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Merken   Drucken   25.07.2012, 12:00 Schriftgröße: AAA

IT-Nutzung in Deutschland: Computernutzung am Arbeitsplatz stagniert

Drei Viertel aller Deutschen sind regelmäßig online. Fast zwei Drittel arbeiten auch im Job mit dem Computer. Damit ist Deutschland bei der IT-Nutzung nur noch Mittelmaß.

Mit Computer ausgestattete Arbeitsplätze gehören zum Arbeitsalltag. 61 Prozent aller Deutschen nutzen in ihrem Job einen Computer. Das zeigen Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat. Dieser Wert hat sich allerdings seit fünf Jahren nicht verändert. Deshalb rangiert Deutschland in Sachen IT-Nutzung inzwischen nicht mehr in der Spitzengruppe, wenn auch immer noch weit über dem Durchschnitt von 53 Prozent. "Die Computerausstattung von Arbeitsplätzen ist eines von mehreren Kriterien für die Innovationsstärke einer Volkswirtschaft", sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. "Deutschland rutscht hier ins europäische Mittelfeld ab. Die weitere Entwicklung sollten wir aufmerksam beobachten."

Im Job oder privat - der Computer gehört für drei Viertel der ...   Im Job oder privat - der Computer gehört für drei Viertel der Deutschen dazu

Anders als in Ländern wie Norwegen oder Frankreich (plus acht bzw. sechs Prozentpunkte innerhalb von fünf Jahren) hat sich hierzulande der Anteil der Arbeitsplätze mit Computernutzung in den vergangenen Jahren nicht erhöht. In der Spitzengruppe finden sich zudem Länder wie Finnland (72 Prozent), Schweden, Norwegen (beide 71 Prozent), die Niederlande (65 Prozent) und Belgien (63 Prozent).

Deutlich weniger IT-Nutzung gibt es dagegen in Süd- und Osteuropa. In Italien und Griechenland sitzt nicht einmal jeder zweite im Job am Rechner( 44 bzw. 43 Prozent). Auch in Kroatien oder Polen liegt die Computerausstattung unter dem europäischen Schnitt.

Dass die Nutzungsraten für Internet und Computer in Deutschland zunehmend stagnieren, zeigt auch der (N)Onliner-Atlas 2012 der Initiative D21, der Angaben aus 30.000 Interviews zusammenfasst. Demnach haben nur wenige Deutsche innerhalb des letzten Jahres das Internet für sich entdeckt. Auch die Zahl derer, die plant, sich künftig damit zu befassen, sank. Allerdings trauen sich inzwischen mehr Senioren an das World Wide Web heran. Bei den über 60- und 70-Jährigen scheint sich die zielgruppenspezifische Förderung niederzuschlagen. Auch bei den Frauen ab 50 finden sich immer häufiger internetaffine Nutzer.

Die höchste Internetverbreitung gibt es derzeit in den Stadtstaaten Hamburg und Berlin, gefolgt von Bremen. Auch in Baden-Württemberg ist die Zahl der Internetnutzer mit fast 80 Prozent spitze. In den neuen Bundesländern sowie im Saarland hält sich aber die Fraktion der Skeptiker hartnäckig. Hier werden im Schnitt Nutzungsraten von knapp unter 70 Prozent erreicht. Immer mehr Deutsche gehen dem (N)Onliner-Atlas zufolge über Breitband ins Internet - meist über DSL-Anschlüsse. Kabel- und Mobilfunkzugänge sind jedoch weiter auf dem Vormarsch.

  • FTD.de, 25.07.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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