| Felix' Woche |
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| vom 23. bis 29. April 2012 |
| Arbeitsstunden: 56 |
| Stimmung (bester Wert 10): 9 |
Ticktack. Die Frist, die sich die Karbonflechter von Munich Composites für die Investorensuche gesetzt haben, ist abgelaufen. Denn im Mai soll es losgehen mit den konkreten Vorbereitungen: Eine Halle muss gefunden, Maschinen bestellt und Mitarbeiter eingestellt werden. Auf jeden Fall wollte Geschäftsführer Felix Fröhlich vermeiden, bei den endgültigen Verhandlungen mit dem Rücken zur Wand zu stehen, weil Zeit und Geld zerrinnen. Denn nur noch bis Ende August sind die Karbonflechter über ihr Exist-Stipendium sicher finanziert. Dann müssen sie auch aus dem Büro im Gebäude der TU München ausziehen.
Ein hörbar erleichterter Fröhlich geht Ende vergangener Woche ans Telefon und spricht sogar von einer "gmahden Wiesn", einer gemähten Wiese - auf gut Bayerisch: einem leichten Spiel. Bringt sich dann aber selbst auf den Boden der Tatsachen zurück. "Wir haben das Gefühl allmählich über einen Berg Arbeit drüber zu kommen - und haben wir eine gute Ausgangsposition."
Denn nach monatelangem Verhandeln und Abwägen, erst mit Banken, dann mit Risikokapitalgebern wie dem High-Tech Gründerfonds ist Munich Composites nun im Gespräch mit einem privaten Investor. Der will zwar nur 500.000 Euro in den Topf werfen statt der ursprünglich angepeilten 1,8 Mio. Euro. Aber dafür hat sich den Ingenieuren eine neue Möglichkeit eröffnet. "Wir können den Investor hebeln", sagt Fröhlich. Das bedeutet, die staatliche Förderbank KfW oder der halbstaatliche Fonds Bayern Kapital schießen noch mal die gleiche Summe zu, wenn ein privater Investor gefunden ist. Bei Bayern Kapital betrüge der Hebel sogar 70:30.
Fröhlichs Fazit aus den Gesprächen mit potenziellen Geldgebern: "Bei einem Privaten geht es viel mehr um Vertrauen und persönliche Sympathien als bei einem Fonds, bei dem vor allem die Zahlen auf dem Papier stimmen müssen." Die KfW habe schon grünes Licht gegeben für die Hebelkonstellation mit dem Investor. Trotzdem haben die Gründer eine letzte "große Offensive" gestartet, wie Fröhlich sagt, und weitere Geldgeber angeschrieben, um ihr Finanzierungsmodell eventuell noch auszubauen.
Mit dem Gefühl, eine sichere Option zu haben, um in die Praxis zu gehen, werden allerdings auch viele Aufgaben plötzlich konkret. Dewegen hat das Startup in der vergangenen Woche den Flechter beim Hersteller vormerken lassen. Auch ein Vertreter für Spulenständer schaute im winzigen Büro der Gründer auf dem TU-Gelände vorbei. Dabei geht es darum, dass die gelieferten Kohlefaserspulen direkt vom Flechter verarbeitet werden können, ohne sie vorher noch einmal aufwändig umzuwickeln - Voraussetzung für die automatisierte Serientauglichkeit.
Teil 2: Die Gründer werfen ihr Netz aus