Einen guten Job zu finden, ist derzeit einfacher als noch vor drei Jahren. Dennoch: Der passende Job ist häufig mit ständiger Fahrerei verbunden, weil der Schreibtisch, die Werkbank oder die Filiale an einem anderen Ort stehen. Deutschland ein Land der Pendler? - Eine Umfrage des Karrierenetzwerkes Xing unter lässt darauf schließen, dass das eine zutreffende Beschreibung ist. Rund 53 Prozent der befragten Xing-Mitglieder leben nicht in der Stadt, in der sie arbeiten.
Erwartungsgemäß steigt die Zahl der Pendler in den Speckgürteln der großen Städte. So beträgt beispielsweise die Pendler-Quote in Garching, Schwalbach oder Neckarsulm deutlich über 90 Prozent - diese Orte sind mit München, Frankfurt und Heilbronn arbeitskräftemäßig schon fast verschmolzen. Frankfurt ist dabei die Stadt mit den meisten Pendlern - fast drei Viertel der Arbeitskräfte sind hier betroffen. Ähnlich sieht es in Duisburg und Mannheim aus. Im Umland von Berlin fährt dagegen nur jeder Sechste hin und her. Auch in den neuen Bundesländern hält sich die Kutscherei der Arbeitskräfte der Xing-Umfrage zufolge in Grenzen.
Auffällig: Männer nehmen häufig deutlich längere Wege in Kauf als Frauen. Je nach Branche ist das Fahraufkommen ebenfalls sehr unterschiedlich. In der Agrarwirtschaft, dem industriellem Anlagenbau und der verarbeitenden Industrie sind jeweils rund zwei von drei Arbeitnehmern an einem anderen Ort tätig. Medien- und Kulturschaffende bevorzugen dagegen offensichtlich die räumliche Nähe zum Arbeitsplatz - nur 36 bzw. 24 Prozent von ihnen sind Pendler.
Dem Statistischen Bundesamt zufolge sind in den letzten Jahren mehr als vier Millionen Erwerbstätige regelmäßig gependelt - rund jeder fünfte Vollzeitbeschäftigte. Fast 60 Prozent nutzten ihr Auto für den Arbeitsweg, nur 3,5 Prozent waren Mitfahrer. Lediglich 13 Prozent der deutschen Pendler fuhren mit Bahn oder Bus zur Arbeit. Immerhin 8 Prozent der Pendler konnten den Arbeitsweg mit dem Rad bewältigen. Dennoch merkt auch Destatis an: Der Weg zur Arbeit wird immer weiter und dauert - je nach Verkehrsmittel - immer länger.