Die Macher hinter den News: Porträts von Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft.
Ein einziger Auftritt des 44-jährigen Dänen bei einer Roadshow im März in Stockholm reichte aus, um zumindest die Investoren von seinen Fähigkeiten zu überzeugen. Der derzeitige Personal-, Einkaufs- und IT-Leiter bei Henkel habe nicht nur alle Fragen eingehend beantwortet, sondern zuvor offensichtlich alle wichtigen Fragen sich selbst schon längst gestellt und für sich analysiert", heißt es.
Einen Schritt voraus sein - diese Fähigkeit wird der Manager mit ausgiebigem IT-Hintergrund noch gut gebrauchen können, wenn er, wie Henkel am Montag bekannt gab, im April 2008 Ulrich Lehner auf den Chefposten folgen wird. Denn der derzeitige Henkel-Chef wird, wenn er mit Erreichen der internen Altersgrenze von 62 Jahren ausscheidet, große Fußstapfen hinterlassen: Lehner hat die Internationalisierung des Traditionskonzerns mit den Marken Persil und Pritt durch Akquisitionen vehement vorangetrieben. Höhepunkt war der milliardenschwere Zukauf des US-Konsumgüterherstellers Dial in 2004. Dadurch machte sich Henkel vom schwächelnden Heimatmarkt Deutschland unabhängiger. Investoren honorierten den Trend, in den sechs Jahren unter Lehners Leitung hat sich der Henkel-Kurs fast verdoppelt.
Den Elan, diesen Internationalisierungskurs zu halten, bringt Rorsted jedenfalls mit. "Er ist dynamisch, entschlossen und einer, der schnell denkt und auch schnell handelt", sagen Henkel-Mitarbeiter. Ehemalige Weggefährten bei Hewlett-Packard beschreiben ihn vor allem als sehr herausfordernd: "Er zeigt einem, dass alles geht, wenn man nur will." Den Willen zur Veränderung hat Rorsted beim Dax-Konzern Henkel bereits unter Beweis gestellt. Nach seinem Amtsantritt 2005 habe er mit Hilfe von externen Beratern Organisationsstrukturen gestrafft und dabei "hohe Zielvorgaben" gesetzt. Rorsted sei dabei "extrem hart im Durchgreifen", heißt es im Unternehmen. Anders als der diplomatische Lehner sei er zudem impulsiv, unheimlich direkt, manchmal zu direkt", sagen ehemalige Mitarbeiter. Vor der Blitzkarriere bei Henkel hatte Rorsted bei den IT-Konzernen Hewlett-Packard (HP), Compaq und Oracle gearbeitet. Den HP-Konzern musste er im Jahr 2004 nach schlechten Zahlen verlassen, er war als Manager für das Geschäft in Europa, Nahost und Afrika zuständig und dort für die Integration des erworbenen Konkurrenten Compaq verantwortlich.
Dass es Rorsted gelingt, aus dem Schatten des erfolgreichen Lehner herauszutreten, daran werden kaum Zweifel laut. Vielleicht hängt das auch mit Rorsteds Herkunft zusammen. Er hat mit Bend Rorsted einen überaus gescheiten Vater. Dieser gilt als einer der renommiertesten Wirtschaftsprofessoren Dänemarks. Doch Sohn Kasper hat das nicht gehemmt, ebenfalls beruflich weit voranzukommen.