Im diesjährigen Financial-Times-Ranking der offenen Weiterbildungsprogramme für Manager belegt die Darden School of Business Platz eins. Nachdem sich die Manager-Schmiede aus dem US-Bundesstaat Virginia vier Jahre lang mit Rang zwei oder drei begnügen musste, steht sie 2010 wie bereits vor fünf Jahren wieder ganz oben.
Dan McCusker, ein Topmanager, der im Juni 2009 am Darden-Führungskräfteprogramm teilnahm, spricht von einer der besten Erfahrungen seiner akademischen Laufbahn: "26 Jahre als Offizier in der US Air Force, fünf Jahre in der Industrie, und Darden ist mit Abstand die beste Schule, die ich je besucht habe", sagt er.
Die Programmteilnehmer haben die Schule bei acht der zehn Bewertungskriterien an die Spitze des Feldes gewählt, unter anderem in drei der wichtigsten Kategorien: bei der Konzeption des Programms, der Relevanz und Praxistauglichkeit der erworbenen Kenntnisse sowie beim Erreichen der wichtigsten Lernziele.
Die Thunderbird School of Global Management in Glendale, USA, belegte unter den 60 besten Schulen dieses Jahr Rang fünf - eine Verbesserung um sechs Plätze seit dem Ranking 2009. Dass die Fundação Dom Cabral in Brasilien seit vergangenem Jahr vom 13. auf den 9. Rang stieg, belegt, dass die Führungskräfteausbildung in Südamerika stärker im Kommen ist. Beim Programm und bei der allgemeinen Qualität schnitt die Business-Schule gut ab. Die Essec Business School in Paris und Singapur verbesserte sich seit 2009 vom 16. auf den 10. Platz.
Doch obwohl viele Schulen sich im diesjährigen Ranking über gute Bewertungen freuen, hatten sie in den vergangenen zwölf Monaten ordentlich zu kämpfen. Die Ergebnisse der FT verdeutlichen das Ausmaß des Abschwungs.
So ist die Zahl der Teilnehmer an offenen Programmen deutlich gesunken. 2008 belegten insgesamt fast 140.000 Schüler offene Kurse an den 60 im Ranking enthaltenen Business-Schulen. Das sind durchschnittlich 2325 Teilnehmer pro Schule. Im Jahr darauf, als die Daten für das 2010er Ranking erhoben wurden, waren es nur noch 1950 Schüler - 17 Prozent weniger.
Weniger Schüler bedeuten weniger Einnahmen. 36 der 60 Schulen meldeten 2009 geringere Umsätze als im Jahr zuvor. Bei zwei Dritteln dieser Schulen betrug der Rückgang mindestens 15 Prozent. Diese Zahlen stehen in krassem Gegensatz zu den Daten der beiden Vorjahre. Sowohl 2007 als auch 2008 meldeten mehr als 80 Prozent der Schulen einen wachsenden Jahresumsatz.
Doch war der Rückgang nicht überall gleich groß. Am schlimmsten traf es die Business-Schulen in Nordamerika. Dort sank die durchschnittliche Zahl der Teilnehmer gegenüber dem Vorjahr um 21 Prozent auf fast 2200 pro Schule. In Südamerika ging die Zahl der Kursteilnehmer im selben Zeitraum zwar auch zurück - um 5,7 Prozent -, aber die durchschnittliche Teilnehmerzahl pro Schule war dort mit durchschnittlich 2579 höher als in irgendeiner anderen Region. Acht der 60 Schulen des 2010er Rankings sitzen in Südamerika.
Einige Experten meinen, dass nicht die Wirtschaftskrise Schuld sei an dem Rückgang, sondern dass es sich um ein allgemeines, strukturelles Problem handeln könnte. Der Meinung ist auch Jonathan Slack, der Chef des britischen Business-Schulen-Verbands ABS. "Wir gehen davon aus, dass der Trend langfristig von offenen Programmen wegführt", sagt Slack. "Interessierte Einzelpersonen suchen zunehmend ein Programm, das einen anerkannten Abschluss bietet, zum Beispiel einen MBA, EMBA oder einen Master, und Firmenkunden wollen für ihre Leute eine Lösung, die besser auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist."
Die Daten der Rankingteilnehmer bestätigen diese Theorie in gewisser Weise. Sie deuten darauf hin, dass der Rückgang bereits vor der Finanzkrise einsetzte. Im Schnitt war die Zahl der Teilnehmer an offenen Programmen 2008 um 1,8 Prozent niedriger als 2007. Letztlich verlor jede Schule mehr als 40 Kursteilnehmer.