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Merken   Drucken   24.07.2012, 14:19 Schriftgröße: AAA

Social Media: Wie Manager netzwerken

Vier von fünf deutschen Managern nutzen Social Media für den Beruf. Drei Viertel sind auch privat bei Facebook und Co. unterwegs. Auch im Recruiting spielen Networks stärker eine Rolle.

Die Mehrzahl der deutschen Manager liegt voll im Trend und nutzt überaus ausgiebig soziale Netzwerke wie Facebook , Xing , Linkedin . Allein 81 Prozent sind dabei, wenn es um berufliche Themen geht. Das ergab eine Umfrage der Personalberatung LAB & Company unter mehr als 800 deutschen Führungskräften.

Bei Managern liegt Xing weit in Front   Bei Managern liegt Xing weit in Front

Am häufigsten nutzen die Manager dabei die Business-Plattform Xing (72 Prozent). 40 Prozent tummeln sich zudem auf Linkedin, bei Facebook sind nur rund zwölf Prozent der Befragten dabei. Geht es um Privates erhält Facebook von den Führungskräften mehr Aufmerksamkeit, immerhin jeder Dritte ist dann zwischen Like-Button und Status-Post unterwegs. Xing prägt aber auch bei Privatem das Nutzerverhalten der deutschen Manager.

Twitter , Youtube oder Google+ spielen dagegen weder beruflich noch privat eine Rolle. Besonders bei den über 40-Jährigen scheint der Vorbehalt groß, die Daten könnten in sozialen Netzwerken nicht sicher sein. 30 Prozent der Teilnehmer in dieser Altersgruppe verzichtet deshalb privat ganz auf Social Media.

Firmen mit ähnlichen Vorlieben

Schaut man genauer hin, wie die Unternehmen als Organisationen die sozialen Netzwerke nutzen, ergibt sich ein ganz ähnliches Bild: Xing vor Linkedin und Facebook. Die Mehrzahl der Firmen setzt unter anderem beim Thema Manager-Recruiting auf Social Media. Frank Beyer, geschäftsführender Gesellschafter von LAB & Company ,sieht die sozialen Netzwerke jedoch eher mit untergeordneter Bedeutung auf diesem Feld. "Hier kommt es weiterhin vor allem auf exzellente persönliche Kontakte, Diskretion, Vertrauen und Erfahrung an." Im mittleren und unteren Management würden die sozialen Medien in Zukunft jedoch eine wachsende Rolle spielen, sagt Beyer voraus.

Der Fachmann weist zudem darauf hin: Xing, Linkedin und Co. verändern das Arbeitsleben nicht nur hin zu mehr Erreichbarkeit. "Betrachtet man Social Media unter dem Stichwort 'Work-Life-Balance' muss man feststellen, dass die Trennung zwischen Privatem und Beruflichem verschwimmt." Beyer hat dabei das die positiven Effekte der Vernetzung ebenso wie das Negativum einer Entwicklung zum gläsernen Menschen im Blick.

Im Urlaub immer am Ball?

Außerdem bleibe die Frage, wie ein Manager künftig seinen Urlaub verbringe - ständig versorgt mit Informationen und im Kontakt mit der Firma oder mit ganz klarem Ausklinken und abgeschaltetem Smartphone. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Kommunikationsagentur Dr. Haffa & Partner in einer Studie festgestellt, dass mindestens jeder zweite Manager im Urlaub zumindest per Smartphone erreichbar ist. Weitaus weniger nehmen dagegen Notebooks, Netbooks oder ein iPad mit in die Ferien.

Wer dagegen auf der Suche nach einem neuen Job ist, sollte seine Affinität zu Social Media nutzen. Vor allem in kommunikationsstarken Berufen wie Marketing-, PR-Fachmann oder Community-Manager ist die intensive Nutzung Aushängeschild und Informationsmöglichkeit zugleich. So empfiehlt der Leitfaden "Karriere-Sprungbrett Social Media" des Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) für den beruflichen Erfolg:

  • Selbstmarketing für die eigene Online-Reputation
  • Aufbau und Pflege eines relevanten Kontaktnetzwerkes
  • Informationstools der Social Networks nutzen
  • Social-Media-Profil aktualisieren
  • Privatsphäre schaffen und schützen
  • fehlerhafte Angaben vermeiden
  • Jobangebote auch abseits der Jobportale suchen
  • auf Stellenangebote direkt über Social Media bewerben
  • Beziehungen und Empfehlungen von Kontakten nutzen
  • anderen bei der Mitarbeitersuche helfen, Jobs empfehlen
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Für Firmen kommt es in diesem Umfeld indes vor allem auf Interaktion an. Wer auf Social-Media-Kanälen unterwegs ist, prägt die Marke für die er arbeitet mit. Zudem kann er auf Bewerberanfragen schneller und direkter reagieren. "Denn Kandidaten sind daran interessiert, in einen Dialog mit potenziellen Arbeitgebern zu treten", sagt Florian Schiffer, Leiter Unternehmensentwicklung von 1000jobboersen.de. Schnelle Rückmeldungen seien geradezu ein Muss, um Kandidaten zu binden. Zudem können Social Media nach Schiffers Meinung eine gute Schnittstelle zwischen Stellenausschreibung und weiteren Informationen über den potenziellen Arbeitgeber sein.

  • FTD.de, 24.07.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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