Vielmehr werde Walter mit dem vollständigen Erwerb der Bank durch den Konkurrenten im Januar seinen Posten als Chef der Dresdner Bank aufgeben, teilten beide Institute am Mittwoch mit. Walter wolle so "einen klaren und zügigeren Übergang der Verantwortlichkeiten ermöglichen". Seine für die Noch-Muttergesellschaft Allianz ausgeübten Aufsichtsratsmandate wird er aber weiter wahrnehmen.
Damit wird kein Topmanager der Dresdner Bank im Vorstand der Commerzbank vertreten sein. Walter wäre als Vertriebs- und Marketingvorstand der einzige gewesen, der diesen Sprung geschafft hat - was im Vorstand der Dresdner Bank großen Unmut ausgelöst hatte. Wegen fehlender Jobgarantien hatten sich die restlichen Mitglieder des Gremiums bis kurz vor der Vereinbarung der Übernahme gegen die Transaktion gewehrt.
Ein Grund für Walters Entscheidung dürfte die beschleunigte Übernahme sein. Die Commerzbank hatte sich kürzlich mit der Allianz auf einen schnelleren Abschluss geeinigt. Ursprünglich sollte dieser im zweiten Halbjahr 2009 erfolgen.
Für den stets verbindlich auftretenden Walter endet nun zumindest vorläufig eine steile Karriere bei den deutschen Großbanken. Der Bayer machte sich zunächst bei der Deutschen Bank einen Namen, wo er Chef der damaligen Privatkundensparte Deutsche Bank 24 wurde. Im Jahr 2003 wechselte der als ehrgeizig und detailversessen geltende Manager zur zuvor von der Allianz erworbenen Dresdner Bank und wurde dort Vorstandschef. Jahrelang wurde das Institut immer wieder umgebaut; im Zuge der Finanzkrise musste die Bank zuletzt herbe Verluste hinnehmen.
Die Commerzbank sichert sich nun Schlüsselpositionen bei der Dresdner Bank. Bis zur Verschmelzung der beiden Häuser wird Commerzbank-Chef Martin Blessing auch Chef der Dresdner Bank sein. Die Commerzbank-Vorstände Achim Kassow und Markus Beumer ziehen ebenfalls in das Leitungsgremium ein. Bereits Ende November waren drei Commerzbank-Vorstände in das Führungsgremium der Dresdner Bank berufen worden. Die Dresdner-Bank-Manager Stefan Jentzsch, Andreas Georgi und Franz Herrlein scheiden dagegen mit der Übernahme aus.
Commerzbank-Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller wird außerdem bis zur Verschmelzung auch Chefaufseher bei der Dresdner Bank. Der Dresdner-Aufsichtsrat soll über die Personalien am 22. Dezember entscheiden. Das Kontrollgremium der Commerzbank stimmte am Mittwoch in einer außerordentlichen Sitzung der beschleunigten Übernahme der Dresdner Bank zu.