Sonntagabend auch Jagd gemacht auf den Täter, der an der deutsch-schweizerischen Grenze diesen überkorrekten Zöllner umbrachte? Der "Tatort" vom Bodensee war Folge 826, und in Franken haben die Zuschauer wieder mal halb neidisch, halb beleidigt vor der Glotze gesessen. Sie hätten halt auch gern mal Mord und Totschlag in ihrer Metropole.
Auf Facebook sammeln sich derzeit Aufständische unter der Parole "Für einen Nürnberger Tatort". "Lindenstraße"-Produzent Hans W. Geißendörfer beteuert: "Ich hätte da wirklich Spaß daran." Der Oberbürgermeister von Bad Kissingen macht sich zum Fürsprecher, und auch SPD-Rundfunkrätin Inge Aures: "Seit über 200 Jahren gehört Franken zu Bayern", wettert die Kulmbacherin, "es ist endlich an der Zeit, dass Franken nicht wie Deppen hingestellt werden."
Einmal, ein einziges Mal durfte nämlich ein fränkischer Hilfssheriff namens Hackl an der Seite des Münchner Kommissars Leitmayr am Tatort ermitteln, anno 2003. Piefig war der Hackl, so kleinkariert und besserwisserisch, dass die nordbayerische Volksseele kochte und der CSU-Politiker Markus Söder vom Bayerischen Rundfunk "Wiedergutmachung an Franken" forderte.