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Merken   Drucken   25.11.2007, 20:52 Schriftgröße: AAA

Kopf des Tages: Mirko Kovats - Der Kupferkönig

Mirko Kovats kann sich über mangelnde Arbeit derzeit nicht beklagen. Der österreichische Investor kämpft gleich an mehreren Fronten. Einen Sieg hat er dabei just errungen.
von Christian Höller

Am Wochenende entschied der Chef des Wiener Mischkonzerns A-Tec die Bieterschlacht um den serbischen Kupferkonzern RTB Bor de facto für sich. Sein Gegner war nicht irgendwer, sondern Oleg Deripaska, der zweitreichste Mann Russlands.

Mirko Kovats, Investor aus Österreich, sammelt Kupferhütten wie ...   Mirko Kovats, Investor aus Österreich, sammelt Kupferhütten wie andere Münzen

Unklar dagegen ist der Ausgang des seit Monaten andauernden Machtkampfs um die Norddeutsche Affinerie  (NA), Europas größte Kupferhütte. Die Hamburger wollen einen Zusammenschluss mit dem belgischen Rivalen Cumerio , Mirko Kovats  hat da eigene Vorstellungen.

Richtig ungemütlich könnte es für ihn im Dezember werden, wenn er wegen des Konkurses einer Diskothek vor Gericht steht. Der zugrunde liegende Straftatbestand nennt sich Krida. Vorwurf: Kovats habe die Befriedigung eines seiner Gläubiger durch die Verheimlichung oder Verringerung seines Vermögens vereitelt oder geschmälert. Kovats bestreitet dies.

Damit nicht genug: Ein britischer Fonds hat gegen ihn geklagt, weil die ohne Beschluss der Hauptversammlung erfolgten Zukäufe von A-Tec  "existenzbedrohend" seien.

Kovats ist Kummer gewohnt. Seine Karriere hat der Sohn ungarischer Einwanderer als Werkzeugfirmenvertreter in Osteuropa begonnen. Den Startschuss für sein Firmenimperium setzte er 1997 mit der Übernahme des pleitegegangenen Salzburger Maschinenbauers Emco. Seitdem baute er praktisch aus dem Nichts einen der größten Industriekonzerne Österreichs auf, teilweise mit rauen Methoden. Manche nennen ihn "Mister Goldfinger", andere den "härtesten Manager Österreichs". Andreas Treichl, Chef der Wiener Ersten Bank, bezeichnete den 59-Jährigen als "Mini-Heuschrecke".

Gespür für Schnäppchen

Dem streitbaren Manager wird ein Gespür für Schnäppchen nachgesagt. Er kauft Firmen, die in Schwierigkeiten stecken, um sie hart zu sanieren. Mit dem Einstieg beim österreichischen Anlagenbauer VA Tech hat Kovats seinen Ruf indes ramponiert. Erst ließ er sich bei VA Tech als Kernaktionär feiern, eineinhalb Jahre später verkaufte er seinen Anteil für ein Vielfaches an Siemens. Österreichs Ex-Kanzler Wolfgang Schüssel sparte damals nicht mit Kritik: "Wenn sie mich privat fragen, ist mir Siemens lieber als der frühere Aktionär."

Kovats ist bemüht, seinen Ruf als Finanzhai abzustreifen. Er wird nicht müde, sich als "nachhaltiger Investor" zu bezeichnen. Wichtig war für ihn die Aufnahme in den Vorstand der österreichischen Industriellenvereinigung, was einem Ritterschlag gleichkommt.

  • Aus der FTD vom 26.11.2007
    © 2007 Financial Times Deutschland
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