Qmilch - Anke Domaske will mit ihrer Naturfaser aus Milch den Markt erobern. FTD.de berichtet wöchentlich über die Siegerin des Gründerwettbewerbs enable2start.
| Das 3. Quartal 2012 im Überblick* |
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| Einnahmen: 0 Euro |
| Ausgaben: 55.601 Euro |
| Kapitalstand: 776 Euro |
| Schuldenstand: 0 Euro |
| * alle Zahlen zum 30. September 2012 |
Anke Domaske versteht es zu begeistern. Als sie ihre Geschäftsidee, aus alter Milch neue Textilfasern zu machen, im Februar 2012 vor der enable2start-Jury präsentierte, meinte Jury-Mitglied und Xing-Gründer Lars Hinrichs am Ende enthusiastisch: "Ich glaube, wenn Sie jetzt mit dem Klingelbeutel durch die Reihen der Jury-Mitglieder gehen, dann haben Sie die benötigten Millionen in zehn Minuten."
Tatsächlich ist die Idee von Qmilch bestechend: Bei steigenden Baumwollpreisen und Bedenken gegen synthetische Fasern ist der Bedarf nach einer Milchfaser frei von Chemikalien sofort einleuchtend. Und bei Textilien für Allergiker oder in der Medizin dürften auch die derzeit noch vergleichsweise hohen Herstellungskosten der Faser zu vertreten sein. Doch Leser der Wochenberichte über die enable2start-Siegerin Domaske mögen sich fragen: "Wenn die Idee so genial ist und die Testversuche bislang so gut verlaufen sind, warum hat sie bis jetzt noch nicht die Finanzierung für den Start der industriellen Produktion gesichert?"
Anke Domaske ist es hörbar leid, auf diese Frage reagieren zu müssen. Leid deshalb, weil damit der Eindruck erweckt wird, als würde sie nicht auf ausreichend Interesse finanzkräftiger Investoren stoßen. "Es ist doch nicht immer so, dass Abwarten schlecht sein muss", meint sie. In ihrem Fall sei vielmehr das Gegenteil der Fall. Durch die zunehmende Optimierung der Milchfaserproduktion und die steigende Zahl der Anfragen hätte sie "noch ein paar neue Angebote bekommen, die sehr interessant sind."
Darauf angesprochen, dass sie allerdings schon im Oktober die Finanzierung gesichert haben wollte (siehe Quartalsbericht 2) - meint sie lediglich: "Ich finde, dass wir im letzten Quartal gut vorangekommen sind, denn wir wissen jetzt, in welche Richtung es geht." Und obwohl die Gründerin keinerlei Kommentar über Verhandlungsdetails machen will, sagt sie zumindest so viel: "Wir sprechen über Beteiligungskapital, Fremdkapital und stille Beteiligungen. Es wird hoffentlich auf eine Kombination dieser Finanzierungsformen hinauslaufen."
Der Gedanke, dass die Finanzierung am Ende scheitern könnte, scheint ihr gar nicht zu kommen, obwohl der Mindestkapitalbedarf für den Beginn einer industriellen Produktion bei etwa 2 Mio. Euro liegt - und Anke nach den jüngsten Testerfolgen und Interessensbekundungen sogar anpeilt, mit einer deutlich größeren Maschine zu starten.
Teil 2: Anfangsfinanzierung durch Preisgelder