So wie Wolfram Koller. Der 46-jährige Vorstand der Systrion AG weiß seit Anfang des Jahres, dass er einer besonders schlauen Minderheit angehört, er bestand den sogenannten Mensa-Test mit einem IQ über 130. "Jetzt habe ich es schwarz auf weiß, dass ich meinen eigenen Fähigkeiten und Ideen wirklich trauen kann", sagt der Physiker und ehemalige Unternehmensberater.
Koller gründete im Jahr 2000 ein IT-Unternehmen, als die Internetblase bereits am Platzen war, "mitten hinein in die Rezessionsphase". Mehrfach habe Systrion kurz vor der Insolvenz gestanden. Doch Koller hielt durch.
Ein Grund für seine Ausdauer: seine Hochbegabung. Offenbar bringen Menschen mit überdurchschnittlichen Fähigkeiten wichtige Voraussetzungen für ein erfolgreiches Unternehmertum mit. Sie halten nicht kalkulierbare Situationen besser aus, wie eben Koller gegen Ende des Internetbooms.
Ambiguitätstoleranz nennen das Fachleute wie Michael Fallgatter, Dekan des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaft an der Bergischen Universität Wuppertal. Fallgatter erforscht, wie Jungunternehmer sein müssen, um geschäftlich auf der Höhe zu sein. "Erfolgreiche Unternehmer sehen dort Geschäftsmöglichkeiten, wo anderen nur Chaos und Wüste entgegenblicken."
Als "Chancendenker" würde ein Freund ihn bezeichnen, erzählt Koller. Er würde noch dort Potenzial ausmachen, wo andere nur mutlos den Kopf schütteln. Klar, dass Unternehmer vom Typ Hochbegabte das Geld für ihre Geschäftideen eben nicht bei der Sparkasse, sondern eher von Risikokapitalgebern bekommen.
Warum Hochbegabte gern Hochbegabte einstellen