Qmilch - Anke Domaske will mit ihrer Naturfaser aus Milch den Markt erobern. FTD.de berichtet wöchentlich über die Siegerin des Gründerwettbewerbs enable2start.
| Ankes Woche |
|---|
| vom 23. bis 29. April 2012 |
| Arbeitsstunden: 102 |
| Stimmung (bester Wert 10): 8 |
Hinter der Bestellung verbirgt sich ein großes US-Unternehmen, das unter anderem Bettwäsche und Handtücher produziert und diese als Lizenznehmer vertreibt. Domaske hatte es bereits im Januar auf der Messe Heimtextil in Frankfurt kennengelernt. "Wir haben über die Entwicklung der Kollektion, die Markteinführung von Qmilch und das Marketing gesprochen", sagt die Jungunternehmerin über das Treffen in der Firmenzentrale. Mehr will sie nicht verraten, noch gibt es keine Verträge oder Absichtserklärungen.
Im August wird sie 100 Kilogramm ihrer Qmilch-Fasern über den Atlantik schicken. Eine größere Menge, doch Domaske will - wie bislang auch bei anderen Kooperationspartnern - kein Geld dafür nehmen. Sollte die US-Firma die Milchfaser nach ihren Vorstellungen verarbeiten können, könnte eine "größere Sache" daraus werden. Jetzt gilt es, die Fasern zu produzieren und sich um den Versand zu kümmern.
Die ersten drei Tage ihres Amerika-Aufenthaltes hatten sich also schon gelohnt - und in Miami ging es so weiter. Auf der Sustainatopia, einem einwöchigen Kongress zum Thema Nachhaltigkeit, wurde Domaske für Qmilch ausgezeichnet. 2011 hatte Modedesignerin und Unternehmerin Donna Karan den nicht dotierten Preis erhalten. Sie war für ihr Engagement in der Urban-Zen-Stiftung geehrt worden, die sich seit dem Erdbeben 2010 für den Wiederaufbau in Haiti einsetzt.
Warum gerade Qmilch? Es gab keinen Wettbewerb, Domaske hat sich nicht beworben. John Rosser, Initiator der Sustainatopia und Gründer des Kongressorganisators DVK L3C, bekam den Tipp von seiner Frau. Sie hatte einen Bericht im amerikanischen Fernsehen über das Startup aus Hannover gesehen und war von den chemiefreien Milchfasern begeistert.
Neben Domaske wurden unter anderen der Fernsehsender MTV, der dänische Architekt Bjarke Ingels sowie der Buchautor und Sozialarchitekt Jacque Fresco geehrt, weil sie sich für soziale, ökologische und wirtschaftliche Nachhaltigkeit engagieren. Am meisten begeistert habe Domaske aber Joshua Williams, der als Fünfjähriger mit seinem Taschengeld eine Stiftung gründete, um den Hunger in der Welt zu bekämpfen. "Es war wirklich sehr beeindruckend, wie dieser Pool an Menschen mit unterschiedlichen Ansätzen die Welt ein bisschen besser machen will", schwärmt sie.
Teil 2: Handelskammer Miami bietet Unterstützung an