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Merken   Drucken   20.04.2012, 17:54 Schriftgröße: AAA

Bewerbung: So könnte ein Assessment-Center aussehen

Vielen Arbeitgebern genügen Bewerbungsunterlagen und Kandidatengespräche nicht mehr. Um sicher zu gehen, den richtigen Anwärter für den Job auszuwählen, laden sie zu Assessment-Centern ein.
Beim Assessment Center punktet, wer sich als die Person darstellt, ...   Beim Assessment Center punktet, wer sich als die Person darstellt, die er tatsächlich ist

9.30 Uhr Selbstvorstellung

Die Aufgabe besteht darin, sich selbst kurz vorzustellen, quasi einen Steckbrief der eigenen Person zu liefern. Bei der Selbstpräsentation bietet es sich an, kurze Stichworte auf einem Flipchart zu notieren. Diese sollten vor allem Ihre Stärken und Ihren Werdegang wiedergeben, damit Ihre Zuhörer sich ein Bild von Ihnen machen können. Versuchen Sie, kurz und knapp zu bleiben. Sprechen Sie flüssig, aber ruhig. Versuchen Sie nicht, Offensichtliches zu verbergen, zum Beispiel dass Sie nervös sind. Vielleicht gelingt es Ihnen, das mit einer humorigen Bemerkung zu überspielen.

10 Uhr Fragebogen/Test

Viele Arbeitgeber bitten darum, einen Persönlichkeits-, Leistungs- oder Intelligenztests. Manche Unternehmen entwerfen gar einen ganz spezifisch auf ihr Haus ausgerichteten Test, mit dem sie Fachwissen abfragen.

Häufig ist der Fragebogen psychologisch aufgebaut. Dabei muss das Zutreffen einer Aussage auf einer Skala markiert werden. Findet der Test dagegen mündlich statt, ist rhetorisches Geschick gefragt. Lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen. Sie bringen schließlich jede Menge Expertise und Persönlichkeit mit!

11.30 Uhr Postkorbübung

Überblick und Gewichtung - das sind die wichtigsten Kompetenzen für diese Übung, in der Sie beweisen sollen, wie Sie mit Leistungsdruck und Aufgabenvielfalt zurecht kommen. Häufig wird dafür Korrespondenz in E-Mail oder Papierform zur Verfügung gestellt. Versuchen Sie nie, alle Auftrage auf einmal abzuarbeiten, sondern wählen Sie nach Wichtigkeit und zeitlicher Relevanz aus. Beachten Sie inhaltliche Zusammenhänge und Überschneidungen. Entscheiden Sie, was Sie jetzt oder später erledigen wollen und was Sie an Kollegen oder Partner delegieren würden.

12.30 Uhr Mittagspause

Nutzen Sie die Gelegenheit, beim gemeinsamen Mittagessen Ihren potenziellen Chef und die Kollegen besser kennenzulernen. Versuchen Sie in der Pause, mit Betreuern und Beobachtern aus der Firma ins Gespräch zu kommen. Gibt es mehrere Gruppen, dann mischen Sie sich ruhig auch in eine zweite oder dritte Runde. Im Gespräch können Sie so das Interesse mehrerer Entscheider wecken.

13.30 Uhr Simulation Verkaufsberatung

Meist werden dazu mehrere Bewerber gebeten, die jeder eine bestimmte Rolle ausfüllen sollen - Vertriebler, Vorgesetzter, Kunde, Kollege. Bei dieser Übung geht es, sich in die tägliche Aufgabenstellung einzufühlen und seine Qualitäten als Verkäufer und Problemlöser nachzuweisen. Zeigen Sie hier nicht nur Ihre fachlichen, sondern auch die sozialen Kompetenzen, denn die zählen im Job inzwischen mindestens genauso stark.

ab 14.45 Uhr Einzelinterviews

In den Einzelinterviews wird meist nach dem Werdegang, Schwächen und Stärken sowie bisherigen Arbeitsaufgaben gefragt. Aber Vorsicht! Lassen Sie sich nicht durch Fangfragen aufs Glatteis führen. Teilweise nutzen die Interviewer Methoden des Stressinterviews, um die Reaktionen der Jobbewerber zu testen. Ungeschickt ist auch, frühere Arbeitgeber madig zu machen. Präsentieren Sie sich fachlich stark, sozial kompetent, mit dem Bedürfnis, noch etwas dazuzulernen - das kommt am besten an.

17.30 Uhr Auswertung

Nach dem Assessment Center gibt der Arbeitgeber meist ein kurzes Feedback, bittet gleichzeitig die Bewerber auch um eine kurze Einschätzung. Die Entscheidung wird meist in individuellen Gesprächen mitgeteilt. Wenn möglich, sollten Sie den Grund für die Auswahl erfragen, also warum Sie punkten konnten oder möglicherweise abgelehnt wurden.

  • FTD.de, 20.04.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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