FTD.de » Karriere » Karriere » Kritik am Bachelor ist ungeschickt, aber richtig
Merken   Drucken   15.08.2012, 13:17 Schriftgröße: AAA

Bologna-Reform: Kritik am Bachelor ist ungeschickt, aber richtig

Der Bachelor-Abschluss steht seit Jahren in der Kritik: Der Zeitdruck für Studenten ist immens, die Abbrecherquote hoch. Dummerweise haben die Unis selbst wenig Gründe, das System zu reformieren. Dass die Bildungsministerin es auch nicht tut, ist bedauerlich.
© Bild: 2012 DPA/Bildfunk/Jan Woitas
Leitartikel Der Bachelor-Abschluss steht seit Jahren in der Kritik: Der Zeitdruck für Studenten ist immens, die Abbrecherquote hoch. Dummerweise haben die Unis selbst wenig Gründe, das System zu reformieren. Dass die Bildungsministerin es auch nicht tut, ist bedauerlich.

Die Bologna-Reform an den Hochschulen, die vor genau zehn Jahren angestoßen wurde, war ambitioniert: Sie veränderte grundlegend deutsche Studienabschlüsse und Universitäten, hat sie internationalisiert und das Studium verkürzt.

Sie kritiklos einen Erfolg zu nennen geht aber zu weit. Da macht es sich Bundesbildungsministerin Annette Schavan zu einfach. Denn tatsächlich hat die Reform viele Ziele nur zum Teil erreicht. Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, Horst Hippler, hat jetzt die Fehler klar benannt: Die Zahl der Hochschulwechsel ist viel zu gering und die Abbrecherquote zu hoch, die Strukturen sind viel zu unflexibel und zu verschult für Auslandssemester, Elternschaft und Nebenjobs. Und das Studium bringt inzwischen zwar schneller Absolventen hervor, aber leider weniger Persönlichkeiten, wie sie die Wirtschaft verlangt.

Hippler stellt sich offen gegen die Bildungsministerin - was sachlich berechtigt ist, aber vielleicht nicht geschickt, um notwendige Veränderungen mit ihr zu verhandeln.

Ranking Die besten Universitäten der Welt

Die Kritikpunkte sind nicht neu. Sie wurden schon vor fünf Jahren genannt, und Studenten schreiben sie regelmäßig auf Protestplakate. Umso beunruhigender ist, dass sie immer noch nicht angegangen werden. Das liegt zum Teil an den Hochschulen selbst. Die haben derzeit gar kein Interesse an neuerlichen Reformen. Sie müssen infolge geburtenstarker Jahrgänge und des G8-Abiturs mehr Studentenmassen als je zuvor bewältigen - und sind froh, wenn sie diese nach drei Jahren Bachelor wieder los sind.

Dabei wollen viele von denen weiterstudieren, mit einem Master haben sie eher eine Chance auf einen Job. Für mehr Masterplätze aber fehlt den Hochschulen das Geld. Das erhalten sie weder von den Ländern, die die Bologna-Reform als Sparreform missbrauchten, noch vom Bund: Schavans groß angekündigter Hochschulpakt 2020 finanziert keinen einzigen zusätzlichen Masterstudienplatz.

  • FTD.de, 15.08.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
Kommentare
Kommentar schreiben Pflichtfelder*




Immobilien-Kompass
Immobilien-Kompass Deutschlands beste Wohnlagen

Preise, Mieten und Prognosen für Deutschlands Metropolen und Regionen mit detaillierten Übersichtskarten

Jetzt eigene Wohnlage prüfen

 
Anstatt FTD.de lese ich künftig ... Zum Ergebnis
Alle Umfragen
In eigener Sache
  • An Kiosks in der ganzen Republik hieß es am letzten Erscheinungstag der FTD: Zeitung vergriffen! Der Hype um die Schlussausgabe trieb merkwürdige Blüten. Der Verlag druckte 30.000 Exemplare nach. Wer keines abbekam - bestellen ist möglich. mehr

  •  
  • blättern
Zwischen Leben und Arbeiten
Work-Life-Balance

Die FTD hat zusammen mit dem GfK Verein die umfassendste bundesweite Studie zum Thema Work-Life-Balance veröffentlicht. Die Ergebnisse und mehr zum Thema finden Sie hier. Die Studie können Sie hier kaufen. mehr

Folgen Sie der FTD auf Twitter
Werden Sie Fan der FTD auf Facebook
  • Sie waren ein Herzstück der Zeitung und pointiert, scharf, teils brillant: Ihre Kolumnen, Leitartikel und Kommentare haben die FTD entscheidend geprägt. Zum letzten Mal: Unsere Kolumnisten sagen, was Sache ist. mehr

  •  
  • blättern
© 1999 - 2013 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Impressum | Datenschutz | Nutzungsbasierte Online Werbung | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

Geldanlage | Altersvorsorge | Versicherung | Steuern | Arbeitsmarkt | Energiewende | Ökostrom | Auto | Quiz | IQ-Test | Allgemeinwissen | Solitär | Markensammler