Mackie Messer hat einen neuen Job: Der ehemalige Chef der amerikanischen Investmentbank Morgan Stanley John Mack ist neues Mitglied im Board des Startup-Unternehmens Lending Club. Das ist bereits der dritte Beraterposten, den Mack innerhalb der zurückliegenden sechs Monate angenommen hat.
Im März wurde er Berater bei der Privat-Equity-Firma KKR. Im November 2011 wurde er Boardmitglied und Investor bei dem Bezahlservice Rev Worldwide. Zudem ist er Mitglied im internationalen Beratergremium von China Investment Corp.
Lending Club ist ein so genannter Peer-to-Peer-Kreditgeber. Diese Unternehmen bringen ohne den Umweg einer Bank Kreditsuchende und Kreditgebende zusammen. Lending Club vergibt Kredite in Höhe von bis zu 35.000 Dollar. Diese werden dann auf der Webseite an Investoren weiterverkauft. Gebühren verlangt das Unternehmen von beiden Seiten, profitabel ist es bislang aber noch nicht. Seit Gründung 2007 hat das Unternehmen Kredite im Volumen von 588 Mio. Dollar ausgereicht . Außerdem betreibt Lending Club zwei Investmentfonds mit einem verwalteten Vermögen von mehr als 100 Mio. Dollar.
Mack selbst sagt: "Lending Club hat eine innovative Plattform geschaffen, die Investoren zu geringen Kosten Zugang zu hochwertigen Konsumentenkrediten verschafft. Gleichzeitig macht sie Kredite für Konsumenten günstiger." Bezahlt wird er in den kommenden vier Jahren in erster Linie mit Aktien des Unternehmens.
Von 2005 bis Ende 2009 war Mack CEO von Morgan Stanley, anschließend bis Ende 2011 Chairman der Bank. Seine Rolle in der Finanzkrise gilt als zwiespältig: Vor dem Platzen der Blase am US-Häusermarkt hatte Mack der Bank mit seiner Wachstumsstrategie hohe Gewinne beschert. Das Modell brach jedoch in der Finanzkrise zusammen. Allerdings führte er das Geldhaus anschließend wieder in ruhigeres Fahrwasser. Seinen Spitznamen Mackie Messer erhielt er aufgrund seiner rigorosen Sparpolitik. Während seiner Zeit bei der Credit Suisse beispielsweise strich er mehr als 10.000 Arbeitsplätze und machte die kriselnde Bank wieder profitabel.