| Lieferheld im Überblick |
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| Gründung der GmbH: September 2010 |
| Start des Geschäftsbetriebs: November 2010 |
| Produkt: Vermittlung von Anbietern, die Speisen und Getränke nach Hause oder ins Büro liefern |
Wenn abends der Hunger kommt und die Lust zum Kochen fehlt, geht die Qual des Bestellens los. Schon wieder Pizza Salami XL von der Franchisekette? Oder erneut die Nummer 13 aus der Speisekarte des Inders um die Ecke? Lag da nicht kürzlich ein Gutschein für ein Sushi-Restaurant vor der Tür? Wo ist der bloß?
Bis heute bestellt die Mehrheit der deutschen Haushalte Essen nicht über das Internet, sondern per Telefon. Der Fundus zur Auswahl sind in der Regel eine Handvoll Bestellflyer, die irgendwo herumliegen oder an der Kühlschrankwand kleben. Die dortigen Menüs sind bewährt, aber auf Dauer langweilig. Neues auszuprobieren birgt jedoch stets ein kulinarisches Risiko. Zudem fehlt oft der Überblick über das verfügbare Angebot.
In diesen Problemen sehen die Gründer von Lieferheld die Basis für ihre Geschäftsidee. Auf ihrem Online-Portal wollen sie die Fülle der Lieferdienste bündeln - und Nutzern dabei auch einen qualitativen Überblick geben. Wer seine Adresse oder Postleitzahl eingibt, sieht nicht nur die Zahl der Restaurants, die in der Gegend liefern, sondern - ähnlich wie bei Amazon - auch ihre Bewertungen durch andere Nutzer.
"Essen bestellen, das klingt als Geschäftsidee zunächst langweilig", sagt Lieferheld-Geschäftsführer Fabian Siegel im Gespräch mit FTD.de. Tatsächlich dürfte dem 37-Jährigen in den letzten Monaten nur selten langweilig gewesen sein. Das liegt daran, dass ein heftiger Verteilungskampf um den ersten Platz unter den Essensbestellplattformen entbrannt ist - und Lieferheld das Feld von hinten aufrollen muss. Als das Berliner Startup seinen Geschäftsbetrieb aufnahm, waren Wettbewerber wie Pizza.de, Lieferservice.de und Lieferando längst aktiv.
Marktführer Pizza.de gibt es seit 2007. Dessen Betreiber Asco begann schon zehn Jahre davor, also 1997, das Angebot großer Pizzaketten wie Smileys oder Joey's zu bündeln, auf der Website Bringdienst.de. Die Braunschweiger arbeiteten rasch profitabel, wie man in den Bilanzen im Handelsregister nachlesen kann. Auf der Nachfolgeseite Pizza.de kann man heute, anders als es der Name erwarten lässt, Essen aus allen möglichen Küchen bestellen. Lieferservice.de startete ebenso 2007 und gehört zur niederländischen Firma Takeaway.com, die in über zehn europäischen Ländern aktiv ist. Lieferando begann 2009 und holte sich schnell Unterstützung von Risikokapitalgebern wie Dumont Venture und Mountain Super Angel. Erst im November 2010 folgte Lieferheld.
Was alle Anbieter eint, ist die Vision, zu einer Art "Amazon der Bestelldienste" zu mutieren - also einer Sammelplattform für Einzelhändler mit dem strategischen Vorteil, dass im Gegensatz zum Online-Buchhandel keine teuren Lager- und Logistikkosten anfallen. Die Seiten bieten lediglich Maklerdienste, gekocht und geliefert wird von den Partnern, gegen Provision. Gewinnen kann allerdings nur, wer möglichst viele Lieferdienste und Kunden auf seinem Portal bündelt. Und derzeit scheinen die Startups so zu agieren, als ob der bekannte Spruch des Filmhits "Highlander" auch für sie gelte: Es kann nur einen geben!
Teil 2: "Wir investieren sehr aggressiv"
@Matthias: Lieferservice selbst nennt 2007 als Startdatum: http://www.lieferservice.de/wer-sind-wir. Takeaway selbst startete bereits 1999.
Liebe Grüße, Thomas