Auch in seinem achten Jahr wird das Financial-Times-Ranking der Master-Abschlüsse für Manager von europäischen Business Schools beherrscht. Den Spitzenplatz belegt 2012 mit der Universität St. Gallen ein Institut aus der Schweiz. Ansonsten finden sich in der Rangliste vor allem Wettbewerber aus Frankreich und Großbritannien.
Das Ranking basiert auf einer Umfrage unter Business Schools sowie deren Absolventen, die 2009 ihren Abschluss gemacht haben. Zu bewerten waren Kriterien wie Diversität, Karrierefortschritt und das internationale Engagement.
Bei allen Kriterien schneidet der Spitzenreiter Universität St. Gallen sehr gut ab. Die Absolventen erzielen drei Jahre nach dem Abschluss die höchsten Gehälter, die beste Quote bei den erreichten Zielen sowie weitreichende Erfahrung auf internationaler Ebene. Die Business School bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis und belegt Platz zwei bei der Effektivität der Berufsberatung.
Die Esade Business School in Barcelona erreichte den siebten Platz im FT-Ranking, und die HHL Leipzig Graduate School of Management kam auf Platz elf. Am stärksten verbesserte sich jedoch die britische Warwick Business School, sie kletterte um 13 Plätze auf Rang 35. Höchstplatzierter Neuzugang ist die IE Business School in Madrid auf Rang sechs. Mit Platz zehn ist das Indian Institute of ManagemenIndian Institute of Management in Ahmedabad die beste außereuropäische Business School.
Fast die Hälfte der Business Schools in der Rangliste sind in Frankreich (19) oder Großbritannien (13) ansässig. Während sich die französischen Institute vor allem in der oberen Hälfte des Rankings finden, belegen britische Institute vorwiegend Plätze in der unteren Hälfte.
90 Prozent der Studierenden an britischen Business Schools kommen aus dem Ausland, bei Instituten in Frankreich beläuft sich ihr Anteil auf ein Drittel. Allerdings verbringen Studierende an französischen Business Schools durch Austausche, Forschungsreisen oder Praktika einen erheblichen Teil der Zeit im Ausland. Studierende an britischen Business Schools dagegen reisen weniger im Rahmen ihres Studiengangs. Damit übertreffen britische Institute französische bei der internationalen Diversität, liegen aber bei der internationalen Kurserfahrung hinten.
Die diesjährige Umfrage unter den Absolventen ergab, dass mehr als die Hälfte der Studenten, die 2012 ihren Abschluss an einer britischen Business School machten, von außerhalb der Europäischen Union stammten. Rund eine Viertel von ihnen arbeitet jetzt in Großbritannien. Seit April 2012 schreiben die britischen Richtlinien für die Aufenthaltsgenehmigung vor, dass Studenten von außerhalb der EU ein Stellenangebot mit einem Mindestjahresgehalt von 20.000 Pfund von einem anerkannten Arbeitgeber vorweisen müssen, wollen sie nach Abschluss ihres Studiums in Großbritannien bleiben. Noch ist unklar, ob diese Reform Auswirkungen auf die Positionen britischer Business Schools in künftigen Rankings haben wird.
Angaben der Business Schools, die 2009 und 2012 an dem Ranking teilnahmen, zeigen, dass die Zahl der Studenten, die sich für einen Master-Abschluss in Management angemeldet haben, während des Zeitraums um 18 Prozent zugelegt hat. Eine Beschäftigungsquote von 90 Prozent drei Monate nach dem Abschluss sowie attraktive Gehälter sind natürlich ein Anreiz. Business Schools in Osteuropa verzeichneten einen Zuwachs von 70 Prozent bei der Immatrikulation, dabei kurbelten vor allem Studenten von vor Ort die Nachfrage an. Zuwächse an anderen Business Schools in Kontinentaleuropa wurden größtenteils durch internationale Studenten erzielt. Unterdessen blieb die Nachfrage in Irland und Großbritannien konstant.
Aus den Angaben der befragten Absolventen geht hervor, dass immer mehr von ihnen nach dem Studium für kleinere Unternehmen arbeiten. 2008 waren fast drei von fünf Absolventen bei Unternehmen mit mehr als 5000 Mitarbeitern angestellt, 2012 waren es nur noch zwei von fünf. Die Aussicht, mehr bewirken oder mehr Verantwortung übernehmen zu können, könnte ein Grund sein, warum Absolventen zu kleineren Unternehmen tendieren.
Aus: The Financial Times, London. www.ft.com