Der Luxemburger Regierungschef Jean-Claude Juncker will nach Angaben seiner Partei nach der Parlamentswahl in Luxemburg nicht mehr das Amt des Finanzministers übernehmen. Den Posten als Chef der Eurogruppe will er nach eigenen Worten jedoch nicht aufgeben: "Ich habe nicht meinen Rücktritt von der Eurogruppe angekündigt", sagte Juncker der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag.
Zuvor hatte Paul Weimerskirch, Geschäftsführer der Christlich Sozialen Partei, einen Zeitungsbericht bestätigt, wonach der Ministerpräsident das Amt des Finanzministers nach einem Wahlsieg in Luxemburg am Sonntag an den bisherigen Haushaltsminister Luc Frieden abtreten wolle. Juncker bestätigte dies, ist aber der Auffassung, er könne dennoch Vorsitzender der Euro-Finanzminister bleiben. Wenn dies intern zu klären sei, wolle er die Eurogruppe auch in Zukunft leiten.
Juncker amtiert seit 1995 als Premier- und Finanzminister Luxemburgs. 2004 wurde er zum Vorsitzenden der Eurogruppe ernannt. In dieser Funktion ist seine Beziehung zum Chef der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, bereits seit Längerem angespannt. Beide rangelten um den Titel des "Mr Euro". Juncker forderte Trichet zu regelmäßigen Treffen auf, um über währungs- und wirtschaftspolitische Fragen zu beraten. Trichet hatte den Brief einfach ignoriert und verwahrte sich gegen Angriffe auf die Unabhängigkeit der europäischen Geldpolitik.