FTD.de » Karriere » Recht + Steuern » Zum Abschied ganz laut Servus
  FTD-Serie: Annes Antwort

Sie haben ein Problem im Job oder mit Kollegen? Anne Weitzdörfer arbeitet seit vielen Jahren als Beraterin und Coach. Jede Woche beantwortet sie in der FTD Ihre Fragen. Schreiben Sie an fraganne@guj.de. Alle Anfragen werden natürlich vertraulich behandelt.

Merken   Drucken   30.04.2012, 08:00 Schriftgröße: AAA

Annes Antwort: Zum Abschied ganz laut Servus

Als Beraterin und Coach kennt sich Anne Weitzdörfer mit Problemen im Büro bestens aus. Jede Woche beantwortet sie hier Ihre Fragen. Diesmal: Genervt von der neuen Kollegin.
von Anne Weitzdörfer

Das Problem Mein Chef hat eine neue Assistentin. Ende 20 und ein ziemlich keckes Ding. Offenbar gut in ihrem Job, aber auch sehr vorlaut - ich möchte fast sagen: frech. Sie fällt ins Wort, verteilt großzügig Aufgaben und nimmt sich für meinen Geschmack deutlich zu wichtig. Das Problem: Meine ganze Abteilung findet sie klasse und freut sich über den "frischen Wind". Mich nervt sie kolossal. Allerdings bin ich der Einzige und weiß nicht, wo ich ansetzen soll. Haben Sie eine Idee?

Michael, 44 J., keine Angabe zur Branche

Anne Weitzdörfer   Anne Weitzdörfer

Annes Antwort Es braucht nicht viel Fantasie, um sich das vorzustellen: Jeden Morgen kocht Ihnen die Galle hoch, wenn Ihnen die kleine Sirene entwaffnend fröhlich einen guten Morgen wünscht. Wie soll man denn auch reagieren, wenn man zu früher Stunde noch muffelig im Büro aufschlägt?

Naheliegend wäre, diese Morgenmuffel-Haltung zur Grundlage Ihres Miteinanders zu machen: wortloses Nicken zur Begrüßung. Reduzierte E-Mails mit distanziert höflicher Umgangsform. Und ganz generell die Minimierung des persönlichen Kontakts. Zum Selbstschutz. Darauf angesprochen reagieren Sie mit überraschtem "Echt? Nö, alles gut", und muffeln weiter. Das begreift die Kollegin dann irgendwann und lässt Sie in Ruhe. Allerdings fraglich, ob Sie sich damit nicht selbst ins Abseits manövrieren.

Was wäre, wenn Sie die genervte Grundstimmung direkt in eine Beschwerde beim Chef verwandeln? Und ihm geradeheraus mitteilen, dass Ihnen das Früchtchen auf die Nerven geht? Er wird sich das zwar anhören, aber ich fürchte, dieser Vorstoß bringt nichts. Erstens hat er die Frau eingestellt, und zweitens kommt sie nach Rückmeldung aller Kollegen doch super an! Wo liegt denn das Problem? Mit Pech verabschiedet Sie Ihr Chef mit einem Schulterklopfer und dem Hinweis, dass Ihnen ein bisschen frischer Wind auch mal ganz gut täte.

Bleibt eigentlich nur der ganz direkte Weg, indem Sie der Kollegin klare Verhaltensregeln vorgeben: bitte weniger ins Wort fallen, bitte weniger dick auftragen und immer schön im Hinterkopf behalten, dass die Macht nur geliehen ist. Dann und auch nur dann funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Ihnen beiden. Wenn Sie das Ganze dazu noch leise und emotionslos vortragen, wird es seine Wirkung nicht verfehlen. Und die vermutlich eingeschüchterte Kollegin Ihnen gegenüber künftig nur noch mit halbem Gas fahren.

Aber mal ehrlich: Brauchen Sie als alter Hase diese Konfrontation wirklich? Ich glaube, das Thema erledigt sich ganz von selbst. Im Moment erlebt Ihre Kollegin einen Höhenflug, der ihr offenbar ein bisschen zu Kopf steigt. Aber es ist doch nur eine Frage der Zeit, bis sich die Aufregung legt und das Tagesgeschäft wieder in den Fokus rückt. Heißt konkret: Lehnen Sie sich zurück, beobachten Sie das bunte Treiben und gönnen der jungen Wilden noch ein paar Tage das gute Gefühl.


Kontakt
Sie haben auch ein Problem im Job oder mit Kollegen? Schreiben Sie an fraganne@guj.de. Alle Einsendungen werden natürlich vertraulich behandelt.
  • FTD.de, 30.04.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
Immobilien-Kompass
Immobilien-Kompass Deutschlands beste Wohnlagen

Preise, Mieten und Prognosen für Deutschlands Metropolen und Regionen mit detaillierten Übersichtskarten

Jetzt eigene Wohnlage prüfen

 
Anstatt FTD.de lese ich künftig ... Zum Ergebnis
Alle Umfragen
In eigener Sache
  • An Kiosks in der ganzen Republik hieß es am letzten Erscheinungstag der FTD: Zeitung vergriffen! Der Hype um die Schlussausgabe trieb merkwürdige Blüten. Der Verlag druckte 30.000 Exemplare nach. Wer keines abbekam - bestellen ist möglich. mehr

  •  
  • blättern
Zwischen Leben und Arbeiten
Work-Life-Balance

Die FTD hat zusammen mit dem GfK Verein die umfassendste bundesweite Studie zum Thema Work-Life-Balance veröffentlicht. Die Ergebnisse und mehr zum Thema finden Sie hier. Die Studie können Sie hier kaufen. mehr

Folgen Sie der FTD auf Twitter
Werden Sie Fan der FTD auf Facebook
  • Sie waren ein Herzstück der Zeitung und pointiert, scharf, teils brillant: Ihre Kolumnen, Leitartikel und Kommentare haben die FTD entscheidend geprägt. Zum letzten Mal: Unsere Kolumnisten sagen, was Sache ist. mehr

  •  
  • blättern
© 1999 - 2013 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Impressum | Datenschutz | Nutzungsbasierte Online Werbung | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

Geldanlage | Altersvorsorge | Versicherung | Steuern | Arbeitsmarkt | Energiewende | Ökostrom | Auto | Quiz | IQ-Test | Allgemeinwissen | Solitär | Markensammler