So ein Manager hat es ja auch nicht leicht. Mitarbeiter stehlen ihm die Zeit, die Familie das Geld, er muss den ganzen Tag damit verbringen, von einem Dienstwagen in die Businessclass umzusteigen und zurück, muss dort dann harte Entscheidungen treffen, etwa ob es Weißwein oder Rotwein sein soll und welcher Jahrgang. Und zwischendurch muss er noch schnell nach Hause, in seinen Brioni-Anzug und den Mercedes SLK springen, um für ein paar Minuten im Büro aufzutauchen und dort seinen Mitarbeitern ein Vorbild zu sein in Bescheidenheit und Arbeitseifer. Ohne Manager wäre die deutsche Wirtschaft nicht da, wo sie jetzt ist.
Und mit Spitzenleistungen bei der Arbeit geben sich unsere Manager nicht zufrieden. Selbst im Urlaub sind sie in Europa spitze, meldet jetzt das Karriereportal Experteer, nach einer Umfrage unter 1300 Portalmitgliedern in mehreren europäischen Ländern. 61,6 Prozent der deutschen Spitzenkräfte im Urlaub würden demnach gut abschalten können - mehr als alle anderen in Europa. Bei Atomkraftwerksmanagern sind es sogar 100 Prozent. Europäisches Schlusslicht sind, wieder einmal, Spanien, Frankreich und Italien.
Nicht abschalten können alle von ihnen ihre Handys (41,1 Prozent) und ihre Smartphones (62,2 Prozent), was zusammen 103,3 Prozent sind - eine Planübererfüllung, wie man sie von Managern nicht anders erwartet. 26,8 Prozent checken täglich ihre E-Mails, hauptsächlich um zu überprüfen, ob sie überhaupt noch einen E-Mail-Zugang zum Firmennetzwerk haben oder der schon abgeschaltet ist.
13,9 Prozent der Spitzenkräfte gaben an, dass ihnen ihre Arbeit im Urlaub zumindest ein wenig fehle. Übrigens: Null Prozent der Angestellten gaben an, dass ihnen bei der Arbeit die urlaubenden Spitzenkräfte fehlen würden.