Qmilch - Anke Domaske will mit ihrer Naturfaser aus Milch den Markt erobern. FTD.de berichtet wöchentlich über die Siegerin des Gründerwettbewerbs enable2start.
| Das erste Quartal 2012 im Überblick* |
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| Einnahmen: keine |
| Ausgaben: 12.924 Euro |
| Kapitalstand: 33.466 Euro |
| Schuldenstand: 0 |
| * alle Zahlen zum 31. März 2012 |
Sie war kürzlich in Moskau, reist viel durch Deutschland, ist gerade auf dem Weg in die USA. Das klingt nach Jetset-Gründerdasein. Sie beschäftigt bereits Mitarbeiter, hat in Hannover ein Büro mit 250 Quadratmetern gemietet, führt in Bremen Testproduktionen am dortigen Faserinstitut durch. Das klingt nach hohen Ausgaben.
Die Fassade mag glamourös und groß wirken, doch die Realität von Qmilch-Gründerin Anke Domaske ist anders: arbeitsreich. Regelmäßig kommt die Gründerin auf Wochenarbeitszeiten um die 110 Stunden, wie Leser der enable2start-Serie über Qmilch bereits wissen. Und nun zeigt sich: So groß der Arbeitseinsatz ist, so gering ist der bisherige Kapitalaufwand.
Gerade mal 8470 Euro sind im ersten Quartal vom Geschäftskonto abgeflossen. Hinzu kommen Barauslagen in Höhe von 1556 Euro sowie die Zahlung der Miete für Januar und Februar, die "noch aus anderer Quelle" beglichen wurde, wie Domaske erklärt. Ausgaben von nicht einmal 13.000 Euro in drei Monaten - wie geht das denn bei solchen Aktivitäten und Dimensionen?
Es geht. Und zwar folgendermaßen: Die drei Mitarbeiterinnen, die Domaske seit Anfang Februar beziehungsweise Anfang März bei der Textiltechnik, Buchhaltung und PR helfen, arbeiten alle nur in Teilzeit, auf Basis von 400-Euro-Jobs. Domaske selbst bezieht als Geschäftsführerin überhaupt kein Gehalt. Das Ergebnis: Der gesamte Personalaufwand lag im ersten Quartal unter 2500 Euro.
Noch viel geringer waren die Reisekosten. Domaske schätzt, dass diese bei "so um die 200 Euro lagen" und führt aus, dass sie für die vielen Inlandsreisen ihr Privatfahrzeug nutzte, jedoch Benzinrechnungen oder Kilometergeld nicht abrechnete. Und nach Moskau ist sie bekanntlich eingeladen worden. Selbst der größte Kostenblock, die Mietkosten von monatlich 1450 Euro, sind umgerechnet auf den Quadratmeterpreis sehr gering: Sie liegen bei gerade mal 5,80 Euro. Billiger dürfte es kaum gehen.
Ein paar hundert Euro für Labortechnikzubehör, ein paar hundert Euro für Druckkosten von Marketingmaterial - es ist alles noch sehr kleinteilig auf dem Geschäftskonto. Teilweise wirkt es sogar ein wenig erratisch: Mal wird nicht abgerechnet, mal von anderswo bezahlt. Auch die Art, wie Domaske dafür sorgt, dass das Konto der Qmilch GmbH nicht ins Minus rutscht, ist Stückwerk: anstatt auf einen Schlag eine hohe Kapitalreserve einzuzahlen, überwies sie in den letzten Monaten mehrfach Kleinbeträge: mal 100 Euro, mal 200 oder 500, auch mal 2400 Euro. Insgesamt brachte sie auf diese Weise weitere 9920 Euro aus ihrem Privatvermögen in die GmbH ein. Streng genommen müsste dieser Betrag als Gesellschafterdarlehen ausgewiesen werden.
Teil 2: Fokus auf Milchfaser, nicht das Geschäftskonto