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Merken   Drucken   02.09.2012, 11:00 Schriftgröße: AAA

Berufsstart: Sachsens Krankenkassen finanzieren Medizinstudium

Wo die Ärzte fehlen, stehen die Kranken auf dem Schlauch. Die sächsischen Krankenkassen wollen die Unterversorgung der Patienten aber nicht mehr hinnehmen und locken den Nachwuchs mit der Möglichkeit, gebührenfrei zu studieren.
Damit Ärzte nicht noch seltener in Sachsen werden, finanziert die ...   Damit Ärzte nicht noch seltener in Sachsen werden, finanziert die KV jetzt das Medizinstudium

Der Ärztemangel in Sachsen ist offenbar so groß, dass die Kassenärztliche Vereinigung (KV) des Landes jetzt Abiturienten ein Medizinstudium in Ungarn finanzieren will - wenn diese sich verpflichten, anschließend für mindestens fünf Jahre als Hausarzt in Sachsen zu arbeiten.

Ein entsprechendes Modellprojekt soll nach FTD-Informationen im nächsten Jahr starten. Die KV erklärt sich bereit, für bis zu 20 Studenten aus Sachsen die Studiengebühren an der Semmelweis-Universität in Budapest und der Universität Pecs zu übernehmen. Beide Unis bieten deutschsprachige Medizinstudiengänge an, sie sind vor allem bei Abiturienten beliebt, die an den hohen Zulassungshürden (NC) in Deutschland scheitern.

Mit dem Angebot der sächsischen KV soll auch Druck auf die Politik ausgeübt werden, mehr Medizinstudienplätze im Land zu schaffen, sagte ein Sprecher. Die Initiative wird für ein volles Studienjahr 80.000 Euro kosten, finanziert aus Beiträgen der Kassenärzte. "Die wollen sich damit ihren eigenen Nachwuchs finanzieren." Sollten sich die Studenten nach ihrem Abschluss nicht in Sachsen niederlassen, müssen sie die Gebühren zurückerstatten.

Kontakt: bildung@ftd.de

  • FTD.de, 02.09.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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