| Chalwas Woche |
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| vom 23. bis 29. Juli 2012 |
| Arbeitsstunden: 60 |
| Stimmung (bester Wert 10): 8 |
Dass der Gugl im Sommer eher mäßig nachgefragt wird, heißt nicht, dass Gründerin Chalwa Heigl sich langweilt. Denn wie man bald an den Lebkuchenspezialitäten im Supermarkt erkennen wird: Das Weihnachtsgeschäft steht vor der Tür. Und somit ist es höchste Zeit, die "Glücksbotschafter" auszusenden, oder wie sie Heigl neuerdings im Gugl-PR-Sprech nennt: "Glücksbringer". Gemeint sind ihre freien Verkäufer, die den Absatz der kleinen Guglhupfe möglichst schnell ankurbeln sollen.
Um alle Verkäufer auf einen Stand zu bringen, lädt sie diese zu sich nach Hause ein, in die Verwaltungszentrale des Gugls, zum "Glücksbringer-Workshop" in Utting am Ammersee. Dort will sie die Firma vorstellen, aber auch die Spielregeln. Insgesamt hofft sie, noch in diesem Jahr mit acht Verkäufern zu starten, bisher sind es sieben Interessenten. Gefragt sind Vertreter mit Kontakten zu Firmen und Veranstaltern, die selbstständig als Botschafter für den Gugl unterwegs sind. "Wir müssen natürlich noch gucken, ob meine Ziele und ihre Erwartungen zusammenpassen, vielleicht springt noch einer ab", sagt Heigl.
Außerdem hat sie die Zahl ihrer Praktikanten von zwei auf vier aufgestockt. Aus Sicht der Gründerin sind diese vollwertige Mitarbeiter, denn alle wollen übernommen werden. Die Idee für ihre neue Betriebsstruktur sieht so aus, dass jeweils ein Praktikant für einen Absatzkanal zuständig ist: Handel, Hotel, Catering und Business-to-Business - und dann entsprechend mit den externen Verkäufern zusammenarbeitet.
Jeder freie Verkäufer bekommt ab dem ersten Auftrag ein Jahr lang zehn Prozent Provision auf den von ihm mit dem neuen Kunden vermittelten Netto-Guglumsatz. Reisekosten und alle anderen Spesen müssen die Vertreter selbst tragen. "Ich will den Aufwand so gering wie möglich halten und nicht entscheiden müssen, diese Reise lohnt, diese nicht." Heigl wünscht sich, dass die Freien ihren Gugl huckepack nehmen, wenn sie sowieso unterwegs sind. 50.000 Euro Umsatz pro Jahr und Verkäufer soll das Vertriebsmodell einspielen. Damit sich nicht mehrere Verkäufer auf einen potenziellen Kunden stürzen, wird im Vorfeld eine Liste erstellt, die mögliche Kunden für alle anderen blockt. Zu Heigls Strategie gehört außerdem, sich stärker auf das Geschäft mit Unternehmenskunden zu konzentrieren.
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Immerhin ist sie eine Meisterin im An-Land-Ziehen von Kooperationen. Ab dem 6. Oktober startet auf dem Frauensender Sixx das Format "Enie backt" mit Enie van de Meiklokjes. Der Gugl taucht im Trailer auf. Dafür bringt Heigl eine Sonderedition ihrer Küchlein heraus mit Sixx-Aufklebern. Zudem möchte sie den Südwestverlag überzeugen, ebenfalls an Bord zu gehen mit einem "Enie backt"-Label auf dem neuen Gugl-Backbuch, das im Oktober herauskommen soll. Im Gegenzug gäbe es für das Gugl-Backbuch einen TV-Spot, der am Schluss auf die Gugl-Internetseite verweisen würde. "Für die, die nicht selbst backen wollen."
Der Sender passe perfekt zum Gugl-Konzept, findet Heigl. "Er ist modern, hat 80 Prozent Reichweite und spricht explizit Frauen an." Außerdem mag sie den doppeldeutigen Sixx-Slogan "Mädels, macht's Euch selbst!" Sie plant schon eine Sonderedition ihres Backbuchs unter diesem Titel. Ursprünglich hatte sie überlegt, für die Kooperation einen eigenen Werbespot zu drehen. Aber nun wäre sie froh, wenn sie sich an den Südwestverlag hängen könnte. Auch den Plan, mit ihren drei kleinen Lastern sechs Wochen lang Werbung für Sixx zu machen, hat sie verworfen. Es wäre zu stressig im anlaufenden Weihnachtsgeschäft.
Teil 2: 2000 Geschenkboxen - und Weihnachtsstress im August