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Merken   Drucken   22.02.2012, 18:25 Schriftgröße: AAA

Für Kinofans: Die Neustarts der Woche

In den Kinos laufen in dieser Woche unter anderem die Filme "In The Land of Blood And Honey", "Glück", "Ghost Rider" und "Young Adult".
 
Eine Szene aus dem Film "In the Land of Blood and Honey"   Eine Szene aus dem Film "In the Land of Blood and Honey"
Angelina Jolie hat die Seiten gewechselt. Bisher war die 36-Jährige als Actionstar in Filmspektakeln wie "Lara Croft", als Sonderbotschafterin des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen und vor allem als Glamourgirl bekannt. Jetzt hat sie sich erstmals auf den Regiestuhl gesetzt. Nicht genug damit, hat sie für ihr Regiedebüt auch das Drehbuch selbst geschrieben.
Ihr Film, der auch bei der Berlinale lief, fesselt als bewegende Studie darüber, wie Krieg und Gewalt Persönlichkeiten aus der Bahn werfen und alle Menschlichkeit zerstören. Die Geschichte eines Paares jenseits der ersten Jugend, dessen aufkeimende Liebe durch den Balkankrieg von 1992 bis 1995 erst pervertiert und schließlich regelrecht abgeschlachtet wird, hat viele starke Momente.
Jolie beweist neben ihrem Sinn für manch kluge szenische Arrangements Feingefühl als Schauspielführerin. Zana Marjanovic in der Rolle der Ajla und Goran Kostic als Danijel gelingen unter ihrer Anleitung facettenreiche Charakterstudien. Dennoch überzeugt der Film nicht durchgehend. Das liegt insbesondere daran, dass Drehbuch und Regie die Geschichte mitunter nicht scharf genug konturiert erzählen.
Von Peter Claus, dpa
In The Land of Blood And Honey
USA 2011
Länge: 127 Min.
Regie: Angelina Jolie
Darsteller: Zana Marjanovic, Goran Kostic, Vanessa Glodjo, Rade Serbedzija, Boris Ler, Jelena Jovanova
FTD-Bewertung: 4 von 5 Punkten
Eine Szene aus dem Film "Glück"   Eine Szene aus dem Film "Glück"
Wollten Sie schon immer einmal sehen, wie ein Mensch mit einem Elektromesser in tragbare Portionsstücke zerteilt wird? Dann sind Sie in dem neuen Film von Doris Dörrie ("Männer") genau richtig.
Die Erfolgsregisseurin erzählt nach einer Vorlage von Bestsellerautor Ferdinand von Schirach einfühlsam und poetisch eine anrührende Liebesgeschichte zwischen zwei geschundenen Seelen, die aneinander Halt finden. Aber das ketchupspritzende Fleischgemetzel zwischendrin haut dermaßen ins Kontor, dass einem fast Sehen und Hören vergeht.
Auch auf manches Klischee oder das eine oder andere Kitschbild von Mohnfeldern, Kirschblüten und versonnen dahinziehenden Wolken hätte man verzichten können. Aber sonst: sehenswert. Die Vorlage aus Schirachs Bestseller "Verbrechen" ist keine 13 Seiten lang und umfasst nur den Krimiplot. Nachdem der Autor und Rechtsanwalt die Filmrechte verkauft hatte, entwickelte Dörrie aus dem Gerüst die Liebesgeschichte.
Von Nada Weigelt, dpa
Glück
Deutschland 2012
Länge: 112 Min.
Regie: Doris Dörrie
Darsteller: Alba Rohrwacher, Vinzenz Kiefer
FTD-Bewertung: 4 von 5 Punkten
Eine Szene aus dem Film "Ghost Rider - Spirit of Vengeance"   Eine Szene aus dem Film "Ghost Rider - Spirit of Vengeance"
Er ist zurück, der unbarmherzige Rächer namens "Ghost Rider". 2007 schon hatte Nicolas Cage den dunklen Antihelden aus der Welt der Marvel-Comics auf der Leinwand verkörpert. Nun darf er erneut auf seinem stählernen Zweirad durch die Nacht donnern. In einer temporeichen Melange aus Realfilm und Computer schicken Neveldine und Taylor Cages Racheengel erneut auf den "Highway to Hell".
Um seinen kranken Vater zu retten, hatte Motorrad-Stuntman Johnny Blaze einst einen verhängnisvollen Pakt mit dem Teufel, geschlossen. Was das Regieduo Neveldine/Taylor aus dieser Story letztlich macht, ist aber nicht viel mehr als ein ordentlich lärmendes, vor allem im Audiovisuellen ambitioniertes Mainstream-Spektakel.
Vor allem aber ist es Cage, der erneut unter Beweis zu stellen vermag, dass er zu den Hollywood-Darstellern gehört, denen das Changieren zwischen Gut und Böse leicht von der Hand geht.
Von Matthias von Viereck, dpa
Ghost Rider
USA 2012
Länge: 96 Min.
Regie: Mark Neveldine, Brian Taylor
Darsteller: Nicolas Cage, Idris Elba
FTD-Bewertung: 3 von 5 Punkten
Eine Szene aus dem Film "Young Adult"   Eine Szene aus dem Film "Young Adult"
Mavis (Charlize Theron) ist egoistisch, gehässig, arrogant, eben eine echte Bitch. Die einst umschwärmte Highschool-Schönheit, heute 37 Jahre alt, grade geschieden und auch beruflich gescheitert, fasst einen kühnen Entschluss: Sie wird ihre Jugendliebe zurückerobern, ihn aus der Gefangenschaft seiner spießigen Ehe befreien. Leider nur ist Buddy (Patrick Wilson) glücklicher Familienvater und liebt seine Frau.
Mit der bitteren wie bösen, aber zeitweise etwas zähen Komödie vollzieht Jason Reitman eine radikale Abkehr vom charmanten Wohlfühlkino. Der Regisseur setzt trotzdem weiterhin auf skurrile Außenseiter: Mavis, Autorin von Lovestories für Teenager, verwechselt Realität mit Fiktion, sich selbst mit den verführerischen 17-jährigen Heldinnen ihrer Kitschromane.
Wo Illusionen nicht mehr funktionieren, hilft nur der Alkohol. Mit selbstzerstörerischer Entschlossenheit verfolgt die Protagonistin bis zuletzt skrupellos ihre Ziele. Grandios: Charlize Theron.
Von Anna Grillet
Young Adult
USA 2011
Länge: 94 Min.
Regie: Jason Reitman
Darsteller: Charlize Theron, Patton Oswalt, Patrick Wilson
FTD-Bewertung: 4 von 5 Punkten
  • Aus der FTD vom 23.02.2012
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