Ergobag - Das Kölner Startup will mit ergonomischen Rucksäcken den Schultaschenmarkt aufmischen. FTD.de berichtet wöchentlich über den Sieger des Gründerwettbewerbs enable2start.
| Svens Woche |
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| vom 29. Oktober bis zum 4. November 2012 |
| Arbeitsstunden: 62 |
| Stimmung (bester Wert 10): 10 |
Auf den ersten Blick haben das Münchner Traditionsunternehmen Roeckl und das Kölner Startup Ergobag wenig gemeinsam: Die eine Firma stellt Handschuhe und Accessoires her, die andere Schul-Rucksäcke. Roeckls Wurzeln reichen ins frühe 19. Jahrhundert zurück, Ergobag ist ein Label der Gegenwart. Nach der Unternehmerdynastie wurde der Münchner Roecklplatz benannt. Einen Ergobag-Platz gibt es natürlich noch nicht. Jetzt will sich Sven-Oliver Pink vom Handschuh-Spezialisten helfen lassen, um sein eigenes Startup besser kennenzulernen.
Viele Arbeitsschritte im eigenen Unternehmen sind ihm nicht transparent genug. Es fehlten systematisch erhobene Daten, damit er und sein Team aus Fehlern lernen können. Melden sich Kunden telefonisch in der Firmenzentrale, weil sich etwa eine Rucksacknaht gelöst hat, wird ihnen zwar umgehend geholfen. Doch bislang hat Ergobag die Reklamationen nirgendwo erfasst. Nur so ließe sich aber feststellen, ob sich bestimmte Mängel oder Fragen häufen. "Wir brauchen ein monatliches Reporting. Dadurch könnten wir Probleme schon viel früher erkennen und beheben", sagt Sven.
Dass er deshalb vorigen Mittwoch ausgerechnet zu Roeckl nach Bayern fuhr, hat einen einfachen Grund: Als Finalist beim im Sommer verliehenen "Deutschen Gründerpreis" gewann Ergobag die Patenschaft der Unternehmerin Annette Roeckl, die den Familienbetrieb inzwischen in sechster Generation führt. Zwei Jahre lang wird sie den Rucksack-Hersteller beraten.
Tatsächlich sind sich die beiden Firmen viel ähnlicher als deren Produkte vermuten lassen: So wird etwa Roeckl wie Ergobag von den Inhabern geführt, und wie der Handschuh-Hersteller lässt das Kölner Startup seine Ware in Asien fertigen. "Teilweise arbeiten wir sogar mit denselben Fachhändlern zusammen", sagt Sven.
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Vor allem aber beherrsche das Münchner Unternehmen in Perfektion, was Ergobag unbedingt auch können will: "Roeckl dokumentiert alle internen Prozesse. So kann jeder Arbeitsschritt in allen Bereichen genau nachvollzogen werden."
Doch die Erkenntnis, dass andere schon dort sind, wo Ergobag hin will, hilft dem Rucksack-Hersteller noch nicht weiter. "Es war ja erst der Auftakt unserer Zusammenarbeit. Vor der Reise nach München war ich mir nicht sicher, ob ich das Thema vielleicht überschätze. Jetzt weiß ich, dass wir auf jeden Fall standardisierte Prozesse brauchen", resümiert Sven. Denn sein Unternehmen sei inzwischen so groß, dass er nicht mehr mit jedem Mitarbeiter jeden Handgriff besprechen könne.
Teil 2: Transparenz ohne Bürokratie