Orderbird - Das Team um Jakob Schreyer will sein Bestellsystem auf iPad-Basis zum neuen Standard der Gastronomie machen. FTD.de berichtet wöchentlich über den enable2start-Sieger.
| Jakobs Woche |
|---|
| vom 30. April bis 6. Mai 2012 |
| Arbeitsstunden: 45 |
| Stimmung (bester Wert 10): 7 |
Von Deutsche Startups bis zum international beachteten Techcrunch-Blog - so viel Medienpräsenz wie nie hat der 2,4 Mio. Euro schwere Einstieg von AWD-Gründer Carsten Maschmeyer enable2start-Sieger Orderbird beschert. Die FTD berichtete exklusiv. "Verrückt, aber ebenso spannend, wer sich alles gemeldet hat", beschreibt Gründer Jakob Schreyer die Reaktionen im Gespräch mit FTD.de.
Der prominenteste Anrufer, der auf seinem Handy landete, war Serieninvestor Morten Lund. Der Däne ist nach eigenen Angaben an über 80 Unternehmen beteiligt und hat mehr als 40 mitgegründet, darunter Skype. Mit dem Verkauf seiner Anteile an der Telefoniefirma ist er reich geworden, mit dem Absturz einer dänischen Zeitung verbrannte er soviel Geld, dass er Anfang 2009 pleite war. Seit gut zwei Jahren ist er zurück im Millionengeschäft mit jungen Firmen.
Und was wollte Lund vom Orderbird-Gründer? "Sich unterhalten", sagt Schreyer sibyllinisch, "schauen, ob er Anknüpfungspunkte sieht". Sieht Lund welche? Schreyer winkt ab. Konkretes erwarte er nicht, sagt der 28-Jährige. Aber es könne ja nie schaden, miteinander zu reden. Ein Motto, unter dem seine ganze Woche stand.
Den 1. Mai, den Tag der Arbeit, nutzte er losgelöst vom Tagesgeschäft ebenfalls zum Reden, im zweistündigen Workshop mit seinen Gründerkollegen Patrick Brienen und Bastian Schmidtke. Wo steht das Berliner Startup, das eine Bestellsystem-App für die Gastronomie entwickelt? Worauf genau will man sich fokussieren? Steht das Ordering für Wirte oder die Gastbestellung im Vordergrund, bei der Restaurantbesucher mit ihrem eigenen Smartphone direkt aus der digitalen Speisekarte bestellen und auch bezahlen sollen? So intensiv beschäftigt mit der Positionierung hatte sich das Managementteam zuletzt zur Gründung der Orderbird AG im Februar 2011.
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Das Treffen beginnt mit einer leeren Seite. Auf dieser protokolliert das Trio die Diskussion. Alle zehn Minuten wechselte das iPad und der nächste Gründer schreibt mit, um das Gespräch in seinem Stil zu dokumentieren. Es wird geprüft, umformuliert und nach zwei Stunden das Niedergeschriebene von jedem der Drei ein Mal laut vorgelesen. Abschließend mailen sie sich ein Dutzend kurze Merksätze nach Hause, zum Beispiel, dass Orderbird bei seinen Mitarbeitern auf Klasse statt auf Masse setzt, auf "hochmotivierte Highperformer".
Mehr will Schreyer über die Ergebnisse der Strategiewerkstatt nicht verraten. Der Plan ist, die unternehmerischen Ziele zu schärfen, mit dem Aufsichtsrat abzustimmen und am 19. Mai mit der gesamten Orderbird-Truppe zu diskutieren, als zentraler Bestandteil eines Teambuilding-Wochenendes. Zu diesem Zweck verlegt die 24-köpfige Belegschaft ihren Aufenthalt für vier Tage vollzählig nach Portugal. Ein Motivationsbonus, den die Gründer direkt nach dem enable2start-Sieg beschlossen hatten und den sie sich nun rund 10.000 Euro kosten lassen; WLan-Anschluss zum Arbeiten ebenso inklusive wie gemeinsamer Surfkurs an der Atlantikküste und Jeepsafari in die umliegenden Weinbaugebiete.
Teil 2: Bienvenido - zum Pitchen in Madrid