Junge Arbeitslose aus dem europäischen Ausland werden von 2013 an mit deutschem Steuergeld ins Land gelockt. Das Bundesarbeitsministerium legt für die nächsten zwei Jahre ein Sonderprogramm auf, das über insgesamt 80 Mio. Euro verfügt. Das Geld ist für Menschen aus EU-Ländern gedacht, die zwischen 18 und 35 Jahren alt sind. Sie sollen als Fachkräfte oder Auszubildende hiesige Firmen unterstützen. Neben dem Ministerium beteiligen sich an dem Sonderprogramm die Bundesagentur für Arbeit (BA) und die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV).
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Während in vielen EU-Ländern zahlreiche junge Menschen keine Arbeit finden, fehlen deutschen Firmen qualifizierte Fachkräfte. Auch Ausbildungsstellen bleiben unbesetzt. In einigen Regionen, etwa dem Emsland, sind manche Unternehmensleiter schon auf eigene Faust ins Ausland gereist, um passende Bewerber für ihre freien Stellen zu finden. Bislang scheitern Bewerbungen allerdings oft daran, dass die Anwärter kein deutsch sprechen. Das will man nun ändern. "Da auf dem europäischen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt Freizügigkeit herrscht, ist die Sprachbarriere das größte Hindernis. Das räumen wir jetzt beiseite", sagte Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU).
Zunächst sollen die jungen Menschen in der Heimat kostenlose Sprach- und Orientierungskurse belegen, die sie auf die Zeit in Deutschland vorbereiten. Einmal im Land, können sie weitere Sprachkurse absolvieren. Außerdem seien Zuschüsse für jene Auszubildenden denkbar, die von ihrem Gehalt nur schwer leben können, hieß es aus dem Ministerium.
Wie die Vermittlung konkret funktionieren soll, will das Arbeitsministerium demnächst besprechen. Dabei sollen der Deutsche Industrie- und Handelskammertag sowie der Zentralverband des Deutschen Handwerks eingebunden werden.