Der Börsengang von Facebook wird Gründer Mark Zuckerberg sowie frühe Investoren und Mitarbeiter steinreich machen. Es gibt zwar keine Garantie, dass der Ausgabepreis der Aktie am oberen Ende der am Donnerstag vom Unternehmen genannten Spanne von 28 bis 35 Dollar liegen wird. Das große Interesse der Anleger macht es aber wahrscheinlich. Insgesamt würde sich der Börsenwert von Facebook damit auf 77 bis knapp 100 Mrd. Dollar belaufen. Damit liefe das soziale Netzwerk Firmen wie Hewlett-Packard oder General Motors bereits zum Handelsauftakt den Rang ab.
Die Roadshow, bei der Facebook Investoren die Papiere schmackhaft machen will, beginnt wahrscheinlich am Montag - nach Agenturberichten ist auch Firmengründer Mark Zuckerberg dabei, der sich zuletzt wenig um die für den Börsengang nötige PR gekümmert hatte und der auch in der Kritik stand, weil er Milliardenzukauf Instagram das Board des Konzerns nicht zu Rate gezogen, sondern vor vollendete Tatsachen gestellt haben soll. Zuckerberg gehört auch zu denen, die sich im Rahmen des Börsengangs von Teilen ihrer Anteile trennen werden.
Der Facebook-Gründer hält derzeit 533,8 Millionen Aktien. Er wird sich von 30 Millionen Stück trennen - um seine Steuern zu bezahlen. Sein verbliebener Anteil wäre bei den angestrebten 35 Dollar je Aktie immer noch rund 17,6 Mrd. Dollar wert. Zudem wird er auch nach dem Börsengang fast 60 Prozent der Stimmrechte kontrollieren.
Die Investmentfirma war durch ihren Partner James Breyer unter den ganz frühen Facebook-Geldgebern - das zahlt sich aus. 2005 investierte Accel 12,7 Mio. Dollar in das damals noch kleine Onlinenetzwerk. Damit halten Breyer und Accel knapp 201,34 Millionen Aktien, die bis zu 7,1 Mrd. Dollar wert sein werden. Davon wollen sie 38,2 Millionen Stück beim Börsengang versilbern - das kann Einnahmen von bis zu 1,34 Mrd. Dollar bringen.
Der junge Mann hatte das Glück, sich das Zimmer im Harvard-Studentenwohnheim mit Mark Zuckerberg zu teilen. Er wurde zu einem Mitstreiter in der Anfangszeit von Facebook. 2008 verließ er das Unternehmen, behielt aber seinen Anteil und will sich auch beim Börsengang nicht davon trennen. Seine 133,7 Millionen Aktien könnten bis zu 4,7 Mrd. Dollar wert sein.
Der Russe stieg mit seiner Firma DST relativ spät bei Facebook ein und musste damals bereits einige hundert Millionen Dollar lockermachen. Dennoch wird es für den Internetinvestor, es wird für ihn trotzdem ein Riesengeschäft: Die aktuell 131,3 Millionen Aktien, er über DST hält, werden bis zu 4,6 Mrd. Dollar wert sein. Milner macht beim Börsengang ordentlich Kasse: Er will über 26,2 Millionen Aktien im Wert von bis zu 920 Mio. Dollar sollen losschlagen.
Einst war er an der Musiktauschbörse Napster beteiligt und galt als "Bad Boy" des Silicon Valley. Doch Parker bewies ein ums andere Mal ein Gespür für gute Geschäftsideen im Internet, was ihn zum Milliardär machte. Er sitzt im Facebook-Verwaltungsrat und half Zuckerberg, aus der Netzwerkidee ein Geschäft zu machen. Seine gut 69,6 Millionen Aktien dürften zum Börsengang über 2,4 Mrd. Dollar wert sein. Parker behält sie alle.
Die Managerin, die Zuckerberg persönlich bei Google abwarb, gilt als die wichtigste Architektin von Facebooks Milliardenumsätzen. Der Börsengang wird sie zur Milliardärin machen: Zusammen mit bald fällig werdenden Aktienoptionen kommt sie auf rund 41,2 Millionen Papiere mit einem erwarteten Börsenwert von bis zu 1,4 Mrd. Dollar, sollte der angestrebte Ausgabepreis erreicht werden.