Glosse
Hätte sein Tod verhindert werden können? Noch sind die Umstände des Dahinscheidens von Lieblingseisbär Knut unklar, schon fordert unser Autor Stresstests für Eisbärengehege.
von Simon Schäfer
Sicherheitslücken werden immer größer und bedrohlicher. Zum Beispiel beim Thema Atom. Das hat der Fall Japan ja nun gerade eindrücklich bewiesen. Wie gut, dass Europa daraus die richtigen Lehren zieht und seine Atomkraftwerke einem ordentlichen Stresstest unterzieht. Höchste Zeit.
Der Eisbär Knut im Zoo in Berlin
Sicherheitslücken gibt es aber auch an ganz anderer Stelle - und hier stehen die richtigen Lehren noch aus. Gemeint sind die europäischen Eisbärengehege. Ganz klar, hier ist etwas faul. Spätestens als man Knut am vergangenen Samstagnachmittag kopfüber in seinem Becken treibend vorfand - ein für Eisbären durchaus unübliches Verhalten -, konnte man ahnen, dass irgendetwas nicht stimmt.
Vermutlich war das Gehege schlecht gewartet. Wie man hört, könnte Knut aber auch sein aufregendes Liebesleben zum Verhängnis geworden sein. Drei Gespielinnen befanden sich für gewöhnlich an seiner Seite. Da hat Knut einfach irgendwann schlappgemacht. Selbst aufs Hirn soll ihm die Sache geschlagen haben.
Ganz klar, der Tierparkbetreiber hat versagt und muss nun dringend Konsequenzen ziehen. Einzelne Maßnahmen werden allerdings kaum ausreichen. Was jetzt wirklich hilft, ist ein Rundumschlag. Wir brauchen europaweite Stresstests für europäische Eisbärengehege. Knut darf nicht zum Vorbild werden.
Aber bitte nicht nach dem Vorbild aus dem Bankensektor, wo die Tests ja nur belegen, dass alles in Ordnung ist, wie es jetzt läuft. Vermutlich wäre es besser, Eisbären bis auf Weiteres ganz aus europäischen Tierparks zu verbannen - zumindest bis zu den nächsten Landtagswahlen. Wahrscheinlich wird das bald auch die Kanzlerin so sehen und sich dafür einsetzen. Knut beweist letztlich nur, was ohnehin jeder schon wusste: Pinguine sind einfach die sicherere Alternative.
Oh, là, là, Monsieur Hollande! Wet-T-Shirt-Look in Hemd und Anzug. Feuchtglänzender Zwirn, eng an den Körper geschmiegt, optisch ganz nah dran an Lack und Leder. Und das in den ersten Tagen im Amt als neuer französischer Präsident. Das hätte dem Mann niemand zugetraut.
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