Die passende Person für den Vorstands- oder Aufsichtsratssessel - das ist es, was Firmen mit Vakanzen im Board suchen. "Und die muss neben Führungskompetenz und Branchenwissen sowie einem grundsoliden Wertegerüst vor allem eines mitbringen: Charakter", bringt es Headhunter Marcus Labbé, der sich mit seiner Beratung auf die Vermittlung von Topmanagern und Aufsichtsrätenspezialisiert hat, auf den Punkt. Doch wo findet man eine solche Person?
Spezialisierte Headhunter können da Abhilfe schaffen. Labbé verweist auf sein klares Selbstverständnis: "Wir sind vor allem strategischer Berater und Vertrauenspartner, keine bloßen Dienstleister. Der Kundennutzen muss dabei vor Auftragsnutzen stehen. Erst dadurch entsteht Mehrwert für unsere Mandanten", macht Labbé, geschäftsführender Gesellschafter bei Labbé & Cie., deutlich. "Denn eine der wichtigsten strategischen Entscheidungen in einem Unternehmen ist die Besetzung von Schlüsselpositionen." Bei der Suche nach fähigen Aufsichträten und Managern stehen daher bei Labbé &Cie. insbesondere werteorientierte Leistungsträger im Fokus, die strategisch und operativ stark agieren.
Um herauszufinden, wer für die vakante Stelle in Frage kommt, gehen Labbé und seine Kollegen direkt in die Unternehmen, um sich zunächst ein ganzheitliches Bild von der Firma, ihrem Geschäftsmodell, der Innovationsfähigkeit, der Führungskultur zu machen. "Es geht weniger um die Zahlen, sondern um Werte, Systeme, Persönlichkeiten, Kulturen, also alles, was ein Unternehmen prägt", beschreibt Thomas Kienle, ebenso geschäftsführender Gesellschafter bei Labbé & Cie. den Fokus auf den werte- und ergebnisorientierten Ansatz. "Wo steht das Unternehmen? Wo wollt Ihr hin? - Das sind die Fragen, die wir zunächst klären. Nur dann können wir die richtigen Persönlichkeiten finden."
Gefragt sind vor allem Persönlichkeiten mit Führungspotenzial. "Wem morgen Schuhgröße 45 passen soll, dem darf nicht heute schon Größe 42 zu groß sein." Damit meint Labbé vor allem, dass er die Suche nach Hochkarätern vor allem als nachhaltende Mission versteht. "Wir prüfen die Kandidaten daraufhin, ob jemand nur einen Karrieresprung nach oben machen möchte oder sich langfristig mit den Unternehmenszielen identifizieren kann. Unsere Erfahrung ist, dass Fachkompetenz wichtig, der Charakter aber ausschlaggebend ist. Wir suchen daher solche Kandidaten, die ausdauernd zum Unternehmenserfolg beitragen wollen, in kritischen Situationen nicht sofort abspringen." An ihren Ansprüchen lassen sich die Berater im übrigen auch selbst messen. Mit einer Zwei-Jahres-Garantie für die Besetzungsleistung gehen sie mit ihren Mandanten gemeinsam ins unternehmerische Risiko. Stellt sich innerhalb der Frist heraus, der ausgewählte Manager passt fachlich oder charakterlich nicht und muss daher die Firma verlassen, dann sucht Labbé & Cie. weitere Kandidaten honorarfrei.
Bei der Besetzung von Positionen auf Beirats- oder Aufsichtsratsebene können die Headhunter dabei unter anderem auf die Teilnehmer der Aufsichtratsqualifizierung des DVAI (German Institute of Directors) zurückgreifen, zu dessen Gründern und Förderern Labbé & Cie. gehört. In den DVAI-Lehrgängen können Mandatsträger und Manager ihr aufsichtsratsspezifisches Knowhow auffrischen beziehungweise einen entsprechenden Qualifizierungsnachweis erwerben, der sich am Corporate Governance Kodex orientiert, erläutert Luc Pirard, selbst DVAI-zertifizierter Aufsichtsrat und Partner bei Labbé & Cie.; Datenbanken mit vermeintlich geeigneten Mandatssuchenden, wie sie Personaldienstleister und Internetplattformen bewerben, sind dagegen für die Experten aus München keine Option.
"Was uns hilft, ist der tiefe Einblick in das Unternehmen, das uns beauftragt. Wissen wir, wie dieser Mittelständler oder jener Großkonzern tickt, können wir gezielt die richtigen Leute suchen. Karteien voller möglicher Aufsichtsratskandidaten helfen da weniger", sagt Labbé über die Arbeitsweise seiner Firma. Seine Beobachtung ist zudem: Vor allem Mittelständler trauen sich, auch "bunte Vögel" zu berufen. "Es geht um die Köpfe - egal, ob Mann oder Frau. Passen Kandidat und Unternehmen in ihrem grundsätzlichen Werteverständnis gut zueinander, bleibt die Frage, ob eine Lebensmittel-Ingenieurin mit MBA oder dann doch ein Quantenphysiker mit Managererfahrung und Migrantenhintergrund den Aufsichtsratsposten übernimmt, grundsätzlich wichtig. Erfahrungsgemäß ist das aber eher zweitrangig. Die Welt ist schließlich bunt."
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Sparringspartner auf Augenhöhe wollen die Headhunter für die Unternehmen sein und auch tradierte Vorstellungen ihrer Mandanten hinterfragen, Defizite erkennen. "Wichtig ist uns, die Außensicht zu transportieren. Gerade, was Führungskultur oder ganz allgemein notwendige Verbesserungen betrifft", so Kienle. Deshalb klärt der Headhunter eben zunächst das Werteprofil und schickt erst dann Researcher los, die passenden Kandidaten zu finden und deren inneren Antrieb zu prüfen. "Denn die Unternehmen brauchen nicht lediglich irgendwelche fachlich versierten Kapazitäten, sondern Schlüsselfiguren, die in der Lage sind, Beschäftigte und Führungskräfte auf die Reise in die Welt des wirtschaftlichen Erfolgs mitzunehmen."