FTD Mit ihrem komplett digitalen Fernlernkurs zeigen Sie, wie weit sich E-Learning realisieren lässt. Erwarten die Teilnehmer das?
Dörte Giebel Ja, sie kennen das Internet sehr gut, twittern, bloggen, machen Networking über Facebook und wollen dann auch mit der neuesten Technik lernen. Einfach nur PDFs einstellen - das reicht heute nicht mehr.
Sie bieten aber keine Videovorlesungen an. Warum?
Ich habe den Eindruck, dass der direkte Austausch wichtiger ist, als sich Vorlesungen als Video anzuschauen. In unseren Foren und Chats können Teilnehmer und Fernlehrer wesentlich realer miteinander reden.
Wie genau funktioniert der Kurs eigentlich?
Über die iPad-App kann man sich die Studienhefte als E-Books herunterladen und interaktiv bearbeiten. Bei Fragen können sich die Teilnehmer direkt mit dem Onlinestudienzentrum verbinden und ihren Fernlehrer kontaktieren. Nach neun durchgearbeiteten Heften sind alle auf dem gleichen Wissensstand, um gemeinsam an den Vorlesungen auf der 3-D-Plattform Second Life teilzunehmen.
Gibt es dort einen virtuellen Hörsaal und virtuelle Dozenten?
Ja, die Räume in Second Life haben wir extra für das Seminar angemietet. Nur dass sich der virtuelle Hörsaal auf einer Insel befindet, da gibt es sogar richtiges Meeresrauschen. Aber wir sitzen nicht um ein Lagerfeuer, das wäre dann doch unpassend. Wir haben Stühle, auf denen unsere Avatare, also unsere virtuellen Stellvertreter, sitzen, und wir kommunizieren via Voice over IP.
Und geprüft wird man dann von Avataren?
Nein, bei uns gibt es keine Abschlussprüfung, dafür aber regelmäßige benotete Hausarbeiten. Wer die besteht, erhält am Ende des Lehrgangs ein Zertifikat - und das schicken wir ganz klassisch per Post.
Interview: Steffi Hentschke