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Merken   Drucken   09.09.2012, 09:00 Schriftgröße: AAA

Gehaltstrends: IT-Kräfte verdienen im Süden am meisten

Der Fachkräftemangel bietet auch IT-Kräften beste Karrierechancen. Die Nachfrage wächst, die Firmen müssen ordentlich was bieten. Wo regional am besten bezahlt wird.
Gerade für junge Leute kann sich der Wechsel an einen ...   Gerade für junge Leute kann sich der Wechsel an einen süddeutschen Standort lohnen

Berlin und Düsseldorf - hop, München - top! Auf diese einfache Formel ließe sich die derzeitige Gehaltssituation für IT-Profis in der Bundesrepublik verkürzen. Die finanziellen Bedingungen für IT-Fachkräfte sind im Süden Deutschlands einfach deutlich besser, zeigt die aktuelle Gehaltsübersicht des Personaldienstleisters Robert Half Technology zu den Vergütungen in der Branche.

Der Überblick über 38 Positionen zeigt beispielsweise große Gehaltsdifferenzen bei den IT-Leitern, die im Schnitt 80.000 Euro pro Jahr verdienen. In München allerdings liegt das Jahresgehalt bei etwa 115.200 Euro. Auch in Stuttgart wird besser gezahlt als der Schnitt: rund 92.500 Euro pro Jahr. Wer dagegen in Berlin sein berufliches Glück sucht, muss sich mit durchschnittlich 67.200 Euro begnügen.


Jahresgehalt IT-Leiter

StädteDurchschnitts-Jahresgehalt
München115.200 Euro
Stuttgart 92.500 Euro
Hamburg80.000 Euro
Frankfurt72.500 Euro
Düsseldorf70.400 Euro
Berlin67.200 Euro
Deutschland80.000 Euro

Auch bei Web-Entwicklern zeigen sich starke regionale Unterschiede. Sie können ebenfalls in München (52.400 Euro) deutlich mehr als in Düsseldorf (37.700 Euro) verdienen. Insgesamt sieht Christian Umbs, Director bei Robert Half Technology, für Entwickler von Web- und Mobile-Technologien aber beste Karrierechancen: "Durch Trends wie Cloud Computing, Tablet PCs und Smartphones wird dieser Bereich in den nächsten Jahren stark wachsen. Da immer mehr Mitarbeiter von zuhause oder von unterwegs arbeiten, sollten diese Anwendungen immer auf dem neuesten Stand sein. Unternehmen sollten sich hier frühzeitig die besten Talente sichern."

Dem Gehaltsgefälle entgehen können aber offenbar Systemadministratoren. Mit durchschnittlich 45.500 Euro pro Jahr und einer Spanne zwischen 52.500 Euro (München) und 42.500 Euro (Hamburg) zeigt sich die Vergütungssituation in diesem Beruf deutlich homogener als in anderen.


Durchschnittliche Jahresgehälter ausgewählter IT-Positionen

Rang PositionGehalt (Bundesdurchschnitt)
1. IT-Leiter80.000 Euro
2. Datenbankentwickler54.750 Euro
3. Datenbankadministrator53.400 Euro
4. Softwareentwickler53.000 Euro
5. Systemadministrator45.500 Euro
6. Web-Entwickler43.700 Euro
7. 3rd Level Support39.500 Euro
8. Helpdesk (1st, 2nd Level)29.100 Euro

Eine Studie der Online-Jobbörse Talent Frogs hatte im Frühjahr erst offenbart: Über alle Berufsfelder hinweg ist die Jobsuche in Ingolstadt am erfolgversprechendsten. Auch Regensburg und Frankfurt bieten bessere Chancen als andere Landstriche, den Traumjob zu ergattern. Im Ruhrpott sieht's dagegen eher düster aus. Insgesamt gilt: Wo Großkonzerne angesiedelt sind, stehen die Karriere- und Gehaltschancen gut, eine günstige Lage des Arbeitgebers im Süden oder Südwesten Deutschlands zahlt sich ebenfalls aus.

Absolventen und Berufseinsteiger können derzeit in Deutschland in qualifizierten Jobs ein durchschnittliches Jahresgehalt von 40.825 Euro fordern, fand der Karriere Dienstleister Alma Mater heraus, abgestuft nach Branche, Funktion, Abschluss - und eben Region. Um sich auch finanziell richtig entscheiden zu können, erwarten laut Online Portal Monster.de viele Berufsanfänger deshalb, dass der künftige Chef von Anfang an seine Gehaltsvorstellungen äußert.

Ab in die Forschung - nicht nur in Konzernen

Am höchsten sind die Verdienstchancen laut Alma Mater, wenn junge Leute nach dem Studium in der Fertigung oder in Forschung und Entwicklung anfangen - Einstiegsgehälter von 43.000 bis 44.000 Euro im Jahr winken. Der Fokus auf gut zahlende große Unternehmen sollte jedoch nicht zu eng gefasst werden, raten Experten. Mittelständler und kleinere Firmen bieten häufig bessere Chancen, Berufserfahrung zu sammeln und neue Tätigkeitsfelder zu erkunden. Die Herausforderungen im angestrebten Arbeitsfeld können hier zudem viel größer sein und im weiteren Berufsleben deutlich mehr einbringen - auch in bar.

Wer den Wechsel in den Süden der Republik - oder wohin auch immer - scheut, sollte in den nächsten Wochen dennoch mal nach einem Gehaltsplus fragen. Denn im Oktober wird erfahrungsgemäß in deutschen Unternehmen mehr befördert als in anderen Monaten. Da die Sommerpause zu Ende geht und der Jahresendspurt bevorsteht, sind deutsche Chefs laut dem Business Netzwerk LinkedIn viel eher bereit, Mitarbeiter höher zu vergüten und mit neuen Posten zu betrauen. Bernd Kraft, Vice President Managing Director CE beim Karriereportal Monster.de: "Und wenn eine Firma keine Gehaltserhöhung anbietet, dann gibt es eine Reihe anderer Vorzüge, die Arbeitnehmer alternativ vorschlagen können - Dienstwagen, Fahrtkostenzuschuss, Boni, bezahlte Überstunden, Altersvorsorge oder Weiterbildungsangebote." Dann muss man vielleicht doch nicht zwingend einen neuen Job suchen und nach Süddeutschland wechseln.

  • FTD.de, 09.09.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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