Ergobag - Das Kölner Startup will mit ergonomischen Rucksäcken den Schultaschenmarkt aufmischen. FTD.de berichtet wöchentlich über den Sieger des Gründerwettbewerbs enable2start.
| Svens Woche |
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| vom 5. bis 11. März 2012 |
| Arbeitsstunden: 74 |
| Stimmung (bester Wert 10): 8 |
Wofür interessieren sich coole Kiddies zwischen zehn und 16 Jahren? Welche Markenwelt muss für den neuen Rucksack namens "Satch" geschaffen werden, damit Schüler von der fünften bis zur elften Klasse darauf abfahren? Und wie soll der Rucksack vom Händler präsentiert werden? Mit diesen Fragen und einem Marketing-Workshop startete Sven-Oliver Pink vom enable2start-Sieger Ergobag in die vergangene Woche.
Denn während sich die Saison für das Hauptprodukt, den "Ergobag" für Grundschüler, langsam ihrem Höhepunkt nähert, rückt der Saisonauftakt im Mai für das neue Modell "Satch" im Eiltempo näher. Noch aber gibt es kein schlüssiges Vermarktungskonzept für den "Satch", wie Pink und Ko-Chef Florian Michajlezko erkannt haben. Deshalb stand gleich zum Wochenauftakt das Treffen mit der Marketingabteilung an, die von Pinks Verlobter Anne-Cathrin Hahn geleitet wird.
Erste Arbeitsergebnisse gibt es bereits. Eine Praktikantin hört sich in der Kitesurf-, der Graffiti- und der "Le Parkour"-Szene um - bei dem letztgenannten Trendsport überwinden die Akteure jedes Hindernis, das ihnen in der Stadt begegnet, springen über Bänke, Mülltonnen, Zäune und suchen den direkten Weg zum Ziel. Das Ergobag-Team will herausfinden, was Jugendliche interessiert und mit welchen Aktionen sie sich folglich in die Rucksackläden locken lassen.
Ein Einfall, den Pink selbst beisteuerte, ist, Graffiti-Künstler zu engagieren. Sie sollen live im Laden sprayen, dazu gibt es eine Rucksackpräsentation und am Ende können die Kids als Andenken ein Sprühbild mit nach Hause nehmen. Der Ergobag-Chef hatte einen solchen Auftritt als Messeattraktion eines Ausstellers Ende Januar auf der Paperworld in Frankfurt entdeckt und sofort Gefallen daran gefunden. Ob die Idee umgesetzt wird, ist allerdings noch offen.
Neben der Vermarktung dominierte die Produktentwicklung die Startup-Woche, am Dienstag mit einem Workshop und am Donnerstag mit weiteren Gesprächen und Arbeitsaufträgen. "Welche Erfahrungen haben wir gemacht? Was wollen wir künftig besser machen?", beschreibt Pink die Herangehensweise. Alle Produkte rund um den Hauptumsatzbringer "Ergobag" kommen für die neue Kollektion auf den Prüfstand. Die Gründer müssen spätestens im Juni bei ihren Lieferanten in Vietnam bestellen, um die Ware rechtzeitig für die nächste Saison zu erhalten, die im Oktober zum Weihnachtsgeschäft beginnt.
Zwei Wochen hat Designer Immanuel Gloeser nun Zeit, um seine Entwürfe fertig zu stellen. Anschließend gehen die Blaupausen an die beiden Auftragsproduzenten in Vietnam. "Im vergangenen Jahr hatten wir noch mehrere Lieferanten, aber jetzt konzentrieren wir uns auf zwei und bauen uns diese auf", sagt Pink. Beide Unternehmen gehörten zur Weltspitze, wo die guten Namen ihre schwierigen Produkte fertigen ließen, so der 32-Jährige, dem die Qualität seiner Erzeugnisse sehr wichtig ist.
Teil 2: Crowdsourcing als Erfolgsfaktor
@bla bla: Was haben Sie gegen Vietnam? Dort produzieren alle großen Markenartikler im Rucksackbereich. Trotzdem setzt jeder die Qualitäts- und Produktstandards für seine eigene Marke. Deshalb kann ich keinen Widerspruch zwischen Marke und Vietnam erkennen. Bei Ihnen klingt es so, als ob Vietnam gleichbedeutend mit Billigprodukt wäre. Das ist nicht der Fall.