Beim Netzwerken sind Männer einfach besser. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Statistik des Business-Networks LinkedIn. Die Plattform checkte unter ihren mehr als 100 Millionen Mitgliedern die Daten zur beruflichen Netzwerk-Aktivität. Dabei stellte sich heraus: Männer haben grundsätzlich mehr Kontakte. Selbst in Unternehmen mit mehr Frauen in der Belegschaft als Männern, haben letztere mehr Geschäftskontakte als die weiblichen Mitarbeiter. Das LinkedIn-Fazit deshalb: Männer sind die aktiveren Networker.
Nicht zu Unrecht, sagt Nicole Williams, Connection Director beim Business-Netzwerk: "Die richtigen Kontakte zu haben, kann bei Vertragsabschlüssen oder für den Gewinn eines Kunden den entscheidenden Unterschied machen." Frauen versetzen sich jedoch offenbar selbst ins Hintertreffen, indem sie die Potenziale der Social Networks nur bedingt nutzen.
Vor allem gilt laut Williams: "Frauen sind manchmal etwas zu zaghaft, weil sie Networking schnell mit Small Talk oder Austausch von Visitenkarten verbinden. In Wirklichkeit geht es darum, Beziehungen aufzubauen, bevor man sie tatsächlich braucht."
Die Statistik zeigt jedoch auch andere Auffälligkeiten. In Branchen, in denen Männer sehr stark vertreten sind, agieren Frauen besonders aktiv. Ein Beispiel dafür bietet die Tabakindustrie. Dort, wo Frauen häufiger sind als Männer - zum Beispiel in der Kosmetikindustrie, sind Männer beim Networking besonders stark. Laut LinkedIn ist das ein Zeichen dafür, dass sich in abgegrenzten Arbeitsmarkt-Segmenten das Minderheiten-Geschlecht aktiver vernetzen muss, um erfolgreich zu sein.
In Deutschland zeigt die Auswertung des Business-Netzwerks, dass in der Politik, bei Informationsdiensten oder in Agenturen ganz klar Frauen die aktiveren Networker sind. Im Rechtswesen, Rundfunk oder Lagerwesen sind Männer die stärker verlinkten Teilnehmer. Insgesamt aber gilt der weltweite Trend: Frauen zeigen sich weniger stark im Networking als Männer.
Für eine bessere Vernetzung über Social Media raten Fachleute, sich auf Business Events mit Hilfe von Xing, LinkIn und Co. vorzubereiten: Wo arbeiten andere Teilnehmer? Welche Positionen haben sie bereits ausgefüllt? Ist mein eigenes Profil ansprechend genug, die wichtigen Personen dieses Events für mich zu interessieren?
Außerdem gilt es, das eigene Netzwerk auszubauen. Als passable Größe gibt LinkedIn für berufliche Netzwerke die Empfehlung, mindestens 50 vertraute Kontakte aufzubauen, die dann aktiv mit neuen Kontakten ergänzt werden. Hilfreich sind Diskussionsforen und Gruppen, die zum eigenen Umfeld und Interessengebiet passen. Hier lohnt es sich den Experten zufolge auch, eigene Inhalte zu posten. Kurz: Seien Sie dialogorientiert!
Speziell für Frauen hat Kommunikationstrainerin Katie Ledger die Empfehlung, sich an andere Frauen zu halten. Die Zurückhaltung beim Netzwerken verfliege mit anderen Frauen schneller, sich an den erfolgreichen des eigenen Geschlechts zu orientieren, sei daher ein wichtiger Schritt. Ledger rät sogar dazu, sie zu imitieren, ohne aber den eigenen Stil völlig aufzugeben. "Versuche zu verstehen, über welche Eigenschaften erfolgreiche Frauen verfügen, und überlege, wie Du ähnliche Eigenschaften aufbauen und einsetzen könntest." Bestes Hilfsmittel ist dabei ein soziales Netzwerk, das für berufliche Zwecke genutzt wird. Davon ist die Autorin des Blogs "And what do you do?" überzeugt.