Das Buch zum Online-Check, das ist mal was Neues. Die Offensive Mittelstand hat nämlich einen Test ins Internet gestellt. Darin können kleinere Unternehmen (heißt in diesem Fall: höchstens 2. Mio. Euro Umsatz) in höchstens einer Stunde herausfinden, wo ihre Stärken liegen oder wo sie schwächeln - also, wo Handlungsbedarf besteht.
Der Test macht tatsächlich einen guten Eindruck: Strategie, Liquidität, Risikobewertung, Führung, Kundenpflege, Organisation, Unternehmenskultur, Personalentwicklung, Prozesse, Beschaffung und Innovation werden praxisnah abgefragt. Das reicht aus für ein selbstkritisches Hinterfragen.
Das Buch "Unternehmensführung für den Mittelstand" liefert allerdings nicht mehr als der Check im Internet. Alle elf Bereiche werden danach aufbereitet: Was bringt mir das, wie setze ich das um? Genau die richtigen Fragestellungen, doch werden die Antworten leider überwiegend von wissenschaftlichen Mitarbeitern aufgeschrieben, und deren akademischer Duktus schafft die größtmögliche Distanz zur angepeilten Zielgruppe, nämlich den tief in der Praxis verwurzelten Unternehmern.
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Die werden auch kaum erfreut darüber sein, dass der Check ihnen vermitteln soll, dass sie Beratungsbedarf haben - und die passenden Unternehmensberater auf den Seiten von www.offensive-mittelstand.de finden werden.
Das irritiert schon deshalb, weil die "Offensive" Teil der "Initiative Neue Qualität der Arbeit" ist - vor zehn Jahrengegründet von Bund, Ländern, Sozialversicherungsträgern, Gewerkschaften, Stiftungen und Arbeitgebern und unterstützt vom Bundesarbeitsministerium.
Pflichtbewusst hat Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) daher im Juni den "Unternehmenscheck guter Mittelstand" gelobt. Und kein Wort darüber verloren, wie gern Consultants ihn als Hebel nutzen, um bei Mittelständlern den Fuß in die Tür zu kriegen.