Qmilch - Anke Domaske will mit ihrer Naturfaser aus Milch den Markt erobern. FTD.de berichtet wöchentlich über die Siegerin des Gründerwettbewerbs enable2start.
| Ankes Woche |
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| vom 21. bis 27. Mai 2012 |
| Arbeitsstunden: 107 |
| Stimmung (bester Wert 10): 8 |
Nach Wochen voller Büroarbeit und Versuche in Hannover, der Reise zur Sustainatopia-Konferenz in Miami sowie dem Pitch bei Wayra in Madrid geht es für das Qmilch-Team wieder ins Faserinstitut Bremen. Dort testet Anke Domaske an einer drei mal vier Meter hohen Maschine die Herstellung ihrer chemiefreien Milchfaser.
Zum ersten Mal nahm die Jungunternehmerin am Mittwoch einen ihrer Bewerber zum Probearbeiten mit nach Bremen. Ab Sommer will sie zwei bis drei neue Mitarbeiter einstellen, die sie bei Forschung, Entwicklung und Qualitätsmanagement unterstützen. "Er hat sich sehr gut geschlagen und hat aufgrund seiner Erfahrungen in der Faserherstellung viel Input liefern können", sagt Domaske. Eine Zusammenarbeit kann sie sich gut vorstellen, allerdings müsste dafür in der Qmilch-Zentrale Platz geschaffen werden.
Momentan hat Domaske im Gewerbepark an der Göttinger Chaussee in Hannover auf 250 Quadratmetern sieben Räume gemietet, inklusive Fotozimmer für Shootings ihrer Qmilch-Kleider und kleinem Labor. Wenn sie ihr Team von sechs auf bis zu neun Mitarbeiter verstärkt, wird die Fläche nicht mehr reichen. Daher überlegt sie, zwei Räume dazu zu mieten, die auf der anderen Seite des Flures frei sind. Das wären zusätzliche Mietkosten von 650 Euro im Monat. Auch die bereits genutzten Räume werden wohl neu aufgeteilt. "Gedanklich bin ich schon dabei zu sortieren. Bevor ich neue Leute einstellen kann, muss das geregelt sein."
Ein Höhepunkt der Woche: Domaske erhielt die erste Zeichnung ihrer Pilotanlage, die Anfang 2013 in Betrieb gehen soll. "Der erste Schritt zur eigenen Anlage ist gemacht", freut sie sich. Dann schränkt sie ein: "Ich bin aber realistisch: Wir werden diese Basisskizze noch ein paar Mal ändern." Denn der Produktionstag in Bremen habe gezeigt, wie die Technik verbessert werden kann. Ein neuer Spinnschacht muss her. Das ist der Bereich, in dem die Fasern von der Bühne fallen, trocknen und auf Galetten gewickelt werden.
Dabei sind die Maße entscheidend: Je länger der Spinnschacht ist, der in Bremen anderthalb Meter misst, desto besser kann die Faser trocknen. Da Domaske die Galetten mit hoher Geschwindigkeit wickeln lassen will, wird die Zeit zum Trocknen knapper. Um das aufzufangen, wird der Spinnschacht ihrer Pilotanlage bis zu vier Meter hoch werden. "Dann wird es langsam schwierig mit dem Standort, zumindest hier in Hannover, weil wir an die Höhe gebunden sind", sagt sie. "Wir können uns nämlich nicht leisten, ein Gebäude um die Anlage zu bauen", schmunzelt die Gründerin.
Teil 2: "Wir wollen professioneller werden"