Die Hochschulrektoren wollen eine eidesstattliche Versicherung "über die Eigenständigkeit der erbrachten wissenschaftlichen Leistung" an Bildungsinstituten etablieren, heißt es in den elf Leitlinien des Hochschulrektorenkonferenz-Präsidiums. Die Versicherung soll in den Hochschulgesetzen und Promotionsordnungen verankert werden.
Damit will die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) weitere Plagiatsaffären wie die um den ehemaligen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg vor rund einem Jahr verhindern. Doch: Rechtlich verbindlich sind die Vorgaben nicht. Ihre Umsetzung obliege allein den Hochschulen, hieß es. Der neue HRK-Präsident Horst Hippler sieht die neuen Leitlinien zudem lediglich als Arbeitspapier. Er selbst sei entschiedener Gegner einer verpflichtenden eidesstattlichen Versicherung für Doktoranden. Die neuen Regeln gingen nun zunächst zu weiteren Diskussionen in die Hochschulen, kündigte er an.
Hippler hält es für schwierig, dass jeder Promovierende erst einmal unter Generalverdacht gestellt werde. Weiterhin sei unklar, vor wem die Erklärung abgegeben werden soll. Mit einer einfachen Unterschrift sei dies nicht getan, sagte er.
Lesen Sie im Folgenden über Politiker, die über ihre Doktorarbeit stolperten.
Im Februar 2011 flog der damalige Bundesverteidigungsminister auf: Er hatte Teile seiner Doktorarbeit abgeschrieben. Mehr als 1200 Plagiatsfragmente identifizierten die Internetaktivisten von Guttenplag. Die Universität Bayreuth erkannte ihm 2011 seinen Doktortitel ab, weil er "vorsätzlich getäuscht" habe. Im Zuge der Plagiatsaffäre trat er als Minister ab und von allen seinen Ämtern zurück.
Inzwischen unterstützt er als unabhängiger Berater die EU-Kommission zum Thema Internet und feilt Medienberichten zufolge an einer neuen Doktorarbeit.
Auch die Europapolitikerin soll an rund 120 Stellen in ihrer Doktorarbeit abgeschrieben haben. Die Universität Heidelberg entzog ihr deshalb Mitte 2011 den Titel. Koch-Mehrin trat daraufhin als Vorsitzende der FDP im Europaparlament und dessen Vizepräsidentin zurück. Abgeschlossen ist der Fall jedoch noch nicht: Koch-Mehrin legte Widerspruch ein, die Uni muss sich nun erneut mit der Doktorarbeit befassen.
Der Europaabgeordnete verlor seinen Titel im Juli 2011, da weit mehr als die Hälfte seiner Arbeit nach Angaben der Uni Bonn aus fremder Feder stammte. Zuvor waren im Internet Plagiatsvorwürfe laut geworden. Der FDP-Politiker kündigte an, er werde eine neue Arbeit vorlegen.
Der nordrhein-westfälische Bundestagsabgeordnete wurde Anfang Mai 2011 zu einer Geldstrafe von 5000 Euro verurteilt, weil er einen Doktortitel zu Unrecht geführt hatte. Jasper hatte den Doktor der Wirtschaftswissenschaften 2004 an einer Universität in der Schweiz erworben, die gegen Geld akademische Grade vergeben soll.
Auch in ihrer Dissertation fanden die Internetaktivisten von Vroniplag gut 45 Prozent Fremdinhalte. Die FDP-Beraterin verlor deshalb im April 2012 ihren Doktortitel von der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn. Mathiopoulos' Anwälte kündigten eine Klage an.
mit Agenturen