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Ergobag - Das Kölner Startup will mit ergonomischen Rucksäcken den Schultaschenmarkt aufmischen. FTD.de berichtet wöchentlich über den Sieger des Gründerwettbewerbs enable2start.

Merken   Drucken   14.11.2012, 17:06 Schriftgröße: AAA

Ergobag: Das Imperium schlägt zurück

Der Kölner Rucksackhersteller Ergobag bekommt mächtige Konkurrenz: Die Marktführer haben die Nische für ergonomische Schultaschen entdeckt.
von Alexander Bartl
Florian Michajlezko (l.) und Sven-Oliver Pink, Gründer des ...   Florian Michajlezko (l.) und Sven-Oliver Pink, Gründer des Schulrucksackherstellers Ergobag

Das 3. Quartal 2012 im Überblick*
Einnahmen: 1.611.293 Euro
Ausgaben: 2.695.927 Euro
Kapitalstand: 1.412.494 Euro
Schuldenstand: 2.020.000 Euro
* alle Zahlen zum 30. September 2012

Fachhändler drängen in die Ausstellungskoje von Ergobag. Sie wollen ordern, aber vorher wollen sie eine brandheiße Neuigkeit, nein, eine Sensation loswerden: "Mc Neill hat einen! Die Scout-Familie hat einen! Und Hama erst recht!", flüstern sie Ergobag-Gründer Sven-Oliver Pink aufgeregt zu. Sie alle haben Rucksäcke für Grundschüler im Sortiment für die nächste Saison. "Die Marktführer machen euch nach!" Pink nickt. Pink lächelt. Pink hat keine Angst vor den großen Wettbewerbern.

Galerie Ergobag - Spielplatz der Rucksack-Rebellen

Bei der Internationalen Lederwarenmesse Offenbach führen Schultaschenhersteller vor, womit sie zum Jahresende in den Geschäften Präsenz zeigen werden. Erstmals wildern die Großen im Revier des Kölner Startups, das sich auf ergonomische Schulrucksäcke spezialisiert hat. Die Gründer Sven-Oliver Pink und Florian Michajlezko kombinierten das den Rücken entlastende Tragesystem des Bergsports mit der klassischen Schultasche. Eine Novität für den Ranzenmarkt, der in Deutschland von Taschen mit robustem Korpus beherrscht wird. Die schonen zwar Bücher und Mappen, nicht aber die empfindlichen Gelenke der Schüler.

Drei deutsche Hersteller versorgen damit 80 Prozent der Zielgruppe: das im hessischen Hainburg ansässige Unternehmen Mc Neill, die Alfred Sternjakob GmbH & Co. KG mit ihrer Marke Scout und schließlich Hama mit dem Label Step by Step. Die verbleibenden 20 Prozent teilen sich kleinere Spezialanbieter wie Ergobag mit Konzernen wie Esprit, die ihren Hauptumsatz in anderen Branchen erzielen.

Die Wettbewerber reagieren früh

Bisher konnte das Startup in seiner Ergo-Nische ungestört gedeihen. Doch nun schickt Mc Neill seinen Ergo Light Trekking ins Rennen, Hama drängt mit dem Step by Step Flexline nach, und der Scout-Hersteller ist mit dem ErgoFlex dabei. Schon bei den Namensschöpfungen tritt man einander beherzt auf die Zehen. "Natürlich haben wir damit gerechnet, dass die Wettbewerber aufwachen", sagt Pink: "Allerdings waren wir darüber überrascht, wie früh sie reagieren."

Das könnte daran liegen, wie schnell Ergobag wächst: Erst schnappte sich das Startup ein Prozent vom Gesamtmarkt, dann drei, in der aktuellen Saison schließlich fünf Prozent, das entspricht 80.000 Rucksäcken. Neben der Grundschulkollektion sind Satch-Rucksäcke für Jugendliche und Ergolinos für Kindergartenkinder im Angebot.

Die neue Konkurrenz wundert Pink nicht: "Keiner der Hersteller will einen Trend verschlafen, und der geht klar in Richtung ergonomische Schulrucksäcke." Und der Markt schrumpft: In den vergangenen zehn Jahren sank die Zahl der Einschulungen laut Destatis um 13 Prozent auf rund 700.000. Der Wettstreit wird härter. Auf der Messe hängt Hama ein Poster mit seinem Rucksack genau so auf, dass Pink es den ganzen Tag vor den Augen hat. Zufall? Absicht?

weiter auf Seite 2

Teil 2: Neue Märkte in Fernost

  • FTD.de, 14.11.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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