| MyTaxi im Überblick: |
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| Gründung: April 2009 |
| Geschäftsaufnahme (Offizieller Launch): März 2010 |
| Produkt: geo-basierte Vermittlung von Taxifahrten |
"Das haben inzwischen wirklich viele meiner Kollegen", erzählt Vele Walikaya, während seine E-Klasse leise schnurrend durch die Hamburger Nacht gleitet. "Ich selbst nutze es jetzt seit etwa einem Jahr" sagt der Taxifahrer und zeigt auf das iPhone, das an der Konsole neben seinem Lenkrad hängt. Gemeint ist jedoch nicht das Gerät selbst, sondern eine App, die darauf installiert ist.
Die Anwendung MyTaxi erlaubt Smartphone-Nutzern, verfügbare Taxen im Umkreis des Handys zu orten und mit einem Knopfdruck direkt zu bestellen. Fahrer wie Vele Walikaya erhalten auf Ihrem Smartphone die Anfrage mit den genauen Koordinaten des Fahrgastes sowie seiner Telefonnummer. Der Gast wiederum kann dann in seiner App auf dem Stadtplan verfolgen, wie das Taxi auf ihn zusteuert. Er bekommt Namen und Foto, Handynummer sowie eine Nutzer-Bewertung des Fahrers angezeigt. "Schwarze Schafe" werden so von den Anwendern schnell selbst aussortiert.
Für jede erfolgreich vermittelte Fahrt zahlt der Fahrer 79 Cent Provision an den App-Betreiber. Zum Vergleich: Der Anschluss an die örtliche Taxifunkzentrale kostet ihn monatlich rund 500 Euro, unabhängig davon, wie viele Fahrten vermittelt werden. Der Download der App selbst ist kostenlos.
Mit diesem simplen Konzept haben es die Hamburger Niclaus Mewes und Sven Külper binnen 24 Monaten geschafft, den deutschen Taximarkt in seinen Grundfesten zu erschüttern. Jüngst feierte ihre Intelligent Apps GmbH den 15.000. registrierten Fahrer. 10.000 davon sind auf deutschen Straßen unterwegs, die weiteren verteilen sich auf Zürich, Wien, Barcelona, und seit September 2012 auf Warschau. Hierzulande ist inzwischen jedes fünftes Taxi an die MyTaxi-App angeschlossen. Leidtragende sind die etablierten regionalen Funkzentralen, die im App-System außen vor bleiben.
Der Wandel auf dem Jahrzehnte dahin dösenden Taximarkt blieb nicht unbemerkt: Bei MyTaxi geben sich Journalisten inzwischen fast die Klinke in die Hand. Jüngst widmete sich die Zeitschrift Impulse dem Startup ihre Titelgeschichte über "kreative Zerstörer", zusammen mit den enable2start-Finalisten Orderbird und DZ-4. Zudem investierten im Januar 2012 unter anderem Xing-Gründer Lars Hinrichs und die Daimler-Tochter car2go 10 Mio. Euro in die Hanseaten, deren Wert zu diesem Zeitpunkt mit 40 Mio. Euro beziffert wurde. Die Telekom-Tochter T-Venture, die KfW sowie Doo-Gründer Frank Thelen waren schon vorher als Investoren mit an Bord.
Wenig verwunderlich also, dass sich MyTaxi-Schöpfer Niclaus Mewes ausgesprochen gut gelaunt zeigt, als er in seinen hellen Büros an der Elbe zum Treffen kommt. Der 34-jährige ist für Strategie, Technik und Finanzen verantwortlich, sein Cousin Sven Külper führt mit einem weiteren Geschäftspartner Marketing und Vertrieb. Beruflich verbandelt waren die beiden Gründer ursprünglich nicht: Mewes besaß ein kleines IT-Unternehmen, das Software für Hochseeschiffe schrieb. Külper betreute als Unternehmensberater die Markteinführung von Spirituosen. Die Idee zum gemeinsamen Business entstand eher zufällig, nachdem die beiden 2008 gemeinsam im Münchner Nachtleben unterwegs waren und dort am Ende ohne Ortskenntnis und Telefonnummer der Taxizentrale ratlos auf der Straße standen, statt ins Bett zu fallen.
Teil 2: Wie eine Diskonacht mit einer Gründung endete
alles super gewesen. Ich habe es einfach über Internet genutzt...