ad-Kampagnen. Und sie verhandeln mit Konzernen über ein Lizenzmodell für ihre Technik. In ihren Köpfen hämmert es: Vertrieb, Vertrieb, Vertrieb.
So lange, bis es einem zu viel wird. Im Oktober gibt Michael Keferstein seinen Posten als Geschäftsführer auf. "Michael hat festgestellt, dass es ihm mehr liegt, neue Ideen zu entwickeln, als sie umzusetzen", sagt Hinrichs. Darum geht er an einen Ort, wo man besser Ideen entwickeln kann: an die Uni. Dort will er über neue Internetprojekte promovieren.
Währenddessen muss Hinrichs die Personallücke beim real existierenden Internetprojekt Captcha-Ad stopfen. Einen Vertriebsmitarbeiter hat er im Oktober eingestellt. Bis Januar sollen zwei weitere hinzukommen. Er will sich dann um etwas anderes kümmern: Geld.
Bis Mitte 2011 will er amerikanische Investoren auftreiben- und in den USA starten. "Das ist der wichtigste Markt für uns", sagt Hinrichs.
Tatsächlich traf er auf der Intel-Konferenz einige Venture-Capital-Geber. Die mochten sein Produkt. "Sie sagten auch: Wenn ihr Erfolg haben wollt, müsst ihr euren Firmensitz in die USA verlegen", sagt Hinrichs: "Dazu wären wir bereit." Am ehesten käme Kalifornien infrage. Weil da das Mekka der Internetbranche liegt. Und die Temperaturen dort sind ja auch ganz angenehm.
| enable2start - Die neue Staffel |
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| Mit dieser Reportage endet die regelmäßige Berichterstattung über Captcha-Ad, Abotic, Silbertool, Yolk und Latherm. Ein Buch, in dem alle Quartalsreportagen zusammengefasst sind, wird im Frühjahr 2011 erscheinen. |
| Ab dem 10. Januar erscheinen an dieser Stelle Kurzporträts über die zwölf Finalisten der nächsten enable2start-Staffel, aus denen am 18. Januar fünf neue Teams gekürt werden. |
Es läuft. Besser gesagt: Sie läuft. Die Technik, nämlich.
Lange hatten die Macher von Captcha-Ad daran gebastelt, dass ihre Captcha-Ads funktionieren. Grundsätzlich war das zwar schon vor mehr als einem Jahr so. Doch lange Zeit konnten nur die Gründer um Jan Philipp Hinrichs die entscheidenden Zahlen für die Werbeindustrie nachvollziehen: Wie viele Menschen haben die Filme angeklickt? Wie schnell haben sie die Videos gestoppt? Wie viele bestellten anschließend das beworbene Produkt?
All diese Daten wollten die Mediaagenturen, die Werbung schalteten, selbst über ihre Ad-Server überprüfen können. In Echtzeit. "Ein Produkt ist eben erst dann marktreif, wenn es so ist, wie der Markt es haben will", sagt Hinrichs Mitgründer Thomas Zumtobel. Zur Digital-Messe Dmexco im September hatten sie die Technik soweit. Theoretisch.
Erst der Praxistest zeigt, dass sie ihre Versprechungen halten können. Wochenlang lief die überarbeitete Software auf Netzwerken wie Lokalisten . Die allerdings schalteten maximal eine Million Captcha-Ads pro Monat. Seit einer Woche aber laufen die Werbevideos testweise auch auf der Webseite Stayblue. Dort könnten bis zu zehn Millionen Captcha-Ads im Monat geschaltet werden, schätzen die Gründer. Und dort läuft die Technik erstmals über mehrere Server, auch virtuelle in einer Cloud. "Und es funktioniert wunderbar", lautet Zumtobels Fazit nach einer Woche: "Das ist ein Quantensprung."
Besser hätte das Timing nicht sein können, findet Hinrichs. Denn in zwei Wochen hat er einen wichtigen Termin. Denn einer der Investoren, die er auf dem Intel Capital CEO Summit in den USA kennenlernte, ist in zwei Wochen in Deutschland und will Hinrichs in Berlin treffen.
Es ist warm in Kalifornien. Um die 25 Grad, schätzt Jan Philipp Hinrichs. Aber das ist nicht der Grund dafür, dass er beim Intel Capital CEO Summit ein T-Shirt zum Sakko trug und keinen Anzug – wie sonst praktisch alle anderen Teilnehmer. "So fiel ich auf", sagt Hinrichs. Noch mehr als schon durch das grüne Namensschild, das ihn als "Special Guest" auswies. Das erhielten nur Gäste, die nicht beim Gastgeber Intel arbeiten oder bei einem Unternehmen, das von dessen Investment-Gruppe Intel Capital finanziert wird. Und - klar - das T-Shirt zierte ein Captcha-Ad -Logo.
Auch als Hinrichs im Bereich "Consumer" sein Unternehmen Captcha-Ad in einer Minute und 45 Sekunden vor rund 300 Zuschauern präsentierte, war er der einzige von 50 Mitbewerbern, der nicht zu einem solchen "Portfolio-Unternehmen" gehörte. Ob er dadurch mehr auffiel? Jedenfalls wählten die Teilnehmer ihn zum besten Präsentierenden – glaubt Hinrichs. "Als es verkündet wurde, war ich bei einem Workshop." Er lacht: "Ich glaube aber, dass es stimmt."
Einen Preis gibt es dafür nicht. Aber eben Aufmerksamkeit. "Es kamen anschließend sehr viele Teilnehmer auf mich zu", sagt Hinrichs. Darunter auch amerikanische Investoren. Die bestätigten Hinrichs in seiner Einschätzung des amerikanischen Marktes. "Hier ist man einfach viel offener gegenüber neuen Werbeformen." Mindestens zwei Gesprächspartnern wird Hinrichs Detailinformationen über Captcha-Ad zukommen lassen.
Aber sie bestätigten ihn noch in einem zweiten Punkt: "Wenn ihr hier Erfolg haben wollt", sagten die Investoren, "dann müsst Ihre eure Firmenzentrale in die USA verlegen."
Auch ein Vertreter eines brasilianischen Internet-Marktplatzes sprach ihn an. Der könnte Verbindungen zu Netzseiten in seinem Land herstellen, auf denen Platz für Captcha-Ads wäre. "Der hat eine Reichweite von 20 bis 30 Millionen Nutzern", schwärmt Hinrichs. Ganz zu schweigen von dem Gelbe-Seiten-Dienst aus Zentralamerika.
Wie zur Bestätigung sagte einer der Teilnehmer einer Podiumsdiskussion, die Hinrichs am gleichen Abend besuchte, folgenden Satz: "It’s a golden era for Online-Advertising." Hat er es doch gewusst.
Jan Philipp Hinrichs kann schnell sprechen. Aber 1 Minute und 45 Sekunden sind auch für ihn nicht sehr lang. Und mehr Zeit hat er nicht, um in dieser Woche auf dem Intel Capital CEO Summit sein Unternehmen Captcha-Ad vorzustellen. Obendrein gab es eine Auflage: Nicht mehr als eine Power-Point-Folie.
Auf der wird Hinrichs ein klassisches Captcha zeigen, eine Kombination aus verzerrten Buchstaben und Zahlen. Dann will er ein Standbild von einem Captcha-Ad zeigen, einem Werbevideo, das man mit dem Beantworten auf eine Frage anhalten kann. Das soll potenzielle Investoren im Publikum überzeugen.
In Deutschland konnte er bereits einige werbetreibende Unternehmen davon überzeugen. Damit die aber wirklich Kampagnen schalten, arbeitet Hinrichs gleichzeitig an einem weiteren Punkt: Channels. Statt einzelner Seiten bietet er Unternehmen inzwischen Pakete mehrerer Webseiten an, die die gleichen Zielgruppen ansprechen. Zielgruppen, von denen sie sich hohe Umsätze versprechen.
Weil es an diesen Channels noch fehlt, lagen die Einnahmen von Captcha-Ad im vergangenen Quartal erneut bei nur einigen tausend Euro (mehr Einzelheiten dazu am 2. Dezember in der vierten und letzten Quartalsreportage von Captcha-Ad). Zum Vergleich: von November 2009 bis Januar 2010 lagen die Einnahmen bereits bei rund 26.000 Euro.
Einige der Firmen klar, die damals buchten, macht klar: Wenn Captcha-Ad sie erneut für größere Kampagnen gewinnen wolle, müsse das Start-up mehr Webseiten anbieten können, mit denen die Unternehmen ihre Zielgruppen erreichen könnten.
Inzwischen kann Hinrichs diese Ansprüche zum Teil erfüllen. Einen IT- und Entertainment-Channel hat Captcha-Ad bereits. Ein Sportkanal ist im Aufbau, später sollen Sport und Telekommunikation folgen. In den kommenden Monaten, davon ist er überzeugt, werden die Einnahmen darum deutlich steigen. Und bald darauf könnte Captcha-Ad schon in den USA starten. Falls er die amerikanischen Investoren überzeugen kann. Einige von denen haben hoffentlich mehr Zeit als 1 Minute und 45 Sekunden.
Amerika, du hast es besser. In Deutschland starten Konferenzen in der Regel mit einem gemeinsamen Kaffeetrinken. Und der Intel Capital CEO Summit , der nächste Woche im kalifornischen Long Beach beginnt? Mit einem Golfturnier.
"Leider werde ich wohl nicht die Zeit finden, da mitzumachen", sagt Jan Philipp Hinrichs. Denn der Captcha-Ad -Gründer ist zwar eingeladen, aber wird seine Zeit darauf verwenden, möglichst viele Kontakte zu knüpfen. Bei dem Intel-Summit, aber auch beim Gründerwettbewerb UC Berkeley Technology Entrepreneurship Challenge, der unmittelbar danach in der Nähe von San Francisco stattfindet. Dort belegte Captcha-Ad vergangenes Jahr den zweiten Platz. In diesem Jahr ist Hinrichs als Gast eingeladen - unmittelbar
Auf beiden Events sind die Leute, die Hinrichs interessieren: mögliche Investoren, Webseiten-Betreiber, Vermarkter. Sie alle können hilfreich sein, wenn Captcha-Ad in den USA startet. Und bis dahin soll es nicht mehr lang dauern.
"Die USA sind der wichtigste Markt in unserem Bereich", sagt Hinrichs. Im Laufe des ersten Halbjahres 2011 will Captcha-Ad dort eine Investorenrunde starten. "Vielleicht würden wir auch unseren Hauptsitz dorthin verlegen", sagt er. Und er, Hinrichs, würde auch dorthin ziehen? "Das schließe ich nicht aus."
Und dann käme Hinrichs vielleicht doch noch zum Golfspielen - rein geschäftlich, versteht sich. Ein- zweimal hat Hinrichs auch schon Golf gespielt. Und obendrein war er jahrelang ein guter Hockeyspieler, sagt er: "Das ist ja ziemlich ähnlich."
Michael hat festgestellt, dass es ihm mehr liegt, Ideen zu entwickeln, als diese dann umzusetzen. Weil Captcha-Ad derzeit stark auf den Vertrieb konzentriert ist, zieht es ihn daher zurück an die Hochschule. Dort will er sich im Rahmen einer Dissertation auf die Erforschung und Entwicklung neuer Internetprojekte konzentrieren. Er bleibt dem Unternehmen und dem Team aber weiterhin eng verbunden.
Michael Keferstein tritt zwar von der Geschäftsführung zurück, bleibt allerdings teilhabender Gesellschafter. Thomas Zumtobel und ich leiten das Unternehmen zukünftig allein. Das klappt wirklich super. Man kann uns definitiv als Dream-Team bezeichnen. Wir haben nur wenig Bereiche, die sich überlappen, so dass jeder schnell und recht autark entscheiden kann. Und gerade auch die Erfahrung von Thomas in der Unternehmensführung hilft enorm. Er hat beispielsweise auch die agile Managementmethode eingeführt. Wenn solche Instrumente früh etabliert werden, werden diese zu Selbstverständlichkeiten. Über einen weiteren Geschäftsführer denken wir darum derzeit nicht nach.
Die Nachbearbeitung der vielen guten Kontakte, die wir auf der Dmexco Mitte September machen konnten. Dadurch konnten wir sehr interessante neue Kooperationspartner gewinnen und sind bereits dabei, erste Testläufe durchzuführen. Wir arbeiten parallel an einem Lizenzmodell, um unsere Captcha-Ads zeitnah auch in anderen Ländern mit passenden Partnern vor Ort in den Markt zu bringen. Anfragen haben wir unter anderem aus der Schweiz.
Ein weiteres Thema sind zwei Projekte, die in diesem Semester an der Hochschule Fresenius in Köln gestartet sind. In einem Projekt forschen Studenten über die Werbewirkung von Captcha-Ads und vergleichen unsere Werbeform mit anderen Online-Werbeformen. Im zweiten Projekt werden Strategien und relevante Zielgruppen für Captcha-Ad-Kampagnen erarbeitet.
Außerdem stand die Personalsuche weiter im Vordergrund, wir planen im November weitere vertriebsstarke Mitarbeiter einzustellen.
Weitere Kooperationspartner gewinnen und unser Lizenzmodell umsetzen. Dafür brauchen wir auch zusätzliche Verstärkung im Vertrieb.
Zudem werde ich Mitte November für eine Woche auf dem Intel Capital CEO Summit in Kalifornien sein, dort Captcha-Ad einem exklusivem Kreis vorstellen und versuchen, weitere gute Kontakte in den USA zu knüpfen. Gerade der US-Markt ist künftig für uns sehr interessant.
Die Fragen beantwortete Captcha-Ad-Geschäftsführer Jan Philipp Hinrichs
Mit der Wissenschaft ist es nun endgültig vorbei im Leben von Jan Philipp Hinrichs. Anfang dieser Woche erhielt der Captcha-Ad-Gründer die Noten für seine MBA-Thesis im Masterstudiengang "Innovation and Business Creation" .
Die hatte ihm monatelang schlaflose Nächte bereitet, vor allem zwischen März und Mai: In dieser Zeit versuchte Hinrichs, eine Finanzierung für das Startup auf die Beine zu stellen. Für die Studienarbeit blieben nur die Nächte. "Ich hatte eigentlich Spaß an dem Thema, schließlich ging es ja um digtiale Werbeformen", sagt Hinrichs, "aber die Doppelbelastung war schon sehr hart."
Entsprechend nüchtern waren seine Erwartungen, als er Ende Mai die Arbeit abgab. "Ich will nur bestehen", sagt er damals. Fehleinschätzung oder Koketterie - das Ergebnis sieht anders aus: Hinrichs hat für die Arbeit eine 1,3 erhalten (ausgehend von eins als bester Note).Für die endgültige Zensur werden noch Studienarbeiten und Klausuren mit eingerechnet. "Ich bin mir nicht ganz sicher über den Verrechnungsschlüssel", sagt Hinrichs zufrieden lächelnd, "aber es könnte am Ende eine Eins stehen bleiben."
Ganz vorbei ist es dann aber doch nicht mit der Wissenschaft. Vergangenen Freitag war Hinrichs mit seinem Mitgründer Thomas Zumtobel an der Kölner Hochschule Fresenius. Aber diesmal, um andere für sich arbeiten zu lassen. In zwei Projekten werden Studenten sich mit Captcha-Ad beschäftigen. In einem Projekt analysieren mehrere Gruppen jeweils eine mögliche Zielgruppen der Werbeform.
Die Teilnehmer des zweiten Projekts wollen herausfinden, wie effektiv Captcha-Ads im Vergleich zu anderen Werbeformen sind, sprich: Kann sich ein User, der ein Captcha-Ad gesehen hat, besser an das beworbene Produkt erinnern, als einer, der beispielsweise ein Werbevideo, ein Banner oder ein Pop-up gesehen hat?
Hinrichs ist sich sicher, dass die Antwort auf diese Frage lautet: Auf jeden Fall. Schließlich muss der User eines Captcha-Ads den Namen eines Produkts oder einer Marke eintippen, um einen Werbefilm zu stoppen - mit dem Vorteil, dass er durch die Eingabe den Film innerhalb weniger Sekunden stoppen kann.
Das sei effektiver als Werbevideos, die die User bis zu Ende schauen müssen. "Für viele in der Werbebranche galt aber: je länger der Spot angeschaut wird, je besser", sagt Hinrichs: "aber nach und nach überzeugen wir alle von unserem Konzept." Und bald hat er dafür vielleicht nicht nur gefühlte Argumente, sondern Studienergebnisse. Richtig wissenschaftlich.
So hat sich Jan Philipp Hinrichs selten aufs Kofferpacken gefreut. In zwei Wochen fliegt der Gründer von Captcha-Ad in die USA. Vor wenigen Tagen kam eine Einladung. "Von Intel", sagt Hinrichs fast ein wenig ehrfürchtig. Intel, der Chipgigant, der Weltkonzern. Zum Intel Capital CEO Summit in Long Beach bei Los Angeles kommen die Chefs von allen Unternehmen, in die Intel investiert hat. Es kommen Politiker. Es kommen natürlich wichtige Leute von Intel selbst... und Captcha-Ad.
Wie es dazu kam? Captcha-Ad belegte 2009 bei einem Gründerwettbewerb, den Intel mitorganisiert, den zweiten Platz. Auf der Global Entrepreneurship Competition in Barcelona traf Hinrichs einen Intel-Mann wieder, den er dort kennen gelernt hatte. Der lud ihn jetzt ein.
"Viele wichtige Kontakte" verspricht sich Hinrichs von der Veranstaltung. Vor allem zu potenziellen Investoren. Denn im nächsten Jahr will Captcha-Ad eine zweite Finanzierungsrunde starten. Das Geld würde das Start-up unter anderem dafür einsetzen, ins Ausland zu gehen - vor allem in die USA. Da wäre es doch nicht schlecht, wenn die Investoren selbst aus den USA kämen, meint Hinrichs. Noch sei es zwar zu früh für konkrete Pläne, meint Hinrichs. Er lacht: "Aber wenn mir auf der Veranstaltung jemand sagt, er will uns finanzieren, würde ich natürlich nicht Nein sagen."
Und schon wieder ist Jan Philipp Hinrichs unterwegs. Zwei Wochen nach der Messe Dmexco besucht der Captcha-Ad-Gründer das Munich Startup Event. Zum einen aus sentimentalen Gründen - im vergangenen Jahr wurde Captcha-Ad bei dem Event (das damals noch Techcrunch Europe Event hieß), zum zweitbesten Start-up der Internet- und Mobile-Branche gekürt. Zudem will Hinrichs in München Kontakte knüpfen. Zu Publishern, deren Portale Platz für den Einsatz von Captcha-Ads bieten. Und zu Vermarktern, die Werbekampagnen mit Captcha-Ads schalten wollen.
Auch auf der Dmexco lernte das Captcha-Ad-Team solche Unternehmen kennen. Mit knapp 20 davon verhandelt das Start-up derzeit bereits über erste Testläufe, in probeweise Werbung in Form von Captcha-Ads geschaltet wird. Darunter ist auch ein Unternehmen aus der Schweiz. Dabei rede man auch über unterschiedliche Geschäftsmodelle, sagt Hinrichs. Statt pro Klick bezahlt zu werden, könnte Captcha-Ad beispielsweise seine Technologie in Lizenz zur Verfügung stellen.
"Der Vertrieb ist zurzeit das Wichtigste für Captcha-Ad", sagt Hinrichs. Neben der IT, um die sich vorrangig Mitgründer Thomas Zumtobel kümmert. Seit kurzem müssen sich die beiden aber allein um den Vertrieb kümmern. Mitgründer Michael Keferstein ist Anfang Oktober aus dem operativen Geschäft ausgestiegen. Er hätte sich eine größere Vielfalt an Aufgaben gewünscht, sagt Hinrichs, beispielsweise, weitere Geschäftsideen zu entwickeln: "Das Thema Vertrieb ist einfach nicht zu 100 Prozent das, wo er sich sieht."
Gut, dass wenigstens der erste Praktikant von Captcha-Ad, Andreas Pfeiffer, inzwischen eingearbeitet ist. "Der geht vieles schon eigenständig an", sagt Hinrichs, der darum überlegt, langfristig Pfeiffer fest anzustellen.
Aber auf Dauer braucht Captcha-Ad mehr Leute. Darum verhandelt Hinrichs derzeit parallel noch mit einem erfahrenen Vertriebler aus der Online-Branche. Wenn es klappt, könnte der schon in den kommenden Wochen das Team von Captcha-Ad ergänzen. Zu tun gibt's genug.
Das waren die Vorbereitungen auf die Dmexco, eine der größten Onlinemarketingmessen. Es hat aber alles gut geklappt. Vor allem ist der Relaunch unserer Webseite mit neuem Logo und Design pünktlich zur Messe gestartet. Und auch sonst ist alles rechtzeitig fertig geworden, unsere Flyer, die knallroten T-Shirts mit dem Captcha-Ad-Logo, das gebrandete Captcha-Ad-Bier und eben unser Onlinespiel CaptchaBattle. Dieser computer-simulierte Boxkampf zwischen unseren Captcha-Ads und den herkömmlichen Recaptchas ist super angekommen. Die Messebesucher an unserem Stand konnten dabei sehen, wie ein Captcha-Ad funktioniert, was für Vorteile es bietet und gleichzeitig beim Spielen eine kleine Auszeit vom Messetrubel nehmen.
Die Captcha-Battles laufen auch über die Messe hinaus weiter. Man kann auf unserer Webseite gerade beim zweiten Battle mitmachen. Die Spieler lösen abwechselnd beide Captcha-Varianten. Die ersten, vorläufigen Auswertungen zeigen im Vergleich, dass unsere Captcha-Ads um 30 bis 40 Prozent schneller zu lösen sind. Wir werten aber weiter aus. Neben dem CaptchaBattle läuft derzeit an der Hochschule Fresenius im aktuellen Semester ein Projekt, um die Werbewirkung von CaptchaAds genauer zu untersuchen. Dort liegen aber natürlich noch keine Ergebnisse vor.
Dass wir mit den Lokalisten jetzt eines der größten sozialen Netzwerke Deutschlands zu unseren Kooperationen zählen können. Es kam sehr positives Feedback über den ersten Test, den wir auf der Webseite lokalisten.de laufen ließen. Jetzt sollen auf lokalisten.de nach und nach die herkömmlichen Recaptchas durch unsere Captcha-Ads ersetzt werden - an Stellen, an denen zum Beispiel sichergestellt werden soll, dass tatsächlich ein Mensch einen Foreneintrag schreibt und kein Programm Botschaften verbreitet. Beide Parteien arbeiten zur Zeit mit Hochdruck daran, den Nutzern eine Lösung zu bieten, die maximal benutzerfreundlich ist.
Wir hatten sehr viele gute Termine auf der Dmexco, die wir jetzt nachbereiten. Wir konnten auf der Messe mit einigen großen Kooperationspartnern konkrete Testcases und weitere Schritte definieren, die jetzt umgesetzt werden. Außerdem laufen auch bereits weitere Piloten unseres Produktes auf Plattformen wie electronicscout24, produkt.de und kosmetik.de.
Wir werden in den nächsten Wochen zwei neue Mitarbeiter anstellen, die unser Team beim Vertrieb verstärken werden.
Die Fragen beantwortete Captcha-Ad-Geschäftsführer Jan Philipp Hinrichs
Ein erster Test mit Captcha-Ads auf der Webseite des sozialen Netzwerks lokalisten.de lief erfolgreich - jetzt sollen nach und nach die herkömmlichen Recaptchas auf der Seite durch die neuartigen Spamschutz-Videos ersetzt werden.
"Für uns ist es ein großer Erfolg, dass wir mit lokalisten.de eines der größten sozialen Netzwerke Deutschlands im Portfolio haben", sagt Jan Philipp Hinrichs. Die Lokalistenzählen 3,6 Millionen Mitglieder, die in Zukunft von Captcha-Ads gegen Spam und Datenmissbrauch geschützt werden.
Die Spamschutz-Videos werden zum Beispiel eingesetzt, wenn der Nutzer Freunde hinzufügt oder einen Foreneintrag anfertigt - damit sichergestellt ist, dass tatsächlich ein Mensch den Beitrag schreibt und kein Programm Botschaften verbreitet.
"Wir haben eine Win-Win-Win-Situation," sagt Hinrichs zufrieden. Die Webseitenbetreiber haben den Vorteil, dass Captcha-Ads sicherer sind als Recaptchas, deren verzerrte Buchstabenfolgen mittlerweile durch Scan-Programme erkannt werden können.
"Wir stellen dagegen Fragen zu einem Bewegtbild, das ist für die Programme schwerer zu erkennen," erklärt Hinrichs. Außerdem können die Webseitenbetreiber mit dem Spamschutz gleichzeitig auch noch Geld verdienen.
Die Nutzer haben den Vorteil, dass Captcha-Ads einfacher und schneller zu lösen sind. "Außerdem kann man mit den Videos Geschichten erzählen," sagt Hinrichs. "Die Auflösung kann dem Nutzer also sogar Spaß machen." Und die Werbeindustrie erreicht treffsicher eine Zielgruppe, die die Werbevideos nicht nur einfach betrachten, sondern sich beim Lösen der Frage auch damit beschäftigen.
Alle sind zufrieden - und für Captcha-Ad läuft es gut. So gut, dass Hinrichs in den nächsten Wochen zwei neue Mitarbeiter anstellen kann. "Der Vertrieb ist neben der IT für uns extrem wichtig. Da wollen wir ein starkes Team aufbauen."
Verstärkung ist auch nötig, weil sich Michael Keferstein demnächst aus dem operativen Geschäfts zurückziehen will. Der Ökonom denkt darüber nach, während des Sabbaticals eine Doktorarbeit in Angriff zu nehmen. "Michael Keferstein bleibt aber weiterhin Gesellschafter von Captcha-Ad und wir werden wie immer häufig im Kontakt sein," sagt Hinrichs. Aus dem Captcha-Ad-Trio wird also zunächst einmal ein Duo aus Hinrichs und Thomas Zumtobel.
Die Stimmung auf der Dmexco war gut. "In den Kundengesprächen bemerkt man die Aufbruchstimmung in der Branche", sagt Jan Philipp Hinrichs.
Das Team von Captcha-Ad ist sehr zufrieden mit seinen zwei Tagen auf der größten Digitalmarketingmesse Europas, die mit 16.000 Besuchern noch deutlich mehr Zulauf verzeichnete als voriges Jahr.
"Für uns hat es sich gelohnt, mit einem Stand dort vertreten zu sein," sagt Hinrichs. Ihr Captcha-Battle kam bei den Besuchern und Kunden sehr gut an. In diesem Onlinespiel geht es um die Frage, was schneller zu lösen ist: ein herkömmliches Recaptcha - also eine verzerrte Buchstabenfolge - oder ein Captcha-Ad, das eine Frage zu einem gleichzeitig ablaufenden Werbefilm stellt.
"Etwa 100 bis 200 Leute haben das Captcha-Battle allein auf der Messe gespielt." Auch die Kunden, die am Captcha-Ad-Messestand Termine hatten, konnten so gleich ausprobieren, wie ein Captcha-Ad funktioniert. "Der häufigste Kommentar war: Mensch, geht das einfach," erzählt Hinrichs.
Und auch die bisherigen Auswertungen der Spielergebnisse zeigen, dass die Spieler ein Captcha-Ad um 30 bis 40 Prozent schneller lösen können. "Aber wir werten weiter aus," sagt Hinrichs. Schließlich läuft das Spiel auch nach der Messe weiter. Zu gewinnen gibt es immer noch zwei Playstations 3. Die erste überreichte Hinrichs in Köln bereits an den Gewinner des ersten Wettkampfes.
Auch nach der Messe gibt es viel zu tun. "Wir waren mit sechs Leuten am Messestand vertreten. Entsprechend viele Kundengespräche gibt es nun nachzubearbeiten," sagt Hinrichs. Gespräche mit großen Onlinevermarktern, internen Vermarktern von Verlagshäusern, großen Webseiten - und viele erfreulich konkret.
"Viele möchten technische Informationen von uns bekommen." An diesen Stellen wird nun weitergearbeitet, bis sich Testcases oder Kooperationen ergeben. Sogar eine Anfrage aus der Schweiz war dabei, die eine erste Kooperation in dem Land anbahnen könnte. Alles in allem - eine erfolgreiche Woche für Captcha-Ad.
Es war eine etwas längere Nacht für die Captcha-Ad-Mannschaft. Ein Team baute den Messestand auf. Das andere blieb im Büro des Startups und verpasste einigen Projekten noch den letzten Schliff.
Schließlich sollte sich Captcha-Ad am nächsten Tag in Köln auf der Dmexco, der größten Digitalmesse Europas, perfekt präsentieren. "Alle sind hier: die großen Mediaagenturen, Onlinevermarkter, Verlagshäuser und natürlich die Branchenstars wie Google und Myspace", sagt Gründer Jan Philipp Hinrichs. 360 Firmen aus der Welt des digitalen Marketings stellen in Köln aus, 15.000 Besucher werden erwartet.
Größere Probleme gab es am Abend zuvor aber nicht mehr. Alles ist rechtzeitig zum Messestart fertig geworden: der Relaunch der Homepage, das neue Logo, die Visitenkarten, Flyer, Give-Aways und das Onlinespiel Captcha-Battle. "Am Abend davor war nur noch ein bisschen Feintuning bei der Homepage und dem Captcha-Battle nötig," sagt Hinrichs.
Denn pünktlich zum Messestart präsentiert sich das junge Unternehmen mit einem neuen Webauftritt. Beide Zielgruppen von Captcha-Ad finden sich auf der Homepage nun in zwei prominenten Rubriken unter den Überschriften "Advertiser" oder "Publisher" wieder. "Aus der Startup-Webseite, die ja schon etwas älter war, ist jetzt eine Firmenhomepage geworden," sagt Hinrichs.
Auch das Captcha-Ad-Logo wurde aufgefrischt. Es prangt auf den Messe-Flyern, den neuen Visitenkarten und den knallroten T-Shirts, die das gesamte Team am Messestand trägt: Vorne das Logo, hinten die Rückennummer und der Name. "Auf den letzten Messen haben wir festgestellt, dass diese T-Shirt-Aktion den Leuten wirklich auffällt und sie sich daran erinnern", sagt Hinrichs.
Erinnern werden sich die Messebesucher auch an das Captcha-Ad-Bier. "Von der Firma IDBeer haben wir 200 Flaschen geordert, mit unserem Logo auf einem selbst gestalteten Etikett", sagt Hinrichs. IDBeer funktioniert nach demselben Prinzip wie mymuesli - nur eben mit Pils oder Hellem. Die Gründer sind gespannt, wie dieses Give-Away ankommt. "Das werden wir auch nach der Messe noch einsetzen können," vermutet Hinrichs.
Pünktlich zur Dmexco startet außerdem das Onlinespiel Captcha-Battle, das man an den Bildschirmen am Messestand spielen kann oder zuhause am Bildschirm.
Und Gewinnen lohnt sich: "Die besten drei Spieler bekommen von uns jeder eine Playstation 3 als Gewinn", sagt Hinrichs. Das Spielziel ist einfach: Was geht schneller - ein normales Captcha auflösen, also eine verzerrte Buchstabenfolge entziffern, oder im Captcha-Ad-Video die Antwort auf eine Frage eintippen?
Neben dem Spaß für die Nutzer bringt das Spiel wichtige Erkenntnisse für Captcha-Ad. Denn die Gründer registrieren, wie lange die Spieler brauchen - und hoffen natürlich, dass Captcha-Ads den Geschwindigkeits-Wettkampf gewinnen. Damit kann man bei zukünftigen Geschäftspartnern punkten.
Mit Extra-Flyern und einem Videoclip zum Spiel machen die Gründer kräftig Werbung für ihren digitalen Boxkampf. "Wir werden sicher auch ein paar Flyer an den Google-Stand bringen, der ist nur 20 Meter entfernt," sagt Hinrichs vergnügt. Schließlich gehört der Konkurrent und "Boxgegner" ReCaptcha zum Googlekonzern.
Dem Spieltrieb der Messebesucher kommen die Gründer noch mit einem zweiten Gimmick entgegen. Captcha-Ad teilt sich seinen Messestand, den Kaffee und die Leuchtwand mit zwei weiteren jungen Firmen: dem Content-Marktplatz Contilla und dem Games-Dienstleister Zone 2 Online.
Daraus kann man doch was machen, dachten sich die Programmierer von Zone 2 Online. "Sie haben extra für unseren Messestand ein Racinggame entwickelt, in dem die Messebesucher mit drei Geländewagen gegeneinander antreten können. Jedes Auto trägt das Logo von einer unserer drei Firmen," sagt Hinrichs.
Für den Spaß der Besucher ist also gesorgt. Für die Gründer aber stehen in den zwei Tagen auf der Messe unzählige Termine an. Kooperationen sollen angebahnt werden. "Wir wollen über Vermarkter unsere Reichweite steigern und mehr Content hereinbekommen über Mediaagenturen."
Kontakte knüpfen ist ein Ziel, das andere ist der Austausch mit den Branchenvertretern. "Wir wollen in Gesprächen zum Beispiel erfahren, welche spezielle Sicht etwa ein Webseitenbetreiber auf Captcha-Ads hat." Die Dmexco ist schließlich die beste Gelegenheit, neue Ideen für Captcha-Ad zu entdecken oder feststellen, wo Verbesserungspotential besteht.