| Das erste Quartal 2012 im Überblick* |
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| Einnahmen: 18.000 Euro |
| Ausgaben: 33.560 Euro |
| Kapitalstand: 103.207 Euro |
| Schuldenstand: 0 |
| * alle Zahlen zum 31. März 2012 |
Wenn Gründer erste Kunden gewinnen und bereits Umsatz machen, ist das ein erstes Indiz für den Erfolg einer Geschäftsidee. Munich Composites hat beides, wie die Geschäftszahlen für das erste Quartal zeigen. 18.000 Euro konnten die Karbonexperten einnehmen für Forschungsprojekte rund um den Einsatz von Karbon in der Transportbranche. Mehr können sie aufgrund von Geheimhaltungsvereinbarungen nicht sagen.
Strategisch stellt sich dazu eine andere Frage: Ist es überhaupt sinnvoll, solche Projekte anzunehmen und sich über Umsätze von einigen Tausend Euros zu freuen? Immerhin wollen Felix Fröhlich und seine Gründerkollegen nicht Prototypen bauen und am PC simulieren, sondern schnellstmöglich selbst Bauteile herstellen, in Serie - mit dem Ausblick auf Millionenumsätze. Und um diese Vision umzusetzen, braucht das Team nicht zweistellige Tausenderbeträge von Industriekunden, sondern eine Millionensumme von Investoren.
Acht potenzielle Investoren habe man in Februar und März getroffen, berichtet Boris Mittermaier, der kaufmännische Leiter des Startups. Macht ihn und seine Kollegen die noch erfolglose Suche nach Kapital nervös oder frustriert? "Nein", sagt Mittermaier, "wenn man einen Hang zur Realität hat und sich mit anderen Gründerteams ehrlich darüber austauscht, weiß man, dass in der Regel nicht der erstbeste Investor zugreift."
Das klingt abgeklärt. Doch es bleibt die Frage: Sollte man in so einer Phase nicht sämtliche Energie ausschließlich in die Investorensuche stecken, anstatt einen Teil seiner Zeit - wie es bei Munich Composites der Fall war - mit Uniseminaren, Messen wie jener in Paris und Projekten für Industriekunden zu verbringen? "Keines von diesen Dingen würde ich rückblickend vernachlässigen wollen", sagt Mittermaier. Gleichzeitig gibt er zu, dass es eine Herausforderung war, all diese Aktivitäten unter einen Hut zu bringen: "Trotz Seminar, Strategiewoche am Gardasee oder Messe, muss man dem operativen Geschäft ja weiter nachgehen."
Mittermaier räumt ein, dass Munich Composites individuelle Entwicklungsaufträge nicht weiter verfolgen würde, wären die 1,5 Mio. Euro an Investorengeldern bereits aufgetrieben. "Dann könnten und müssten wir alle Kapazitäten auf den Bau der großen Produktionshalle richten", sagt er. Doch bis dahin würden weiter alle Anfragen bearbeitet und solche Aufträge angenommen. Für Mittermaier ist das nicht ein Zeichen des mangelnden Fokus, sondern eine Doppelstrategie. "Sollten wir das Geld nicht rechtzeitig oder ausreichend auftreiben, müssen wir unseren Traum von einer großen Halle eben in Zwischenschritten anpeilen", sagt er und fügt hinzu: "Im Idealfall ist es so, dass wir jetzt ein Entwicklungsprojekt für ein Bauteil machen und dem Kunden dann in ein bis zwei Jahren dieses Teil in Serie herstellen."
Kann Munich Composites allein mit Entwicklungsaufträgen kostentragend arbeiten? 2011 war das der Fall. Im ersten Quartal 2012 haben die in Rechnung gestellten Aufträge jedoch nicht mehr gereicht, um die Kosten zu decken. Unter dem Strich steht auf dem Geschäftskonto ein operatives Minus von 15.560 Euro.
Teil 2: Die Zeit der Subventionen läuft ab